[Produkttest] Buch: „Frauchens Glücksjournal“ von C. Hollweg

 

2018 hielt ich mit dem 6-Minuten-Tagebuch erstmals ein Buch in der Hand, welches durch tägliche rituelle Selbstreflexion mehr Lebensfreude und Motivation, Fortschritt und persönliches Wachstum, Struktur und Klarheit und vor allem weniger Stress und Negativität in meinen Alltag bringen sollte. Da das Prinzip so gut bei mir funktionierte, wünschte ich mir sehr, dass es so etwas auch für das Zusammenleben mit Hunden gäbe. Die Schweizerin Clara Hollweg hatte die gleiche Idee und so entstand „Frauchens Glücksjournal“, von welchem ich vom KOSMOS Verlag ein Rezensionsexemplar bekommen habe. Ob ich dadurch zusammen mit Rosa und Kala gewachsen bin, lest ihr am Ende.

Das Buch „Frauchens Glücksjournal“ von Clara Hollweg wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag stellt dennoch meine objektive Meinung dar.

Produktinformation

„Dieses Tagebuch ist einmalig: Wunderschön gestaltet und voller praktischer Tipps. Ein Theorieteil hilft, die eigenen Morgen- und Abendroutinen (mit dem Hund) aufzubauen, sich seine ganz persönlichen Genuss-Inseln zu erarbeiten und zeigt auf, wie man Zeitdieben das Handwerk legt.
Das Kalendarium bietet viel Platz für die täglichen Wau-Momente mit der geliebten Fellnase. Zitate regen zum Nachdenken an und inspirieren, eigene Gedanken und Gefühle zu notieren. Glücks-Tipps zeigen, wie man durch Achtsamkeit und Dankbarkeit die Beziehung zum Hund noch weiter vertieft. Und das natürlich so, dass die Tipps leicht im Alltag umsetzbar sind. Durch das Notieren der schönsten Momente wird jede Hundehalterin zur Autorin, die an ihrer ganz persönlichen Glücks-Sammlung mit ihrem Hund schreibt.
Ein bezauberndes Journal für Hundehalterinnen, die die Zeit mit Ihrem Hund wieder mehr genießen möchten.“

Quelle: KOSMOS Verlag

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten.
Verlag: KOSMOS Verlag; Auflage 1 (2021).
Preis: EUR 24,00.

Der Aufbau

Nach einer Seite auf welcher festgehalten werden kann, wem das Buch gehört, startet das Glücksjournal mit dem Zitat eines unbekannten Verfassers, welches mich direkt zum Lächeln brachte: „Das Glück steht jeden Tag wedelnd vor dir.“ Weiter geht es mit einer freundlichen Einleitung von Clara und schon hier zeigt sich, dass wertvolle Tipps farblich abgehoben an den Rand geschrieben stehen, um diese leicht wiederzufinden. Die Autorin klärt den Tagebuchschreiber über Themen wie die Zeit, Morgen- und Abendroutinen oder sogenannte „Wau-Momente“ auf und lädt gleichzeitig ein, erste eigene Ideen zu entwickeln, wie „Genuss-Zeit“ mit dem Hund – aber auch ganz alleine für sich – aussehen kann. Im Anschluss kann man sich noch seine Zeitdiebe bewusst machen (bei mir vor allem Social Media) und direkt Lösungsstrategien entwickeln. Im nächsten Abschnitt wird die Funktionsweise des Glücksjournals erklärt und dann kann es auch schon losgehen.

Jede Woche startet mit „Meine Glückstermine diese Woche“ – eine Wochenübersicht samt der Möglichkeit, ein Gute-Laune-Barometer zu führen. Die Ziele/Ideen/Gewohnheiten der Woche finden Platz und ebenso das Wochenhighlight, auf welches man sich besonders freut. Die Doppelseite ist übersichtlich gestaltet und gibt somit eine erste Struktur.

Es folgen je eine Seite für jeden Wochentag. Am äußeren Rand wird jeweils an die Morgen- und Abendroutine erinnert, es gibt einen speziellen Glücks-Booster pro Tag (z.B. „Schalte dein Handy heute auf deinem Spaziergang aus oder in den Flug-Modus.“) und es bleiben einige Zeilen für eigene Notizen. Den größten Teil der Seite machen aber die Genuss-Zeit, der Wau-Moment und das Kleine Training aus. Morgens überlegt man sich, was man sich und seinem Hund an diesem Tag Gutes tun möchte. Abends reflektiert man, welcher Moment mit dem Hund einen besonders glücklich und was der Hund besonders toll gemacht hat. Unter „Kleines Training“ kann man in eine Uhr einzeichnen, wie viele Trainingsminuten man absolviert hat und daneben notieren, was geübt wurde.

Am Ende der Woche folgt noch eine Wochenreflexion: was war der liebste Wau-Moment? Was möchte man in der nächsten Woche anders machen? Wie viel Prozent war man glücklich mit der gemeinsamen Zeit? Und welches ist das Trainingsziel für die kommende Woche? Einen Abschluss bildet erneut ein Zitat, ehe die nächste Woche startet.

Das Layout

Auch bei „Frauchens Glücksjournal“ zeigt sich die qualitativ hochwertige Verarbeitung, wie man sie vom KOSMOS Verlag kennt. Das Hardcover hat einen Umschlag aus Leinen, die Schrift glitzert golden und eine Leselitze hilft dem Nutzer, immer schnell die aktuelle Seite zu finden. Es gibt zwar kein Inhaltsverzeichnis, aber nachdem man die Einleitung gelesen und mit dem Tagebuch losgelegt hat, benötigt man so etwas nicht wirklich.

Die im Buch benutzten Schriftarten sind sehr ansprechend und ich persönlich hatte ausreichend Platz, um meine Gedanken und Erlebnisse niederzuschreiben. Es benötigt nicht mehr als einen Blick, um sich auf den Seiten zurechtzufinden. Die Wochenreflexion hebt sich farblich deutlich von den einzelnen Tagen ab, sodass man auch durch leichtes Durchblättern schnell die Seite findet, auf der man sich gerade befindet.

Eine Leseprobe des Glücksjournals findet ihr hier.

Gedanken zum Glücksjournal

Das Buch ist rosa und fürs „Frauchen“ – da werden natürlich direkt einige Klischees bedient. In der Produktbeschreibung heißt es zudem, dass es ein „[b]ezauberndes Tagebuch für Hundehalterinnen“ ist. Ich hätte mir das Ganze etwas geschlechtsgerechter gewünscht. Gleichzeitig gefällt mir der Begriff „Frauchen“ nicht so, immerhin bin ich dies genauso wenig, wie Rosa und Kala meine Hündchen sind.

Mehrhundehalter haben das Problem, dass sich das Tagebuch auf genau einen Hund bezieht. Hier wäre es schön, auch die Mehrhundehalter anzusprechen. Ich habe für mich die Lösung gefunden, dass ich so klein geschrieben habe, dass ich das Buch für beide Hunde individuell ausfüllen konnte.

Die Routinen habe ich ganz schnell in meinen Alltag integriert: unter anderem verlasse ich das Haus nicht mehr, ohne jedem Hund einzeln „Tschüss“ gesagt zu haben. Genauso vergeht kein Abend, an dem ich den Hunden nicht eine gute Nacht wünsche. Ich habe mich immer gefreut, morgens direkt den Glücks-Booster zu lesen – die Aufgabe des Tages. Hier fand ich immer wieder nette Ideen, die sich schnell und einfach umsetzen ließen und die Hunde glücklich machten („Lass deinen Hund eine Handvoll Leckerchen in der Wiese suchen. Beobachte ihn dabei.“). Nur selten schrieb ich mir Notizen auf.

Die Planung des Tages fiel mir etwas schwer, da mein Alltag oft spontan ist, und oft vergaß ich, was ich mir für mich und/oder die Hunde vorgenommen hatte. Dahingegen gab es immer einen Wau-Moment, den ich mir abends notierte. Wenn ich dann am Wochenende die Woche reflektierte, wurde mir erst richtig bewusst, was für geniale Momente ich mit den Hunden gehabt habe. Das gab mir direkt Aufschwung für die neue Woche.

Das Gebiet „Kleines Training“ hingegen ließ ich komplett weg, da ich mit den Hunden nach dem Stopkonzept lebe und somit nichts trainiert wird. Für Menschen, die mit ihren Hunden jedoch irgendwelche Hundesportarten verfolgen oder Tricks einstudieren, mag dies ein sinnvolles Element zu sein.

Das Fazit

Wie schon das 6-Minuten-Tagebuch hat es nun auch „Frauchens Glücksjournal“ geschafft, mir mehr Positivität in den Alltag mit meinen Hunden zu bringen. In der persönlichen Entwicklung mit der jüngsten Hündin Kala gab es einige Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass wir keine Fortschritte machen und auf der Stelle treten. Besonders die Wochenreflektion und die damit verbundene Auswertung der Wau-Momente halfen mir zu erkennen, dass wir schon viel gemeinsam erreicht haben.

Auch wenn ich das Kalendarium wenig genutzt habe, so war die Seite mit dem Gute-Laune-Barometer doch wertvoll: wenn man erkennt, wie viele Marker auf dem fröhlichen Smiley gelandet sind, kann man sich wirklich glücklich schätzen. Und auch wenn mich meine Hunde ohnehin meistens glücklich machen: durch die Booster erlebt man tatsächlich noch einmal mehr Glückszeit mit dem Hund.

Wie bereits erwähnt ist der Titel meiner Meinung nach nicht ganz so glücklich gewählt und Mehrhundehalter müssen sich mit der Formulierung „dein Hund“ anstelle von „deine Hunde“ arrangieren, doch wenn man über diese Kleinigkeiten hinweg sieht, hat man ein tolles Werkzeug an der Hand, die Zeit mit dem/den Hund/en noch schöner zu gestalten.

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