Camp Canis – Vol. 6.0 Nearly lost Hoope

Donna Luettjen Photography

Es sollte Rosas und mein sechster Start bei Camp Canis unter den üblichen Konditionen werden – ich suchte verrückte Hundemenschen, die der Meinung waren: „Schaff ich nicht! Mach ich nicht! Ich bin doch nicht wahnsinnig!“ Gemeinsam mit diesen wollte ich an den Start gehen. Und natürlich mit Rosa, meiner spanischen Schlittenhündin. Allerdings hieß es Anfang des Jahres plötzlich, dass ich sie nicht mehr im Zughundesport führen dürfe. Sollte dies das Aus für Hoope sein?

Aber zurück zum Anfang: im Oktober juckte es wieder in den Fingern – meine Lutumphilie meldete sich. Diese Liebe zum Schlamm lässt sich nur behandeln, indem man sich gleich für mehrere Camp Canis-Events auf einmal anmeldet. Somit startete ich eine weitere Teamsuche und beendete diese noch am gleichen Abend. Zwei Teams für Hoope und ein Team für die Wingst waren gesetzt. Bei WhatsApp entstanden drei neue Gruppen und stellten mich vor die Herausforderung, zig neue Namen von Hunden und Menschen zu lernen und zu begreifen, wer in welches Team gehört. Nie zuvor fiel es mir schwerer, alles unter einen Hut zu bringen. Ich werde halt auch nicht jünger!

Erneut als Teamleaderin fungieren zu können, erfüllte mich mit Freude. Insgesamt fünfmal war ich 2018 mit Rosa bei Camp Canis gestartet: in Hoope mit den „Viatores Mundi“ (Weltenbummler), einmal in der Wingst mit „Polaris Crux“ (Polarstern & Kreuz des Südens), einmal mit den „Canes Lutulenti“ (Dreckige Hunde), einmal im Hunsrück mit „Canini Matschgenuss“ und am anderen Tag mit den „Canes Törfelino“ . Dass ich lustige Teams zusammenwürfel und diesen lateinische Namen gebe, hat sich längst rumgesprochen. So soll das sein! [Hier geht’s zum Blogbeitrag!]

Dann kam aber der Tag, an dem mir der Tierarzt jegliche Hoffnung auf einen Camp Canis-Start nahm. Ich erinnere mich, wie ich heulend im Auto saß und meine Teams scheu machte, dass sie ohne mich zurechtkommen müssten. So cool die Events mit dem ganzen Drumherum auch sind und so Leid es mir für alle tat: ich wollte auf keinen Fall nur traurig vom Rand aus zuschauen und hatte schon fast beschlossen, nicht nach Hoope zu fahren. Und so ließ ich meine Teamleader-Fähigkeiten mehr als je zuvor schleifen und konzentrierte mich weiterhin voll und ganz auf Rosa. Die kompetente Sporthundephysiotherapeutin Britta Reiland entflammte schließlich einen neuen Hoffnungsschimmer: vielleicht würde Rosa erst einmal pausieren müssen, doch das Aus für unsere sportlichen Aktivitäten sah sie nicht!

YAY!!!

Wir waren also wieder mit dabei. Anders als ursprünglich geplant und getreu dem Camp Canis-Motto: Never lose Hoope. Das Team für Samstag, „Luto Caelis Est“ (Schlamm ist mein Himmel), musste ohne mich zurecht kommen – stattdessen feuerte ich sie und alle anderen, die den Trail rockten, lauthals als Streckenposten an. Dem Team für Sonntag, „Canes Insani“ (Verrückte Hunde), blieb ich jedoch weiterhin erhalten und startete mit Hündin Alissa. Bis zum letzten Tag blieb spannend, wer mit wem starten würde, denn noch Samstagabend ließ ein Hexenschuss eine traurige Lücke im Team entstehen, die jedoch würdig geschlossen wurde.

Das anstrengende Leben eines Camp Canis Crew Mitglieds

Samstag fungierten Rosa und ich also als Helfer. Organisatorin Melanie positionierte uns an einem eher unspektakulären Hindernis, weil sie der Meinung war, ich würde dort für Stimmung sorgen können. Challenge accepted! Rosa und ich richteten uns also ein und ich verbrachte den Tag brüllend an einem Abhang und schickte ein Team nach dem anderen zum Schwimmen in diverse Matschpfützen. Sorry, Teams, ich habe vergessen zu erwähnen, dass der ein oder andere Rüde genau dort pullern musste… Zwischendurch kam uns immer mal wieder jemand besuchen und brachte Haribos, Kaffee oder Pommes, sodass der Tag letztendlich recht schnell verflog. Ich kann es nur empfehlen, einen Tag als Teil der Crew dabei zu sein: es gibt gratis Essen, Trinken UND ein Ticket für ein Camp Canis Event. Ja und eventuell auch etwas Heiserkeit.

Am Sonntag durfte ich dann endlich meine Lutumphilie stillen und beweisen, dass ich eine echte Modderschnauze bin. Nach erfolgreichem Vet Check und Check-In mit Alissa bereiteten wir uns für den Start vor. Ich glaube wir waren das einzige Team, das schon absolut matschig an der Startlinie stand, da die Teamleaderin der Meinung war, zum echten Aufwärmen gehöre dazu, dass man schon durch diverse Pfützen im Warm Up-Bereich hüpft… Die Euphorie stieg, eine Horde an Freunden feuerte uns vom Rand aus an und dann konnten wir endlich auf den Trail. Es war geil!

Hikdography – Hiking Dogs Photography – by Dennis Kopatz

Alissa, die als Vertretung für Rosa eingesprungen war, machte ihren Job echt toll. Am ersten Hindernis musste ich das Tempo rausnehmen, weil sie leichte Unsicherheiten zeigte, doch als Nadine mit Bona vor uns war, folgte auch Ali und gab danach Gas. Auch alle anderen Mensch-Hund-Teams bewältigten die Aufgaben hervorragend und als besonders positiv ist mir im Gedächtnis geblieben, dass ich selten ein so „enges“ Team erlebt habe, das von Anfang bis Ende so nah beieinander lief. Ali war echt süß, weil sie sich mit mir oft nach vorne kämpfte, dann aber checken musste, ob Nadine und Bona auch wirklich folgten, um dann wieder im Vollspeed nach vorne zu preschen.

Jedes einzelne Teammitglied kann wahnsinnig stolz auf das sein, was es zusammen mit seinem caninen Partner geschafft hat. Es ist immer wieder erstaunlich, was sich zwischen ihnen bei so einem Lauf entwickelt. Bei Alissa habe ich das vor allem an den Gummibooten bemerkt, als sie etwas ängstlich davor stand und Nadine sie schon von einem Boot ins andere heben wollte. Das war aber gar nicht nötig: ein klein wenig guter Zuspruch, etwas Ruhe und schon traute sich Ali alleine über das aufregende Hindernis.

kk-dogfotos Karsten Kröger

Der Lutumphilie vollen Tribut zollend, war meine persönliche Mission im Hoope Park, jede. einzelne. Matschpfütze. mitzunehmen. Kein Wunder, dass ich schon nach der Hälfte der Zeit vollkommen durchgefroren war und selbst Hampelmänner nur noch wenig Linderung verschafften. Meine absolute Leidensgenossin war Stephie, die mit Enki zusammen ebenfalls durch den tiefen Teich geschwommen war. Bei 10° C Lufttemperatur, im Schatten und bei Wind darf man aber auch kein Karibik-Feeling erwarten. Bei keinem anderen Lauf kam ich so schlotternd ins Ziel wie bei diesem! Obwohl ich wieder meine mobile Dusche mit warmen Wasser dabei hatte, knickte ich ein und musste heiß duschen gehen. Ich war so unterkühlt, dass ich nicht einmal mehr den Auslöser auf meinem Smartphone drücken konnte, um ein Selfie zu machen. Meine Zehen waren nicht mehr durchblutet und die Füße hatten blau-lila Flecken – als hätte mein Körper bereits mit dem Leben abgeschlossen. An dieser Stelle noch einmal Danke an die Frau, die mich ganz selbstverständlich mit unter die Dusche gelassen hat!

Anschließend konnte ich bei einem heißen Kakao und leckerem Essen das Wochenende mit meinen Freunden ausklingen lassen. Es war perfekt! Melanie Knies und das gesamte Camp Canis Team haben mal wieder verdeutlicht, warum diese Eventreihe mein absoluter Favorit ist. Ja, vielleicht klingt es kitschig, aber mittlerweile ist eine richtige Familie entstanden und neben den Luto Caelis Est und den Canes Insani war es toll, so viele „Ehemalige“ zu treffen (Anni, Franzi, Christin, Kerstin und Nicole), bekannte Gesichter wiederzusehen (vor allem auch meinen Lieblings-Zombie-Fotografen Karsten!), neue Freunde zu gewinnen (Natassja – nächstes Mal schicken wir die Hexe in den Ofen!) und Teil eines UNIVERSUMS zu sein. Irgendwann erfülle ich mir den Wunsch eines großen Gruppenfotos mit den vielen Verrückten, welche diese Events für mich einzigartig machen.

[Hier folgt bald noch ein tolles Bild! 🙂 ]

Besonderen Dank an dieser Stelle auch noch an Kaja von Tales & Tails für das Sponsoring [Werbung]. Sie hat nicht nur dafür gesorgt, dass beide Teams mit tollen T-Shirts ausgestattet wurden, sie hat auch ein ganzes Paket Leckerlis für die Starter springen lassen. Natürlich hat Rosa als eigentliche Teamleaderin auch etwas davon abbekommen. Vielleicht auch etwas mehr.

I nearly lost Hoope – aber ich habe die Hoffnung doch wiedergefunden. Zusammen mit ultratollen Menschen und ihren megagenialen Hunden habe ich ein fantastisches Wochenende verbracht und freue mich jetzt schon auf die Wingst im September. Natürlich ist mein allergrößter Wunsch, dass ich dann wieder mit Rosa, meiner Versicherung auf dem Trail, an den Start gehen kann, weil es mit dem eigenen Hund eben doch am Schönsten ist und ich ohne Rosa eben nur die halbe Zissi bin. Bis dahin erfreue ich mich, mit Momenten voller Glückshormonen, an den stolzen Berichten und grandiosen Fotos meiner Teamkolleginnen.

Sabine & Leo, Paula & Lotta, Zissi & Alissa, Nadine & Finley, Nadine & Bona, Stephie & Enki
kk-dogfotos Karsten Kröger

••• Du folgst uns noch nicht auf Facebook? •••
Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

StrongDog wild & dirty NORTH 2018

Nach unserer letztjährigen Teilnahme am StrongDog in Luhmühlen stand fest, dass wir 2018 erneut an den Start gehen würden. Es war gigantisch und spaßig – wie ein Tag auf einem großen Abenteuerspielplatz – und das wollten Rosa und ich erneut miterleben. Doch wie es im Leben mit Hund ist, kam alles etwas anders: Eine gute Woche vor dem Event musste ich die Teilnahme mit Rosa absagen. Für mich persönlich ein Tiefschlag, denn ich wollte beim Einzelstart sehen, wie viel bei uns wirklich geht. Die Lahmheit ungeklärter Ursache ließ aber keinen Start zu. Ich konnte mich jedoch glücklich schätzen, dass ich mit dem Hund einer Freundin auf den Trail durfte.

„StrongDog wild & dirty NORTH 2018“ weiterlesen

Camp Canis³

Wie bin hier gelandet? Wie haben Rosa und ich diesen Punkt erreicht? „Du kannst nichts falsch machen“, haben sie gesagt, „Außer nicht dabei sein.“ Ist es wirklich so einfach? Wollten wir nur „nichts falsch machen“? Oder steckt mehr hinter unserer dreimaligen Teilnahme bei Camp Canis? Warum sind wir der Einladung gefolgt? Weil es hieß, es sei ein Abenteuer mit dem Hund? Na ja, seien wir mal ehrlich: vor allem ist es ein Abenteuer mit dem Matsch.

Alles kann, nichts muss. So lautet das Motto. Ihr könnt jetzt weiterlesen. Müsst ihr aber nicht. Aber so viel sei gesagt: wenn ihr einmal der Camp Canis Einladung folgt, dann gilt für euch in Zukunft: alles muss, nichts kann. Denn Camp Canis ist ein Event mit Suchtpotential.

„Camp Canis³“ weiterlesen

StrongDog Dogduathlon Scooter

Eigentlich machte die Teilnahme am StrongDog Hunde-Outdoor-Festival für uns keinen Sinn. Ich hatte bloß den Sonntag zur freien Verfügung und über drei Stunden Autofahrt für die An- und Abreise ergaben, obwohl es natürlich machbar war, keinen Sinn. Doch dann änderte sich die Situation und ich bekam die Möglichkeit, das Wochenende zu verlängern. Kurzerhand verschaffte ich mir einen Überblick der Wettbewerbe, die am Sonntag stattfinden sollten, und meldete Rosa und mich für den Dogduathlon Scooter. Nur wenige Sekunden später fragte ich mich ernsthaft: „*******, was habe ich getan???“

„StrongDog Dogduathlon Scooter“ weiterlesen

StrongDog wild & dirty NORTH

Habe ich noch zum TOUGH HUNTER geschrieben, dass dieser wie der Fisherman’s Friend StrongmanRun sei, muss ich diese Aussage nun revidieren: TOUGH HUNTER ist ein aufregender Lauf mit vielen Aufgaben für Mensch und Hund. Aber eine canine Version des StrongmanRun ist definitiv eher der StrongDog wild & dirty. Wir waren wild, wir waren dreckig. Aber vor allem waren wir stark! Dabei war meiner Teampartnerin Stephie erst nach etwa vier Kilometern klar, dass sie sich für einen Canicross-Lauf angemeldet hatte…

„StrongDog wild & dirty NORTH“ weiterlesen

Tough Hunter 2017

„Niemals, sag‘ niemals ’niemals‘!“

… das wusste schon Feivel der Mauswanderer. Und doch bin ich mir sicher gewesen, dass ich einen Lauf wie den TOUGH HUNTER niemals mit Rosa absolvieren würde! Wir waren Anfänger. Hobbysportler! Ein Mensch-Hunde-Team, welches den Zughundesport ‚just for fun‘ macht. Und daran hat sich im Grunde bis heute nichts geändert. Nur, dass wir abenteuerlustiger geworden sind… und verrückter… einfach tougher! So kam es, dass wir am 21. Oktober 2017 beim TOUGH HUNTER Schloß Arenfels teilgenommen haben. Ihr werdet mir niemals glauben, wie geil dieses Event gewesen ist! „Tough Hunter 2017“ weiterlesen

Tough Dogz Run 2017

„Betty Woof sucht ein aufgestelltes, unternehmenslustiges Team, das am Tough Dogz Run in der Schweiz mitläuft und gerne von dem genauso aufgestellten, unternehmenslustigen Betty Woof – Team gesponsert werden möchte!“

Seit Dezember 2015 hatte ich die Kunst des Gewinnens perfektioniert: einen Aktivurlaub mit Hund, eine Hundephysiotherapie-Behandlung für Rosa, einen Wouf Pouf und noch viel mehr. Warum also nicht auch noch ein Sponsoring für einen etwas anderen Hindernislauf in der Schweiz gewinnen? Gut, das Liestal bei Basel in der Schweiz liegt nicht gerade um die Ecke aber sonst? Nach 1351,4 Kilometern mit dem Auto kann ich nun von unserem Erlebnis Tough Dogz Run berichten.

Yes, we were tough enough! „Tough Dogz Run 2017“ weiterlesen

kanu-mit-hund

„Duuu, hast du Sonntag schon was vor? Sag bitte, bitte ‚Nein‘!“ – wenn euch Jessica vom Husky-Team-Lügde eine solche Frage stellt, dann wird es zu 99,9% abenteuerlich. Entweder man findet sich nachts irgendwo im Wald wieder, man kommt matschbesudelt nach Hause oder aber – wie in diesem Fall – man wird zu einer Kanutour geladen. Zum Glück bin ich sehr spontan und somit sagte ich zu. Kanu mit Hund – warum nicht? Ein Regenguss am Vortag hatte die Luft merklich abgekühlt und somit meine einzige Sorge, es könne im Boot für die Hunde zu heiß werden, genommen. Gemeinsam mit Rosa ließ ich mich also auf dieses Abenteuer ein.

„kanu-mit-hund“ weiterlesen

Geocaching & Mountainbiking mit Hund

Es gibt so ziemlich unendlich und noch ein paar mehr Möglichkeiten, was man mit seinem Hund unternehmen kann. Für Jan, Rosa und mich sollte es aber ein Ausflug der besonderen Art werden: wir haben eine Mountainbike-Tour gemacht und sind nebenbei auf die Suche nach Geocaches gegangen. Dieses globale Spiel kann einem völlig neue Wege eröffnen – oder einen in den Wahnsinn treiben. Wie es bei uns abgelaufen ist, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag. Nur so viel sei gesagt: wir waren am Ende alle müde und kaputt. Aber zufrieden! „Geocaching & Mountainbiking mit Hund“ weiterlesen

Panoramaweg Schwarzatal – irgendwann ist’s aus und vorbei

Bereits im März 2018 entdeckte ich den Panoramaweg Schwarzatal als Qualitätsweg des wanderbaren Deutschlands. Seine 136 km Wegstrecke reizten mich, doch es dauerte noch einmal über ein Jahr, bis ich meine Sachen packte und mich auf den Weg nach Thüringen machte. Ah Yeah, haha… dankeschön! Es war schön. Wär‘ schön gewesen… Na ihr wisst ja mittlerweile, wie es bei mir läuft. Deswegen gibt es hier nun die Erklärung, warum es nach drei Etappen und rund 60 Kilometern bei uns aus und vorbei war und welche Konsequenzen wir aus dem Ganzen ziehen.

Der Panoramaweg Schwarzatal – Naturgenuss und Wanderlust vom Rennsteig bis zur Saale
Die Schwarza, so heißt es auf der Webseite „Wanderbares Deutschland“ , ist einer der schönsten Gebirgsflüsse Deutschlands – der dazugehörige Panoramaweg erstreckt sich über 136 km und bildet einen Rundweg, welcher offiziell bei ihrer Mündung in die Saale in Schwarza (Rudolstadt) beginnt/endet. Ausgewiesen ist der Weg mit einem roten Dreieck auf weißem Grund. Mit seinen An- und Abstiegen von circa 4000 m (der höchste Punkt ist der Wurzelberg auf 843 m) gelten die acht Etappen als leicht bis schwer. Das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ sagt aus, dass das Wegeformat stimmig ist, die Wege ausreichend markiert sind, sowohl landschaftlich als auch kulturell etwas geboten wird und sich Zivilisation im Umfeld befindet. Mit dem Begriff Panorama, also dem Ausblick von einem erhöhten Punkt über die Landschaft, spricht also alles für diese herrliche Wanderstrecke.

Rosa, Zissi, Nadine und Finley – wir sind bereit!

Aber hey, irgendwann ist eben Zeit zu gehen!
Ursprünglich bereits für 2018 geplant, ergab es sich erst im April 2019, dass ich mich mit Rosa ins Schwarzatal aufmachte. Begleitet wurden wir von Nadine und Finley, die wir kurz zuvor bei Camp Canis kennengelernt hatten – trotz der Hürde, „so gar keine Ausrüstung“ zu haben. Auch ich musste mein Outdoor-Equipment noch einmal vollkommen überdenken und so häuften sich die Neuanschaffungen: naturfreundliche Seife, bequeme Isomatte, warmer Schlafsack, Campingkocher, Geschirr, leichtes Zelt, Merino-Unterwäsche, Kissen, Wasserfilter, Handtuch… Wie es manchmal im Leben läuft, kam das Zelt nicht pünktlich an und mein 35+10 l Rucksack war nicht groß genug für mein Zeug. Zum Glück bekam ich die fehlenden Sachen geliehen, auch wenn das in puncto Zelt bedeutete, dass wir das Doppelte an Gewicht mitschleppen mussten.

So ganz entspannt war ich nicht: 15 Kilo auf dem Rücken sind viel zu viel! Das hat mich nicht zuletzt der Ith-Hils-Weg gelehrt. Ich habe mittlerweile so viele Touren mit Rosa gemacht, dass ich weiß, dass jedes Gramm zählt. Und doch sah ich für den Moment kaum Möglichkeiten der Optimierung, immerhin sollte es auch die erste Tour mit Zeltübernachtung werden. Mir war klar, dass es erneut ein „learning by doing“ werden würde und ich hoffte, dass das „doing“ nicht zu schmerzhaft werden würde. Meine weitere Sorge galt Rosa: wir hatten zwar in der Woche vor Start noch die Osteopathin zu Hause gehabt und der Sporthundephysiotherapie-Termin hatte die Aussage eingebracht, dass Rosa in einem super Zustand sei, doch da sich die Lahmheits-Geschichte schon über Monate zog, war ich furchtbar angespannt und fürchtete mich vor einer humpelnden Rosa.

Trotz aller Widrigkeiten machten wir uns am Morgen des 15. Aprils 2019 auf den Weg nach Schwarza, schulterten unsere schweren Rucksäcke und wanderten los.

Etappe 1 – Von der Saale zur Perle des Schwarzatales
mittelschwere Strecke, 16,8 km, Schwarza-Rudolstadt bis Schwarzburg
Als um halb eins (mittags) unser Aufbruch nahte, mussten Nadine und ich direkt die erste Hürde überwinden und meine LEKI Trekkingstöcke reparieren. Zum Glück gelang uns das als positiver Einstieg auf die Tour, denn ich habe die Stöcke auf der gesamten Strecke als sehr hilfreich angesehen. Trekkingstöcke haben ihre Vor- und Nachteile, mit denen man sich genau befassen sollte.

Für uns ging es nun also ab Schwarza-Rudolstadt los. Wir ließen das Industriegebiet hinter uns und waren direkt in der Natur – ein flinkes Wiesel begegnete uns als erstes Trailtier. Die Sonne schien bereits kräftig und wir freuten uns auf das Tal mit seinem Fluss. Ich war jedoch nicht entspannt. Es waren Rosas erste Meter im Zuggeschirr und meine Argusaugen waren kaum imstande, die Natur ringsum zu genießen, sondern bewachten Rosa. Natürlich trübte das ein wenig die Freude, doch ich konnte mich etwas beruhigen, als Rosa im lockeren Trab an der Schwarza entlang lief, kaum hatten wir Bad Blankenburg passiert. Schon bald folgte der erste Aufstieg zum Saugarten und Eberstein mit seinem kleinen Jagdschlößchen. Die Aussicht von dort oben und der idyllische Abstieg danach ließen uns die ersten Wow-Momente erleben.

Rosa kühlt ihre Pfoten in der Schwarza

Kurz vor Etappenende passierten wir noch den Forstbotanischen Garten, dessen Singletrail sicherlich als anspruchsvoll gilt und mich ein wenig an die Toskana erinnerte. Es ging teilweise recht steil bergab, weswegen wir die Hunde hinter uns laufen ließen. So erreichten wir schließlich Schwarzburg und entschlossen uns, dort im „Hotel zum Wildpark“ einzukehren. Eine weise Entscheidung, denn von dem Qualitätskriterium „Zivilisation“ war auf den folgenden Wegstrecken immer weniger etwas zu spüren. Wir stärkten uns und die Hunde ruhten sich aus.

Etappe 2 – Vom Schloß hinauf zum Gipfel
anstrengende Strecke, 17,2 km, Schwarzburg bis Cursdorf
Leider hatte Rosa nach etwa zehn Kilometer angefangen „unrund“ zu laufen und somit meine Befürchtungen bestätigt. Zunächst war ich ratlos, wie wir weiter verfahren sollten, doch als es nur noch „ein klein wenig weiter [ging], um einen geeigneten Zeltplatz zu finden“ lief Rosa problemlos. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass sie im Zug ihre Beine deutlich besser einsetzt und somit beruhigte ich mich. Letztendlich wurden es noch einmal zehn Kilometer, bis wir einen geeigneten Zeltplatz gefunden hatten. Für den kommenden Tag legten wir fest, am Morgen Rosas Gang zu begutachten und viele kleine Pausen zu machen. Rosa first!

Das Schloß Schwarzburg

Die zehn Kilometer führten uns an schönen Aussichtspunkten vorbei. In Unterweißbach schlugen wir an einem Sportplatz unser Lager auf. Direkt an dem Flüßchen Lichte konnten wir das Wasser nutzen, um uns zu waschen und am nächsten Morgen Tee zu kochen. Bis auf einen Mann, der mitten in der Nacht „Hallo“-sagend direkt neben unserem Zelt stand, verlief die Nacht ruhig. Zum Glück schlugen Finley und Rosa diesen in die Flucht. Uns war warm genug, obwohl das Zelt morgens mit Eis bedeckt war. Dafür war das Zusammenpacken des frostigen Zeltes umso schmerzhafter für die Finger. Der Campingkocher bescherte uns aber heißen Tee und so stapften wir schon um kurz vor 7 Uhr los und fanden sogleich einen Bäcker, der uns mit Frühstück versorgte. Auch dieser Zwischenstopp war eine sehr weise Entscheidung!

Nun folgte ein stetiger Anstieg und eine erste Pause machten wir bei wärmenden Sonnenstrahlen mit Blick auf den Leibis-Lichte-Stausee. Ich gönnte mir eine halbe Ibuprofen-Tablette, weil Hüfte und Schultern von der Rucksacklast schmerzten, ehe es weiter bergauf ging. Am höchsten Punkt der Etappe, dem Fröbelturm (784 m), machten wir die nächste Pause – einkehren konnten wir jedoch nicht: geschlossen! Im Anschluss ging es hinunter nach Cursdorf, wo die Etappe an der Endstation der berühmten Berg- und Schwarzatalbahn endete.

Die Bergbahn bei Cursdorf

Etappe 3 – Über die Berge
schwere Strecke, 18,5 km, Cursdorf bis Scheibe-Alsbach
Erneut zeigte Rosa leichte Probleme, wieder nach etwa zehn Kilometern, und nur, wenn sie larifari vor mir im Geschirr schlenderte. Sobald sie im Freilauf trabte oder sich ins Zuggeschirr legte, lief sie wunderbar. Dennoch war der Plan, von Cursdorf aus den Anstieg bis zur Meuselbacher Kuppe zu nehmen und dort eine lange Pause zu machen. Die Gastwirtschaft dort hatte zwar auch geschlossen (so wie die Lokalitäten, die wir in Cursdorf passiert hatten), doch auf diesem Weg konnten wir unsere Rucksäcke um etwas Gepäck erleichtern und uns Fertignahrung zubereiten. Gesagt – getan und so breiteten wir uns auf der Kuppe aus, trockneten das Zelt und die Schlafsäcke, benutzten die Steckdosen, die in der Wand der Hütte angebracht waren, um unser Equipment zu laden, und kochten zwei Uncle Ben’s Express Reis-Tüten (sättigen nicht!) und zwei Heisse Tassen (waren in Ordnung). Danach taten wir es den Hunden gleich und legten uns in die Sonne und fielen auch bald in einen Tiefschlaf, sodass wir letztendlich erst nach drei Stunden weiter wanderten. Rosa zeigte sich wieder fit.

Der grandiose Blick von der Meuselbacher Kuppe

Man hatte uns bereits vorgewarnt, dass eine Einkehr in den folgenden Lokalitäten mit Hund schwierig werden würde. Der Forellenhof, im schönen Tal der Weißen Schwarza, ist mit der weit abglegenen Sitzgruppe für Besucher mit Hund nicht unbedingt einladend und die auf dem Grundstück laufenden Wachhunde sind für ängstliche Menschen sicherlich ein Grund, die Wanderung ohne kurze Rast fortzuführen. So zog es auch uns weiter nach Katzhütte, wo wir uns zumindest einen kleinen Zwischenstopp erhofften. In diesem Ort lag allerdings der Hund die Katze begraben! Zwar gab es eine Gaststätte, die geöffnet hatte, doch mit Hunden konnte man uns aufgrund einer Allergie drinnen nicht bedienen und draußen gab es keine Sitzmöglichkeit. Außerdem seien die Inhaber bereits Senioren und würden um 17 Uhr schließen. Zu dem Zeitpunkt war es jedoch gerade mal kurz nach 16 Uhr… Sei’s drum: immerhin eine kalte Cola durften wir auf dem Bordstein trinken und ein Nachbar, der wohl froh über seltenen Besuch war, lud uns zu Kaffee und Kuchen ein. Wir lehnten dankend ab, führten aber etwas Smalltalk mit ihm. Außerdem berichtete er uns, dass es im Ort einen „Degut“ gäbe. (Es dauerte bis zur Heimfahrt, dass ich verstand, dass vom Supermarkt „Tegut“ die Rede war!) Dieser war aber so weit ab vom Schuss, dass wir auf den Weg dorthin verzichteten. Auch der Getränkemarkt hatte eher ein bescheidenes Angebot und so besuchte ich lediglich die Apotheke, um meinem Heuschnupfen Einhalt zu gebieten.

Der Aufstieg zum Wurzelberg raubt uns die Kräfte

Nun folgte der letzte Aufstieg des Tages, der es noch einmal in sich hatte: von 425 m ging es über 5,7 km auf 792 m – also 367 Hm – hinauf. Der Wurzelberg war unser Ziel. Kurz vor dessen Gipfel trafen wir jedoch auf die Wurzelberghütte und nach Inspektion der Immobilie – das Zelt passte aufgebaut in die Hütte und es gab eine kleine Quelle – stand fest, dass wir dort nächtigen würden. Die Schutzhütte sah ein wenig so aus wie das Hexenhaus in „Hänsel & Gretel“ und wir richteten uns gleich häuslich ein: wir bauten das Zelt auf, wuschen uns, machten ein Lagerfeuer und kochten zwei Packungen Knorr-Tütennudeln (theoretisch sättigend und geschmacklich in Ordnung, doch… dazu später!). Als es dunkel wurde lagen wir erschöpft aber zufrieden und sicher in unseren Schlafsäcken.

Als ich am nächsten Morgen nicht mehr schlafen konnte, bereitete ich heißes Wasser zum Haarewaschen vor. Bereits da bemerkte ich eine gewisse Übelkeit und ein Grummeln im Bauch. Auch Nadine ging es nicht sonderlich gut. Wir waren uns gleich einig, dass wir vermutlich die Tütennudeln nicht vertragen haben. Zunächst trösteten wir uns aber damit, dass wir im nächsten Ort einkehren würden, um dort was Gescheites zu essen und die Mägen somit zu besänftigen. Leider hatte Nadine zusätzlich Probleme mit ihrer Achillessehne, die sich – trotz Kinesio-Tape – stark bemerkbar machten. Die sechs Kilometer bis zur nächsten Ortschaft waren demnach sehr belastend. Immer wieder musste ich anhalten und mich kurz ausruhen, weil ich das Gefühl hatte, ansonsten umzukippen. Dann – endlich! – erreichten wir Scheibe-Alsbach, das Ziel der dritten Etappe.

Trotz des schlapp-machenden Kreislaufs ist es noch möglich, die schöne Natur Thüringens zu genießen

Irgendwann ist’s aus und vorbei
Ich war guter Dinge, da in meiner Karte vier Hotels, ein Imbiss, ein Parkplatz und zwei Sportplätze eingezeichnet waren. Hier würde man wohl einkehren können! Da der Ort ein Bergdorf ist, fragte ich zwei Handwerker nach der besten Frühstücksmöglichkeit, ehe wir noch zusätzliche Höhenmeter machten. In Scheibe? Haha. Nee. Scheibenkleister! Ich telefonierte die verschiedenen Pensionen und Hotels ab, doch nirgends war geöffnet oder bestand auch nur die Möglichkeit zu frühstücken. Unsere einzige Alternative war eine neu eröffnete Metzgerei, die so neu ist, dass Google sie noch nicht einmal kennt (Stand: April 2019). Das Problem: einerseits lag diese fernab unseres Panoramaweges in Limbach, andererseits mussten wir weitere 126 Hm auf einer Strecke von zwei Kilometern bewältigen. In der prallen Sonne. Mehrfach streckte ich den Daumen raus und hoffte, dass uns jemand den Berg mit hoch nehmen würde. Ich überlegte, ob das schon als unterlassene Hilfeleistung zähle, denn mir war teilweise so schwindelig, dass ich am liebsten an Ort und Stelle umgefallen wäre. Der Berg nahm und nahm kein Ende! Wir benötigten eine knappe Stunde für das kurze Stück.

Oben angekommen, bestellte ich uns kalte Getränke, die wir in der prallen Sonne trinken mussten. Ich für meinen Teil fror aber bereits wie ein Schneider. An Essen war weder bei Nadine noch bei mir zu denken. Uns war unglaublich schlecht und es stand fest, dass wir an diesem Tag nirgends mehr hinwandern würden. Das Finden einer Unterkunft mit zwei Hunden erwies sich jedoch als so schwierig, dass ich nach einer weiteren telefonischen Absage einen Heulkrampf bekam und erst einmal meinen gesamten Frust loswerden musste. Das konnte doch nicht wahr sein! Ein netter Herr vom TAB-Figurentheater machte uns wieder etwas Mut und letztendlich wurde ich durch die Facebook-Gruppe „Club der AbenteuerINNEN“ fündig: „Elke’s Jägerstube“ nahm uns samt Hunden auf! Überglücklich schleppten wir uns die letzten Meter dorthin.

Der schwarz-weiß Filter ist nur drübergelegt. Das Gefühl, in einem anderen Zeitalter angekommen zu sein, ist echt.

Elke begrüßte uns herzlich und zeigte uns unser Quartier. Die Unterkunft ist sicherlich nicht für jeden etwas, da überall an den Wänden Geweihe hängen und einen ausgestopfte Tiere aus Vitrinen anschauen. Unser Zimmer war Modell „DDR“, jedoch sauber und ordentlich. Das Bad war absolut hochwertig, allerdings auf einer anderen Etage. Alles egal! Das Gefühl, unter einer heißen Dusche zu stehen, war unschlagbar! Elke hängte sogar unsere Wäsche auf und wir wurden die nächsten Stunden nicht mehr gesehen. Ich habe keine Ahnung, wann ich mich zuletzt so schlecht gefühlt habe! Trotz Merino-Unterwäsche glaubte ich zu erfrieren, während mein Körper glühte. Uns quälte weiterhin die Übelkeit und wir schafften es mit Mühe und Not, trockene Brötchen zu essen. Ich ging abends noch eine Mini-Runde mit Rosa und Finley, denen es augenscheinlich super ging, ehe wir in Elkes Gaststube einkehrten. Irgendwie gelang es mir, meinen Strammen Max zu vertilgen. Nadine schaffte ihre Thüringer Bratwurst nicht komplett. Dafür freuten wir uns sehr über die beiden großen Colas. Die kommende Nacht brachte nur minimale Besserung, weswegen wir uns am folgenden Morgen dazu entschlossen, nach Hause zu fahren. Über Rosas Facebook-Seite erklärte sich die liebe Anne bereit, uns aus Limbach abzuholen und zu meinem Auto zu bringen. Von dort aus fuhren wir Leidgeplagten gut drei Stunden in die Heimat.

Danke
Nun: Ich wollt‘ noch „Danke“ sagen. Und natürlich ein Fazit ziehen. Danke an meine besten Begleiter Nadine, Finley und Rosa. Danke an die liebe Anne, die definitiv eine gute Tat an diesem Tag vollbracht hat. Danke an Inga und Stefan für das geliehene Equipment. Danke an die Facebook-Follower für den social support. Danke an die Helferinnen aus der AbenteuerINNEN-Gruppe, die mir im Voraus und während des Notfalls behilflich waren. Danke einfach an alle, die auch nur ein My dazu beigetragen haben, dass die Tour zumindest bis zu der Knorr-Tütensuppe toll war.

Rosa ist glücklich – ob im Schwarzatal oder im heimischen Garten

Mein Fazit zu den ersten drei Etappen des Panoramaweg Schwarzatals ist, dass dieser wunderschön ist! Die Wege sind absolut abwechslungsreich und somit überhaupt nicht eintönig. Ich denke, dass es im Sommer mit Hunden von den Temperaturen her ziemlich grenzwertig werden kann, da es doch viel bergauf und bergab geht. Andererseits hat man immer wieder die Schwarza oder andere Flüsse in der Nähe, in denen sich die Hunde abkühlen können.

Von der Infrastruktur waren wir wirklich enttäuscht und hätten uns den ein oder anderen Bäcker oder das ein oder andere Gasthaus mehr erhofft. Wir lernen daraus, dass wir für den nächsten Anlauf im Voraus schauen, welche Geschäfte wann geöffnet haben, damit wir nicht noch einmal in eine solche Notlage kommen. Vermutlich wird auch noch die Auswahl der mitgeführten Medikamente überdacht.

Den Panoramaweg im Camping-Stil abzugehen ist definitiv machbar – wenn man das richtige Equipment dabei hat. Ein wenig schmerzhaft wurde das „doing“ also, doch ich habe daraus gelernt: eine leichtere Stirnlampe muss her, die Jöringleine muss reichen, wenn man unterwegs im Fluss seine Sachen wäscht, reicht etwas weniger Wäsche, die Auswahl der Regenjacke muss überdacht werden und Rosa benötigt einen leichteren Schlafsack (anstelle des Hurtta Outback Dreamers). Dass das Zelt ungeeignet war, stand von Anfang an fest, ließ sich aber nicht ändern. Demnächst werde ich mich noch mit einem geeigneten Rucksack mit mehr Volumen auseinander setzen.

Wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass wir immer alles so hinterlassen haben, wie wir es vorgefunden haben – oder noch sauberer. Taschentücher wurden nicht achtlos in die Natur geschmissen und jeglicher Müll wurde bis zu Mülleimern getragen. Von denen gibt es entlang des Weges ausreichend.

Der Wanderführer ist eine gute Lektüre für die Vorbereitung zu Hause: im Gepäck ist er eher überflüssig.

Ein paar Worte zu dem Wanderführer zum Weg: ganze 222 g bringt er auf die Waage und ist somit zu schwer. Dabei halte ich neben meinen komoot Offline-Karten gerne richtiges Material in den Händen. Der Wanderführer gibt einen schönen Überblick und beschreibt ein paar lohnenswerte Abstecher, die wir jedoch allesamt nicht gegangen sind. Ansonsten besteht er aus ganz viel Wegbeschreibung, welche aufgrund der sehr guten Beschilderung nicht nötig ist, und verschachtelten Informationstexten, die voller Fremdwörter stecken. Nur einige Beispiele: Ordovizium, Phycodenfolge oder alpin-hercynisch. Die restlichen Etappen werden von mir abfotografiert und wichtige Informationen rausgefiltert.

Natürlich hatte ich auch Equipment dabei, was genau so wieder im Rucksack landen würde: die Therm-a-Rest NeoAir Xlite Isomatte (130 EUR), bei der ich wohl aber ein Montagsmodell erwischt habe und die ich umtauschen muss, das Quechua Helium Kissen (15 EUR), der Mountain Hardwear Lamina Z Flame Schlafsack (81 EUR), die zurechtgeschnittene Schaumstoff-Isomatte für Rosa, die Merino-Wäsche (Socken, Leggins, Longsleeve, T-Shirt und Schlüpfschal), eine Mütze, eine leichte Weste oder Jacke, der Campingkocher (20 EUR) mit dazugehöriger Gaskartusche (5,50 EUR), Campinggeschirr- und besteck, die Emaille-Tasse (15 EUR), die Anker PowerCore 13000 Powerbank und Ladezeug für iPhone und Apple Watch, die Nico-Taillentasche (7 EUR), Rosas Non-stop Dogwear Pro Warm Jacket, das gedörrte Futter, der Wasserfilter LifeStraw Go (40 EUR), die AutoDogMug, die ich jedoch nur bei Bedarf auffüllen würde, und die wichtigsten Kosmetiksachen, unter anderem eine extrem leichte Holzzahnbürste und abgefüllte naturfreundliche Fibertec Reiseseife (11,50 EUR), die für „alles und überall“ ist und die Haare nicht fettig werden lässt. In einem kleinen Geldbeutel hatte ich zudem EC- und VISA-Karte und etwas Bargeld. Nächstes Mal werde ich aber noch mehr Bargeld einstecken, weil ich denke, dass man nicht unbedingt überall mit Karte zahlen kann. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

Foto: Nadine Krause

Es war also ein spannender Ausflug, der mit optimierter Ausrüstung zu gegebener Zeit fortgesetzt wird. Ich freue mich schon jetzt darauf, denn trotz des wirklich blöden Abschlusses, bei dem ich immer wieder den Fanta 4-Songtext „Ich wollt‘ noch ‚Danke‘ sagen, doch ich lieg‘ im Krankenwagen, noch woll’n sie mich zwangsbeatmen“ im Kopf hatte (daraus auch die meisten Zitate hier im Beitrag), war es absolutes Urlaubs- und Abenteuerfeeling und der Panoramaweg Schwarzatal gefällt mir wirklich sehr, sehr gut.

Irgendwann ist’s aus und vorbei, kann aber auch wieder weitergehen.

••• Du folgst uns noch nicht auf Facebook? •••
Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben
••• Mit Fotoalbum zum Panoramaweg Schwarzatal •••