StrongDog wild & dirty NORTH 2018

Nach unserer letztjährigen Teilnahme am StrongDog in Luhmühlen stand fest, dass wir 2018 erneut an den Start gehen würden. Es war gigantisch und spaßig – wie ein Tag auf einem großen Abenteuerspielplatz – und das wollten Rosa und ich erneut miterleben. Doch wie es im Leben mit Hund ist, kam alles etwas anders: Eine gute Woche vor dem Event musste ich die Teilnahme mit Rosa absagen. Für mich persönlich ein Tiefschlag, denn ich wollte beim Einzelstart sehen, wie viel bei uns wirklich geht. Die Lahmheit ungeklärter Ursache ließ aber keinen Start zu. Ich konnte mich jedoch glücklich schätzen, dass ich mit dem Hund einer Freundin auf den Trail durfte.

Meinen Blogbeitrag zum StrongDog wild & dirty NORTH 2017 könnt ihr hier nachlesen.

Das Team – Die „Slack Hunter“

2017 noch als TT (Turniertrottel) engagiert, hat es Franzi in diesem Jahr vom Slack Hunter Manager bis hin zum vollwertigen Teammitglied geschafft. Sie ging mit Nando an den Start, ihrem knapp dreijährigen Podenco-Galgo-Mix aus Spanien. Bereits im April hat sie mit uns bei Camp Canis in der Wingst teilgenommen und im September war sie beim Dog Survival am Start. Während Nando wert auf einen kuscheligen Platz und genug Futter legt, nimmt Franzi jede Matschgrube mit, stellt ihr Licht aber gerne mal unter den Scheffel.

Auch mit Katharina und ihrem knapp dreijährigen Labrador Nero waren wir schon unterwegs. Zum einen im März bei Camp Canis in Hoope und zum anderen im Mai beim Tough Hunter auf Schloß Arenfels. Katharina ist ehrlich und direkt und eine bodenständige Ergänzung für das Team. Nero geht mit ihr durch Dick und Dünn und zeigt auf den Trails, dass er weiß, worum es geht.

Statt Rosa begleitete mich Marley, der knapp zweijährige Border Collie von Franzi. Ich war zuvor noch nie mit ihm gelaufen und wusste nur, dass er eher der unsichere Typ im Umgang mit anderen Hunden ist. Es sollte für mich also spannend werden, immerhin kannte ich Canicross nur mit Rosa, mit der die Kommunikation immer 1A klappt. Aber ich war guter Dinge, da Franzi ja an meiner Seite war.

Nando und Marley – Zwei Chaoten auf acht Pfoten“ ist die dazugehörige Facebook-Seite.

Jedes Team benötigt seine Unterstützer, weswegen ich mich an dieser Stelle noch bei Katrin, Olaf und Mucki bedanke, die Samstag während des Laufes auf Rosa aufgepasst und sie mit genügend Leckerlis von dem Trennungsschmerz von mir abgelenkt haben. Schön, dass ihr dabei gewesen seid!

Freitag – Anmeldung & Vet-Check

Wir waren bereits Freitag angereist, da wir uns entschlossen hatten, ein ganzes Wochenende gemeinsam zu verbringen. Ich hatte es sogar geschafft eine Unterkunft zu finden, in der wir Mädels mit den vier Hunden übernachten konnten. Diese war einfach und hatte keine vollwertige Küche, doch so schlimm ist es nun nicht, dass man sich von außerhalb Essen holen oder eben essen gehen muss. So hatten wir eine gemütliche Basis, von welcher aus wir zum Eventgelände starten konnten.

Wir nutzten unsere frühe Ankunft, um uns und die Hunde schon am Vortag anzumelden. Das war auch gut, denn am Folgetag war der Andrang vor dem Vet-Check wirklich heftig. Für uns lief alles problemlos ab, alle Hunde bekamen die Starterlaubnis von der Frau Doktor und somit brauchten wir am nächsten Tag nur noch an den Start zu gehen.

Samstag – wild & dirty im Team

Seit 2017 stand fest, dass ich den Samstagslauf im Team absolvieren und am Sonntag mit Rosa alles geben wollte. Bei beiden Läufen sollte selbstverständlich der Spaß im Vordergrund stehen und gerade am Samstag ging es uns um das pure Erleben. Unsere Startzeit war 10:45 Uhr. Während Rosa in den besten Händen war, machten wir uns warm und stellten uns dann in die Wartezone. Die Temperaturen waren ideal und die Hunde motiviert. Nach dem Countdown schossen also alle drei mit uns hintendran auf die ersten Strohballen zu. Marley und ich übernahmen die Führung, wobei dies eher an Marley als an mir lag. Ich hatte das Gefühl zu fliegen!

Der Parcours war ziemlich identisch zu dem aus 2017. Wir liefen erneut die 8 km und nur die Hindernisse hatten sich etwas verändert. Es gab jedoch weiterhin Strohpyramiden, Baumstämme, Gräben, Hügel, zwei Wasserlöcher und Netze, unter denen man durch Schlamm kriechen musste. Während ich von Rosa eine 100% exakte Ausführung der Kommandos kenne, hatten Marley und ich an diesem ersten Tag unsere Kommunikationsschwierigkeiten. „Gee! GEE!“, rief ich oder: „Haw! HAW!“ und aus manchem „Hoch!“ wurde ein „Runter“ und andersrum, doch für unser erstes Mal war es okay.

Auch Franzi und Katha absolvierten alle Hindernisse mit Bravour und wir wurden tatsächlich nur von einem Team überholt, obwohl wir zuvor prophezeit hatten, dass wir vermutlich von fünf Teams eingeholt werden würden. Aber darum ging es uns auch nicht und so hörte man unser schallendes Lachen über den Platz, während wir uns mit schweren Sandsäcken abquälten oder im Matsch stecken blieben. Franzi entpuppte sich zudem als ziemlich tough, weil sie beim Laufen zweimal umknickte und Schmerzen hatte. Sie wollte den Lauf aber durchziehen und biss die Zähne zusammen. Auch fielen wir nur wenige Male ins Gehen und liefen fast die komplette Strecke über durch. Krass!

Sonntag – wild & dirty mit Marley

Mit Rosa wollte ich ursprünglich starten. Dann war die Idee mit Ares von meiner Freundin Nancy zu starten. Doch letztendlich überwog der Ehrgeiz: Marley hatte am Vortag so viel Power gezeigt – mit ihm zusammen hatte ich die Chance, eine gute Platzierung zu erreichen. Ich war fit, Marley war fit und deswegen entschied ich mich dazu, Sonntag erneut mit ihm den Trail zu rocken. Nur zwei Sorgen hatte ich: Die erste war, dass er ohne Franzi kurz nach dem Start umdrehen würde, die zweite war, dass wir erneut unsere Kommunikationsschwierigkeiten haben würden. Beide Sorgen: unbegründet.

Die Einzelstarts liefen in 30 Sekunden-Abständen ab und unsere Startzeit war 09:03 Uhr. Vor uns befanden sich also bereits sechs Teams auf dem Trail und uns würden auch Teams im Nacken sitzen. Kaum war der Countdown abgelaufen, fetzte Marley los. Die Strohpyramide nahm er direkt und schon vor dem zweiten Hindernis hatten wir zwei Teams überholt. Wie heißt es immer? „Nur fliegen ist schöner!“ – niemals. Wie kann fliegen schöner sein als das?!

Kaum ein paar Minuten auf dem Trail hatten wir noch zwei weitere Teams überholt und die verbliebenen zwei direkt vor uns, als wir zu den Sandsäcken kamen. Ich dachte ich spinne: hatte ich mir einen davon tags zuvor lässig über die Schultern geworfen, bekam ich den an diesem Tag nicht hochgehievt. Ächzend schleppte ich den Sack durch die Runde und war danach froh über den losgewordenen Ballast. Marley flitzte direkt weiter und schon hatten wir uns an die erste Position gekämpft.

Die nächsten Kilometer waren schleppend und ich merkte doch, dass mir der Lauf vom Vortag in den Beinen steckte. Vor allem meine Knie hatten nach dem ersten Lauf geschmerzt, doch ich dachte an die Worte einer Boot Camp-Serie, dass alles nur im Kopf stattfindet. Hey, ich war im September zweimal einen Halbmarathon gelaufen, da sollten diese 8 km kein Problem sein! Wir hielten unser konstantes Tempo, wobei Marley tatsächlich die meiste Zeit galoppierte. Mit dem Kommando „Pool“ stürzte er sich ins Wasserloch und nahm mit mir jedes Hindernis. Von den Kommunikationsschwierigkeiten war kaum noch etwas zu bemerken.

An einer Stelle trafen der 5 km- und der 8 km-Trail aufeinander und als Marley wieder andere Hunde entdeckte, drehte er erneut voll auf. Ich wusste, dass ich jetzt nicht schwächeln durfte und schmiss meine Beine nach oben in die Luft, um mich voll und ganz von Marley mitreißen zu lassen. So verringerten wir den Abstand zu den Sportlern vor uns und machten uns an den Endspurt. Marley und ich gaben noch einmal ALLES und kamen schließlich nach 35:59,30 Minuten ins Ziel. Damit schafften wir es in der Gesamtwertung (m/w) auf den dritten Platz (8 Sekunden hinter dem schnellsten Mann und 17 Sekunden hinter der schnellsten Frau) und in der Einzelwertung auf Platz 2.

Das Grinsen stand mir ins Gesicht geschrieben und dieses wurde ich für den Tag auch nicht mehr los. Das Starten mit Marley und dieses grandiose Ergebnis waren ein sehr guter Trost dafür, dass ich dieses Jahr nicht mit Rosa antreten konnte.

Fazit

Es war erneut ein tolles StrongDog-Event und ich freue mich schon auf die nächsten Starts und hoffe natürlich, dass Rosa bis dahin wieder 100% fit ist. Wie immer war alles sehr gut organisiert und stimmig. Für das leibliche Wohl war sehr gut gesorgt und auch ein paar Stände luden zum Bummeln ein. Vor allem vom Bubeck-Stand war Rosa schwer begeistert, da es dort einen All you can eat-Napf gab, welchen die Hunde stürmten. Außerdem gab es günstige Angebote, sodass wir voll beladen nach Hause zurückkehrten.

Ich hatte zudem die Chance „alte Bekannte“ zu treffen. Annick als Organisatorin, Frau Dr. Jette Schönig, Karsten als Mann hinter der Kamera, Carina, die mit ihrem Huutsch gestartet ist, Britta samt Mann und Hündin Emily, die 2018 mit mir bei Camp Canis startet, die Breathless Hunters u.v.m.

Danke an Franzi und Katha – das Wochenende mit euch war der Hit. Sorry, dass Marley uns auf Treppchen gezogen hat und ihr so lange mit uns auf die Siegerehrung warten musstet. Es war eine geile Zeit mit euch, dennoch war ich froh über die erste ruhige Nacht danach. 2019 steht hoffentlich!

Nur meinen Muskeln danke ich nicht – ich kann mich nämlich kaum mehr rühren und mir tut ALLES weh! Mit denen muss ich noch ein ernstes Wörtchen reden…

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

2 Antworten auf „StrongDog wild & dirty NORTH 2018“

  1. Ein Irre schöner Text und mit einem Schmunzeln im Gesicht kann ich mir die Bilder der fliegenden Franzi richtig gut vorstellen ohne dabei gewesen zu sein. Herrlich! Freue mich schon wahnsinnig auf Hoope 2019 und bin dankbar in deinem Samstagsteam als Anfänger starten zu dürfen.

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