Tough Hunter 2017

„Niemals, sag‘ niemals ’niemals‘!“

… das wusste schon Feivel der Mauswanderer. Und doch bin ich mir sicher gewesen, dass ich einen Lauf wie den TOUGH HUNTER niemals mit Rosa absolvieren würde! Wir waren Anfänger. Hobbysportler! Ein Mensch-Hunde-Team, welches den Zughundesport ‚just for fun‘ macht. Und daran hat sich im Grunde bis heute nichts geändert. Nur, dass wir abenteuerlustiger geworden sind… und verrückter… einfach tougher! So kam es, dass wir am 21. Oktober 2017 beim TOUGH HUNTER Schloß Arenfels teilgenommen haben. Ihr werdet mir niemals glauben, wie geil dieses Event gewesen ist!

Das Team – Die „Slack Hunter“

„Slack“ ist das Antonym zu „Tough“ und bedeutet so viel wie „schlapp“. Oder, wie Teamkollegin Stephanie zu sagen pflegte: „Wir haben Muschis und sind Muschis!“ – pardon für diese Ausdrucksweise aber wer konnte schon im Voraus sagen, wie wir uns bei dieser Veranstaltung schlagen würden?

Die Voraussetzungen für einen super Start waren jedenfalls gegeben: Zweieinhalb Wochen vor dem Event gründeten wir spontan das Team. Um 10:35 Uhr hakte ich nach, ob Stephie samt rumänischem Rüden Guiseppe mit Rosa und mir starten wolle, um 10:43 Uhr bekam ich die Nachricht: „Ok cool. Wo muss ich mich anmelden?“. Spontan und verrückt? Passt!

Der TOUGH HUNTER

„TOUGH HUNTER ist die Verbindung aus verschiedenen Hundesportarten, Erziehung, Teamwork, Kondition, Koordination, Dreck und viel Spaß. Und der Lauf deines Lebens.“ – so lautet die treffende Beschreibung auf der offiziellen Webseite. Da ich seit 2011 jedes Jahr den Fisherman’s Friend StrongmanRun am Nürburgring mitgelaufen bin, sollte es für mich ein eben solcher werden. Nur mit Hund. Und somit noch ein Stück weit geiler!

Das Event am 21. Oktober 2017 fand am Schloß Arenfels in Bad Hönningen, Rheinland-Pfalz statt. Gut 300 km mussten wir von zuhause bis zum Veranstaltungsort fahren. Wir blieben zwei Nächte in Stephanies Wohnmobil auf dem Campingplatz Wellness-Rheinpark-Camping. Ich kann Stephies „Wobi“ sehr empfehlen (danke für die Gastfreundschaft!) und auch der Campingplatz war der perfekte Ausgangspunkt.

Aber nun mal Butter bei die Fische! Wie genau sah der Lauf aus? Was waren die Aufgaben? Und machten wir unserem Namen alle Ehre?

Der Lauf

Nach der Anmeldung, dem Tierarzt-Check, dem Joggen zum Campingplatz runter und wieder zum Schloss hoch (da GoPro vergessen), dem Melden bei der Rennleitung und einem Warm-Up, starteten die Slack Hunter gegen 10:10 Uhr auf der M-Distanz, die etwa 14 Kilometer lang war.

Das erste Hindernis, Bootlick, wartete direkt am steilen Weinberg auf uns: unter zwei Tarnnetzen galt es durchzukrabbeln. Natürlich bergauf! Als Belohnung für diese erste Prüfung wartete oben eine Beachparty auf uns. Scheinbar sollten wir aber zunächst beim Aufbau helfen und so schleppten wir mehrere Kilogramm schwere Sandsäcke einen Pfad entlang.

Bei der ersten Tea Trail Station konnte Guiseppe seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, während Rosa vor der Filmkamera modelte. Auch das gehört zum TOUGH HUNTER: gerechte Aufgabenverteilung!

Der Naturparcours verband gleich mehrere Aufgaben: Hot Wheels, also Autoreifen in Verbindung mit raschelnden Rettungsdecken, ein Netzwerk zum Rüberklettern, Twist and Shout, eine wackelnde Gummimatte, einige dunkle Planen, etwas Farbe und Wippen.

Foto: Stefanie Nierhoff

Nach einer weiteren Laufstrecke mussten wir aufpassen: Achtung Köder! Leckere Wienerle wären zu gerne in Rosas Schlund gelandet aber nein – die nächste Aufgabe wartete schon und diese ließ die Herzen der jagenden Hunde höher schlagen: die Hunting Zone! Nachdem wir uns vergewissert hatten, dass es davon gleich zwei gab, durfte beim ersten Mal unser Rennbahn-erpropter Guiseppe ran. In Windeseile hetzte er dem Hasenfell hinterher und somit gehörte diese Aufgabe schnell der Vergangenheit an.

Einen Bergauf-Lauf später mussten wir dann alle zum Sprint an den Start: Speed or Creep lautete die Devise und mit 13,3 sek schlugen wir uns gar nicht so schlecht. Netterweise bekam ich eine Art Fallschirm umgebunden, damit Rosa und ich im Vollspeed nicht gegen den Wald oben prallen konnten.

Dann ging es endlich in die Kiesgrube runter, Downhill. Im Hoppel Galopp mussten wir dann einige Matschberge überwinden, doch zum Glück sollte das Wasser nicht weit sein und tatsächlich erreichten wir schon bald Down Under. Wenn ich mir im Voraus um etwas Sorgen gemacht hatte, dann um das Wasserhindernis. Allerdings ist diese Sorge absolut unbegründet gewesen: Rosa folgte mir vollkommen selbstverständlich unter zwei Bannern hindurch durch das (kalte) Wasser. Jackpot!

Cross Up bedeutete, dass wir nun einen riesigen Matschberg unter Jubel- und Anfeuerungsrufen erklimmen mussten. Nur um direkt auf die nächste Probe gestellt zu werden: Strossen an einem Seil befestigt! Diese Höhenkontrolle, High Control, meisterten wir, auch wenn Rosa wie immer ziemlichen Hunger hatte und sehr interessiert war. Somit konnten wir unsere Vorderkörper [in] Tiefstellung bringen: Matschberge.

Foto: Miriam Meschonat

Auf die Aktive Unterwerfung, Tarnnetze über Gruben, folgte ein Spiel & Spaß zwischen Guiseppe und Rosa. Hätten wir die beiden an dieser Stelle losgemacht – sie hätten wohl die gesamte Kiesgrube aufgemischt!

Die Versorgung 1 war (außerplanmäßig?) erst ziemlich spät anzutreffen. Hier gab es endlich Wasser und Bananenchips für die Slack Hunter und die anderen Teams. Viel später hätte diese Station auch nicht kommen dürfen!

Dann ging es – vor allem zu Stephanies Freude – wieder h-o-c-h. Im Blind Hunter krabbelten wir einige Meter durch einen stockdunklen Tunnel, nur um oben eine Lichtung samt toller Aufgaben zu erreichen. Die Dummysuche habe ich nie konsequent mit Rosa geübt, umso erfreuter war ich, dass sie einen Dummy bei Lost and Found schnell fand und apportierte. Auch Guiseppe durfte noch suchen. Beide Hunde waren absolut gut drauf!

Stephie und ich erwiesen uns nach kurzer Wartezeit als Würdenträger. Rosa kam in einen Steinsack und wir schleppten sie eine Strecke entlang. Wie es sich für eine Señorita gehört, machte Rosa ‚Sitz‘ und begann mit der Körperpflege. (Warum auch nicht?)

Es folgte eine lange Waldsequenz, bei der wir kurz zweifelten, ob wir richtig waren. Waren wir aber! Guiseppe durfte sich an der Schleppe probieren, während Rosa und ich warteten und ich den Akku der GoPro wechselte. Dann ging es bergab und bergauf durch den Wald, unter anderem den Camino de Tormento, also den Weg der Qual, entlang.

Dann ENDLICH waren wir da: bei der zweiten Hunting Zone! Diesmal durften Guiseppe und Stephie bei der zugehörigen Versorgung 2 Pause machen und Rosa ran an den Hasen. Als sie ihn im hohen Gras ausmachte, fegte sie auch schon los und lauthals kläffend zeigte sie, was den Windhund in ihr ausmacht. Baaaaam! Geilstes Hindernis EVER!

Voller Endorphine hätten wir fast den zweiten Würdenträger verpasst. Hatten das schon andere Teams vor uns? Nirgends an den Steinsäcken war Matsch… Egal! Wir hievten Rosa auf die Schultern und schleppten sie um einen riesigen Haufen Baumstämme herum.

Dass uns Wasser wirklich nichts ausmacht, konnten wir beim Troubled Water erneut zeigen. Ein Bachlauf samt gruseligen Elementen erwartete uns. Nur um dann noch von The Tube getoppt zu werden: einem Kanalrohr, welches in einem tiefen Wasserloch endete.

Der Extraschlenker der M-Distanz, der nach dem ersten Würdenträger begonnen hatte, fand beim Climbing Dog seinen Abschluss. Über Tannenreste (und -äste), Baumstämme und Hügel trafen wir auf den Haupttrail. Hier hatten wir auch wieder mehr Kontakt zu anderen Teams.

Der Sumpf empfing uns mit Matsch und einem hysterischen Frauenteam. (Oder waren auch Männer dabei? Diese müssen im Tumult untergegangen sein… oder im Sumpf?) Wir fanden einen Weg hindurch, ohne zu weit zu versinken. Rosa hat es mir gedankt. Den Sumpf verließen wir über eine wackelige Schaukel. Wir näherten uns so langsam dem Ende!

Foto: Danny Harzfuchs

Zurück im Wald standen wir vor einem weiteren Tea Trail. Weit und breit war aber kein Helfer zu sehen. Was also tun? Nun, Nasen ansetzen am Schwamm und los. Ob nun durch Zufall oder nicht: der richtige Weg war schnell gefunden und wir näherten uns der drittletzten Aufgabe, The Hook. Waren wir bis dahin noch unverletzt, mussten nun unsere Hände leiden, da wir uns eine Leiter entlang hangeln mussten, welche extrem scharfe Kanten hatte.

Allen Strapazen zum Trotz erreichten wir aber das Spa und Holi. Drei Farbeimer luden dazu ein, uns und die Hunde in blau, lila und grün erstrahlen zu lassen. Zeit war genug, denn jedes Team lief einzeln in die Schwarze Lagune ein. Und diese war die letzte Aufgabe des TOUGH HUNTER. Zunächst erklommen Rosa und ich den Rutschenturm und stürzten uns gemeinsam in den Matsch, danach folgten Guiseppe und Stephie.

GESCHAFFT! Das Team Slack Hunter ist alles andere als Slack!
Wir haben unserem Namen NICHT alle Ehre gemacht.

Im Ziel

… wurden wir zunächst ganz lieb von den HundeNerds empfangen. Pedi war samt Mann und den Hunden Locke und Neli extra 1,5 Stunden angereist, um uns anzufeuern. (Danke dafür!) Dann gab es Radler für uns Läufer, Fotos zur Erinnerung und einen glückseligen Marsch zurück zum Campingplatz.

Am Wohnmobil angekommen, stand die Versorgung der Hunde an allererster Stelle. Nachdem diese geduscht waren (für Rosa benutzte ich den Mobile Outdoor Cleaner OC 3 von Kärcher*, den ich zuvor mit warmen Wasser befüllt hatte), befreiten Stephie und ich uns vom Schmutz. Um einer Erkältung vorzubeugen, bekam Rosa ihren Thermomantel an.

Gemeinsam gingen wir dann noch einmal zum Schloß, um die letzten Teams beim Endspurt zu beobachten und ein wenig an den Ständen der Aussteller zu bummeln. Auch ein Kaltgetränk gönnten wir uns.

Das Fazit

Dieser TOUGH HUNTER wird definitv nicht mein letzter TOUGH HUNTER gewesen sein. Ob ihr es nun glaubt oder nicht: ich fand das Event absolut geil! Die Organisatoren haben da etwas Mächtiges auf die Beine und Pfoten gestellt. Trotz Mangel an Helfern (danke an die, die vor Ort waren – das war spitze!) lief alles reibungslos ab, wir hatten unglaublich viel Spaß an der Sache und fühlten uns bestens betreut.

Auch der Wettergott ist uns gnädig gewesen: kein Wind, bedeckter Himmel mit ein wenig Sonne ab und zu und ganz vereinzelt ein paar Regentröpfchen – ideale Bedingungen für einen solchen Lauf. (Die Starter am Sonntag hatten wohl nicht so viel Glück…) Die Entscheidung, im Wohnmobil zu nächtigen, war trotzdem gut, denn die Außentemperaturen waren schon sehr herbstlich.

Wenn ich mir etwas für 2018 wünschen könnte, wäre dies eine besser strukturierte Webseite. Diese ist doch teils etwas unübersichtlich und einige Informationen waren nicht oder nur schwer zu finden. Auch eine zentrale Versorgungsstation (wie auf dem Parcoursplan zunächst eingezeichnet) wäre schöner gewesen, da wir schon einige Kilometer auf dem Buckel hatten, ehe wir an frisches Wasser kamen.

Zu meinem Team kann ich nur sagen: verrückt! Aber leider geil! Stephie, Guiseppe, ihr beiden kurzentschlossenen Freaks. Danke! Durch euch hatte ich den TOUGH HUNTER, den ich mir so sehr gewünscht hatte. Es war mir meine Ehre und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Event.

Und Rosa? Te amo! Aber das weißt du ja!

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

 

* Ich wurde für diese Werbung nicht bezahlt. Ich teile den Namen des Produktes, da ich damit sehr zufrieden bin und es guten Gewissens weiterempfehle.

6 Antworten auf „Tough Hunter 2017“

  1. Ein herzliches Dankeschön für den coolen Artikel 🙂 Ich war an beiden Tagen als Helfer an der Schleppe und hatte keine Gelegenheit die Strecke selber mal abzulaufen.
    Auch für uns Helfer war das Event mega spassig. Alle Läufer waren super drauf und haben trotz der Anstrengung immer noch ein Lachen auf den Lippen gehabt 👍🏼😁
    Vielleicht sehen wir uns ja im Mai wieder auf Schloss Arenfels 😉

  2. Sehr schöner Beitrag 🙂 Dann sehen wir uns sicherlich auf dem nächsten TH Event 2018 🙂 Ach ja… die Bilder vom Samstag, Schloss Arenfels gehen heute online. Auf die vom Sonntag müsst ihr noch 1-2 Tage warten… ist eine ganze Menge Arbeit die einzeln zu bearbeiten 😉

    http://www.berndkohlen.de

    LG
    Bernd K. (Fotograf)

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