Westerwald Dogtours

Was war ich euphorisch! Anfang September entstand die Idee, mit mehreren Freundinnen ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Wir wollten wandern und eine tolle Zeit haben – so der Plan. Recht schnell hatte ich auch vier Gleichgesinnte gefunden, die für diesen Spaß zu haben waren. Ich recherchierte, organisierte und buchte wenig später eine Ferienwohnung in der die Mitnahme von sieben Hunden erlaubt war. Es sollte ein Wochenende voller Natur, Erlebnissen und natürlich mit unseren Hunden im Westerwald werden, einer Region, die viele Wandermöglichkeiten bietet. Doch dann kam alles anders.

Ja – Nein – Vielleicht

So sehr ich mich über die Teilnehmer freute, umso enttäuschter war ich, dass sie der Reihe nach absprangen. Einmal war die Arbeit schuld, ein andern Mal ein vergessener Termin und bei der Dritten die Gesundheit. Ich gestehe, dass meine Motivation dadurch einen ziemlichen Dämpfer bekommen hatte. Ich musste nicht nur ständig die Buchung anpassen, sondern verlor für das Wochenende liebe Personen, die ich gerne dabei gehabt hätte. Dazu kam, dass Rosas Gesundheit weiterhin Fragen aufwarf, sodass ich mich bei den Streckenlängen nicht festlegen wollte. Nicht die beste Ausgangssituation. Noch dazu hatte ich zwei Tage vor Abfahrt eine dramatische Pferde-Rettungsaktion erlebt, die meinen Zeitplan ordentlich durcheinander gebracht hatte. Es ging später los als angedacht und weitaus weniger entspannt.

Letztendlich erreichten wir aber die Ferienwohnung gesund und munter und hatten trotzdem nette Begleiterinnen dabei: von Anfang an mit eingeplant waren Anni und Alex von Hund im Gepäck und kurzfristig – aber vollkommen motiviert – war dann noch Christin mit ihren Hunden Herbie und Frieda eingesprungen. So waren wir letztendlich drei Erwachsene und vier Hunde.

Die Unterkunft

Wenn ich irgendwo einen (Kurz-) Urlaub verbringe und für die Buchung zuständig bin, setze ich alles daran, dass die Unterkunft schön gemütlich ist. Allerdings stellte es eine ziemliche Herausforderung dar, eine Ferienwohnung mit so vielen erlaubten Hunden zu finden! Zumindest dachte ich das, fand dann aber das Portal „Ferien mit! Hund“ mit einer genialen Suchmaske, bei der man direkt „mehr als 2 Hunde“ eingeben kann. Ich suchte zeitgleich nach einer Ferienwohnung und einer passenden Region und fand schließlich das Westerwald Ferienhaus in Dierdorf.

Für vier Personen und vier Hunde bezahlten wir 378,- EUR für drei Nächte. Also pro Person und Nacht 31,50 EUR. Darin enthalten waren Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, Heiz- und Stromkosten.

Die Unterkunft hält genau das, was die Bilder versprechen: die Wohnung ist hell und gemütlich, alle Räume sind sehr großzügig, sodass man sich nicht im Wege ist, in der Küche fehlt es an nichts, alles war sauber, es gibt einen Staubsauger (bei vier Hunden notwendig!) und wir haben uns sehr wohl gefühlt. Jeder hatte seinen eigenen Schlafplatz und der Kontakt zu den Vermietern war sehr nett und freundlich. Rundum perfekt!

Die Region

Wie bereits erwähnt suchte ich deutschlandweit nach einer Unterkunft. Sobald eine in der engeren Auswahl war, checkte ich die Wandermöglichkeiten der Umgebung. Außerdem sollten alle Teilnehmer eine ähnlich lange Anfahrt haben. Im Westerwald fand ich, was ich gesucht hatte. Der Westerwald ist ein Mittelgebirge und erstreckt sich über Nordrhein-Westfalen, Hessen und – wo wir wohnten – Rheinland-Pfalz. Seine höchste Erhebung ist die Fuchskaute auf 657,3 m ü. NHN und die Wanderer unter uns können sich zum Beispiel auf dem 225 km langen WesterwaldSteig vergnügen oder dazugehörige Erlebnisschleifen ablaufen. Auch der Rothaarsteig (156,8 km) verläuft teilweise durch den Westerwald. Informationen zum Wandern finden sich hier.

Die Wanderungen

Insgesamt drei Wanderungen machten wir an dem Ausflugswochenende. Diese möchte ich hier kurz samt komoot-Karte vorstellen:


Unsere erste Wanderung führte uns von der Fuchskaute entlang der Erlebnisschleife „Fuchsbau, Artnika und Bergeshöhe“. Das Wetter war bombastisch und die Sonne bescherte uns wundervolle Lichtspiele durch die Bäume. Es gab teils schöne Weitblicke über die Region und obwohl es viel durch den Wald ging, war der Weg sehr abwechslungsreich. Leider verliefen wir uns an einer Stelle, sodass wir nicht direkt am Heisterberger Weiher vorbei kamen. Halb so schlimm! Einen echten Minuspunkt gab es nur für das Restaurant Fuchskaute, da dort keine Hunde erlaubt waren. Dabei wäre dies der perfekte Ort für eine Einkehr gewesen.

Wir besuchten stattdessen das Café Windlück, für welches ich eine klare Empfehlung ausspreche! Hier gab es leeeckere heiße weiße Schokolade und ebenso leckere Torte. Die Atmosphäre war zudem sehr gemütlich. Leider öffnet das Café erst im Januar wieder.


Die zweite Wanderung hielt weniger perfektes Wetter bereit: tief hingen die Wolken, durch die wir liefen. Wir folgten keiner expliziten Erlebnisschleife, sondern vertrauten einer Empfehlung von komoot. Zwischen den Ortschaften Gemünden und Seck passierten wir die Holzbachschlucht – sicherlich das Highlight der Tour. Eine Einkehr in ein Restaurant, welches wohl zum Campingplatz gehört, war erneut nicht möglich, da  keine Hunde erlaubt waren. Schade! Zum Ende hin zog sich die Tour ein wenig.

Da wir so begeistert vom Café Windlück gewesen sind, fuhren wir im Anschluss erneut nach Rehe, um heiße Schokolade zu trinken und Torte zu essen. Ein Besuch dort wird beim nächsten Westerwald-Aufenthalt definitiv wieder eingeplant!


Am letzten Tag wanderten wir ohne Anni und Alex, dafür aber in Begleitung der Törfelinos, ab Atzelgift eine knapp 9 km lange Runde. Einerseits war das Wetter wieder besser, andererseits bot die Tour echte Highlights: eine alte Brücke in Limbach, die Limbach-Klamm, der Aussichtspunkt „Hohe Ley“, das Dachschieferbergwerk ASSBERG (selbstverständlich ist Rosa die 30 Stufen runter und wieder rauf geklettert) und die Abtei Marienstatt. Eine tolle Runde.

Um den Sonntag und somit das ganze Wochenende gemütlich ausklingen zu lassen, fuhren wir noch in den Ort Hachenburg und kehrten dort in das „Café de Paris“ ein. Dieses ist wirklich sehr urig und der ofenwarme Mandel-Butterkuchen mit Bourbon-Vanilleeis war wirklich sehr, sehr lecker!

Das Fazit

„Vollkommen anders als erwartet.“ So lief das Wochenende ab. Und ja, das enttäuscht mich ein wenig, hatte ich mir im Vorfeld so viele schöne Gedanken gemacht. In meiner Fantasie hatte es mehr Achtsamkeit und weniger Handy gegeben. In der Realität habe ich die Wandertouren „auf die Schnelle“ nachts rausgesucht, anstatt mich ausreichend vorzubereiten. Doch war das Wochenende deswegen enttäuschend?

Nein! Anni, Christin und ich haben wirklich etwas Wundervolles daraus gemacht. Von der restlichen Planung ist das Wochenende super gelaufen. Ich hatte mich um die komplette Verpflegung gekümmert und bis auf Prosecco, den wir nachkaufen mussten, hatte es uns an nichts gefehlt. Ich bekochte meine Freundinnen mit Vietnamesischem Rindfleisch, Raclette und Hühnchen mit Ofengemüse und Knoblauch-Joghurt-Soße, der Frühstückstisch war reichlich gedeckt und die beiden mussten sich um nichts weiter kümmern.

Das Schönste war wohl das abendliche Zusammensitzen bei Radler und Prosecco und das ausgiebige Spielen von Gesellschaftsspielen. Das Kartenspiel „Hanabi“ hat uns dabei wohl die meisten Nerven gekostet, doch wir hatten jede Menge Spaß. Anni, Christin – danke, dass ihr euch auf das Abenteuer Westerwald mit Rosa, mir und den weltoffenen Ninja-Turtles eingelassen habt. Nächstes Mal steht alles unter einem besseren Stern!

••• Du folgst uns noch nicht auf Facebook? •••
Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.