Camp Canis – Vol. 6.0 Nearly lost Hoope

Donna Luettjen Photography

Es sollte Rosas und mein sechster Start bei Camp Canis unter den üblichen Konditionen werden – ich suchte verrückte Hundemenschen, die der Meinung waren: „Schaff ich nicht! Mach ich nicht! Ich bin doch nicht wahnsinnig!“ Gemeinsam mit diesen wollte ich an den Start gehen. Und natürlich mit Rosa, meiner spanischen Schlittenhündin. Allerdings hieß es Anfang des Jahres plötzlich, dass ich sie nicht mehr im Zughundesport führen dürfe. Sollte dies das Aus für Hoope sein?

Aber zurück zum Anfang: im Oktober juckte es wieder in den Fingern – meine Lutumphilie meldete sich. Diese Liebe zum Schlamm lässt sich nur behandeln, indem man sich gleich für mehrere Camp Canis-Events auf einmal anmeldet. Somit startete ich eine weitere Teamsuche und beendete diese noch am gleichen Abend. Zwei Teams für Hoope und ein Team für die Wingst waren gesetzt. Bei WhatsApp entstanden drei neue Gruppen und stellten mich vor die Herausforderung, zig neue Namen von Hunden und Menschen zu lernen und zu begreifen, wer in welches Team gehört. Nie zuvor fiel es mir schwerer, alles unter einen Hut zu bringen. Ich werde halt auch nicht jünger!

Erneut als Teamleaderin fungieren zu können, erfüllte mich mit Freude. Insgesamt fünfmal war ich 2018 mit Rosa bei Camp Canis gestartet: in Hoope mit den „Viatores Mundi“ (Weltenbummler), einmal in der Wingst mit „Polaris Crux“ (Polarstern & Kreuz des Südens), einmal mit den „Canes Lutulenti“ (Dreckige Hunde), einmal im Hunsrück mit „Canini Matschgenuss“ und am anderen Tag mit den „Canes Törfelino“ . Dass ich lustige Teams zusammenwürfel und diesen lateinische Namen gebe, hat sich längst rumgesprochen. So soll das sein! [Hier geht’s zum Blogbeitrag!]

Dann kam aber der Tag, an dem mir der Tierarzt jegliche Hoffnung auf einen Camp Canis-Start nahm. Ich erinnere mich, wie ich heulend im Auto saß und meine Teams scheu machte, dass sie ohne mich zurechtkommen müssten. So cool die Events mit dem ganzen Drumherum auch sind und so Leid es mir für alle tat: ich wollte auf keinen Fall nur traurig vom Rand aus zuschauen und hatte schon fast beschlossen, nicht nach Hoope zu fahren. Und so ließ ich meine Teamleader-Fähigkeiten mehr als je zuvor schleifen und konzentrierte mich weiterhin voll und ganz auf Rosa. Die kompetente Sporthundephysiotherapeutin Britta Reiland entflammte schließlich einen neuen Hoffnungsschimmer: vielleicht würde Rosa erst einmal pausieren müssen, doch das Aus für unsere sportlichen Aktivitäten sah sie nicht!

YAY!!!

Wir waren also wieder mit dabei. Anders als ursprünglich geplant und getreu dem Camp Canis-Motto: Never lose Hoope. Das Team für Samstag, „Luto Caelis Est“ (Schlamm ist mein Himmel), musste ohne mich zurecht kommen – stattdessen feuerte ich sie und alle anderen, die den Trail rockten, lauthals als Streckenposten an. Dem Team für Sonntag, „Canes Insani“ (Verrückte Hunde), blieb ich jedoch weiterhin erhalten und startete mit Hündin Alissa. Bis zum letzten Tag blieb spannend, wer mit wem starten würde, denn noch Samstagabend ließ ein Hexenschuss eine traurige Lücke im Team entstehen, die jedoch würdig geschlossen wurde.

Das anstrengende Leben eines Camp Canis Crew Mitglieds

Samstag fungierten Rosa und ich also als Helfer. Organisatorin Melanie positionierte uns an einem eher unspektakulären Hindernis, weil sie der Meinung war, ich würde dort für Stimmung sorgen können. Challenge accepted! Rosa und ich richteten uns also ein und ich verbrachte den Tag brüllend an einem Abhang und schickte ein Team nach dem anderen zum Schwimmen in diverse Matschpfützen. Sorry, Teams, ich habe vergessen zu erwähnen, dass der ein oder andere Rüde genau dort pullern musste… Zwischendurch kam uns immer mal wieder jemand besuchen und brachte Haribos, Kaffee oder Pommes, sodass der Tag letztendlich recht schnell verflog. Ich kann es nur empfehlen, einen Tag als Teil der Crew dabei zu sein: es gibt gratis Essen, Trinken UND ein Ticket für ein Camp Canis Event. Ja und eventuell auch etwas Heiserkeit.

Am Sonntag durfte ich dann endlich meine Lutumphilie stillen und beweisen, dass ich eine echte Modderschnauze bin. Nach erfolgreichem Vet Check und Check-In mit Alissa bereiteten wir uns für den Start vor. Ich glaube wir waren das einzige Team, das schon absolut matschig an der Startlinie stand, da die Teamleaderin der Meinung war, zum echten Aufwärmen gehöre dazu, dass man schon durch diverse Pfützen im Warm Up-Bereich hüpft… Die Euphorie stieg, eine Horde an Freunden feuerte uns vom Rand aus an und dann konnten wir endlich auf den Trail. Es war geil!

Hikdography – Hiking Dogs Photography – by Dennis Kopatz

Alissa, die als Vertretung für Rosa eingesprungen war, machte ihren Job echt toll. Am ersten Hindernis musste ich das Tempo rausnehmen, weil sie leichte Unsicherheiten zeigte, doch als Nadine mit Bona vor uns war, folgte auch Ali und gab danach Gas. Auch alle anderen Mensch-Hund-Teams bewältigten die Aufgaben hervorragend und als besonders positiv ist mir im Gedächtnis geblieben, dass ich selten ein so „enges“ Team erlebt habe, das von Anfang bis Ende so nah beieinander lief. Ali war echt süß, weil sie sich mit mir oft nach vorne kämpfte, dann aber checken musste, ob Nadine und Bona auch wirklich folgten, um dann wieder im Vollspeed nach vorne zu preschen.

Jedes einzelne Teammitglied kann wahnsinnig stolz auf das sein, was es zusammen mit seinem caninen Partner geschafft hat. Es ist immer wieder erstaunlich, was sich zwischen ihnen bei so einem Lauf entwickelt. Bei Alissa habe ich das vor allem an den Gummibooten bemerkt, als sie etwas ängstlich davor stand und Nadine sie schon von einem Boot ins andere heben wollte. Das war aber gar nicht nötig: ein klein wenig guter Zuspruch, etwas Ruhe und schon traute sich Ali alleine über das aufregende Hindernis.

kk-dogfotos Karsten Kröger

Der Lutumphilie vollen Tribut zollend, war meine persönliche Mission im Hoope Park, jede. einzelne. Matschpfütze. mitzunehmen. Kein Wunder, dass ich schon nach der Hälfte der Zeit vollkommen durchgefroren war und selbst Hampelmänner nur noch wenig Linderung verschafften. Meine absolute Leidensgenossin war Stephie, die mit Enki zusammen ebenfalls durch den tiefen Teich geschwommen war. Bei 10° C Lufttemperatur, im Schatten und bei Wind darf man aber auch kein Karibik-Feeling erwarten. Bei keinem anderen Lauf kam ich so schlotternd ins Ziel wie bei diesem! Obwohl ich wieder meine mobile Dusche mit warmen Wasser dabei hatte, knickte ich ein und musste heiß duschen gehen. Ich war so unterkühlt, dass ich nicht einmal mehr den Auslöser auf meinem Smartphone drücken konnte, um ein Selfie zu machen. Meine Zehen waren nicht mehr durchblutet und die Füße hatten blau-lila Flecken – als hätte mein Körper bereits mit dem Leben abgeschlossen. An dieser Stelle noch einmal Danke an die Frau, die mich ganz selbstverständlich mit unter die Dusche gelassen hat!

Anschließend konnte ich bei einem heißen Kakao und leckerem Essen das Wochenende mit meinen Freunden ausklingen lassen. Es war perfekt! Melanie Knies und das gesamte Camp Canis Team haben mal wieder verdeutlicht, warum diese Eventreihe mein absoluter Favorit ist. Ja, vielleicht klingt es kitschig, aber mittlerweile ist eine richtige Familie entstanden und neben den Luto Caelis Est und den Canes Insani war es toll, so viele „Ehemalige“ zu treffen (Anni, Franzi, Christin, Kerstin und Nicole), bekannte Gesichter wiederzusehen (vor allem auch meinen Lieblings-Zombie-Fotografen Karsten!), neue Freunde zu gewinnen (Natassja – nächstes Mal schicken wir die Hexe in den Ofen!) und Teil eines UNIVERSUMS zu sein. Irgendwann erfülle ich mir den Wunsch eines großen Gruppenfotos mit den vielen Verrückten, welche diese Events für mich einzigartig machen.

[Hier folgt bald noch ein tolles Bild! 🙂 ]

Besonderen Dank an dieser Stelle auch noch an Kaja von Tales & Tails für das Sponsoring [Werbung]. Sie hat nicht nur dafür gesorgt, dass beide Teams mit tollen T-Shirts ausgestattet wurden, sie hat auch ein ganzes Paket Leckerlis für die Starter springen lassen. Natürlich hat Rosa als eigentliche Teamleaderin auch etwas davon abbekommen. Vielleicht auch etwas mehr.

I nearly lost Hoope – aber ich habe die Hoffnung doch wiedergefunden. Zusammen mit ultratollen Menschen und ihren megagenialen Hunden habe ich ein fantastisches Wochenende verbracht und freue mich jetzt schon auf die Wingst im September. Natürlich ist mein allergrößter Wunsch, dass ich dann wieder mit Rosa, meiner Versicherung auf dem Trail, an den Start gehen kann, weil es mit dem eigenen Hund eben doch am Schönsten ist und ich ohne Rosa eben nur die halbe Zissi bin. Bis dahin erfreue ich mich, mit Momenten voller Glückshormonen, an den stolzen Berichten und grandiosen Fotos meiner Teamkolleginnen.

Sabine & Leo, Paula & Lotta, Zissi & Alissa, Nadine & Finley, Nadine & Bona, Stephie & Enki
kk-dogfotos Karsten Kröger

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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