StrongDog wild & dirty NORTH

Habe ich noch zum TOUGH HUNTER geschrieben, dass dieser wie der Fisherman’s Friend StrongmanRun sei, muss ich diese Aussage nun revidieren: TOUGH HUNTER ist ein aufregender Lauf mit vielen Aufgaben für Mensch und Hund. Aber eine canine Version des StrongmanRun ist definitiv eher der StrongDog wild & dirty. Wir waren wild, wir waren dreckig. Aber vor allem waren wir stark! Dabei war meiner Teampartnerin Stephie erst nach etwa vier Kilometern klar, dass sie sich für einen Canicross-Lauf angemeldet hatte…

Als feststand, dass Annick Busl, die vielen durch Der Hundling ein Begriff ist, einen StrongDog wild & dirty nach Norddeutschland holen würde, buchte ich mir sofort ein Ticket. Ich flippte fast aus: das Event sollte in Luhmühlen stattfinden! Die Location ist mir nämlich alles andere als fremd, immerhin habe ich schon einige Male bei den CCI**** Prüfungen im Vielseitigkeitsreiten zugesehen. Wie genial ist es bitte, genau dort im Canicross zu starten? Auf Trails zu laufen, auf denen sonst Ingrid Klimke und Michael Jung mit ihren Olympiapferden entlang galoppieren? Einfach der Hammer!

Das Team – Die „Slack Hunter“

Erneut startete ich mit den renommierten Sportlern Stephanie und Guiseppe. Sie vervollständigten unser Team, die Slack Hunter, nur eine Woche nach dem gemeinsamen Start beimTOUGH HUNTER. Schon auf Schloß Arenfels hatten wir unserem Namen keine Ehre gemacht. Wir sind eben doch ganz schön tough und richtig gut drauf! Allerdings sollten wir in Luhmühlen unsere wilde und dreckige Seite zeigen.

Unser „Turniertrottel“: Franziska mit Nando

An dieser Stelle muss ich aber noch unseren TT erwähnen, denn so wie es sich für ein Reitturnier gehört, hatten wir diesen dabei. TT steht für „Turniertrottel“ und dieser war meine Freundin Franziska, die einige vielleicht von ihrer Facebook-Seite „Nando und Marley – Zwei Chaoten auf acht Pfoten“ kennen. Franziska war „Mädchen für Alles“. Sie chauffierte Rosa und mich nach Luhmühlen, war mein externes Hirn, organisierte eine mobile Umkleidekabine, reichte mir Sachen an, bewahrte meine Wertsachen auf, machte Fotos und Videos, kümmerte sich um Rosa und mich, war unser Ruhepol, erstellte den Zeitplan… Ohne sie wäre an diesem Tag nichts gelaufen. Fettes DANKE dafür!

Unerwähnt bleiben darf auch nicht Stephies Vater, Michael. Dieser unterstützte uns vom Rande der Strecke aus, machte Fotos und Videos und rettete uns nach dem Lauf mit heißen Getränken im Wohnmobil. DANKE!

wild & dirty

Es ist relativ einfach, den StrongDog wild & dirty zu beschreiben: er ist ein Canicross-Lauf mit Hindernissen, welche es während des Laufes zu überwinden gilt. Zu diesen gehörten in Luhmühlen zum Beispiel Strohpyramiden, Baumstämme, Gräben, Hügel, Wasserdurchquerungen und Netze, unter denen wir durch Matsch kriechen mussten. Es gab zwei Distanzen (5 km und 8 km) mit jeweils einer Einzel- und einer Teamwertung. Wir starteten auf dem 8 km langen Trail.

Unter einem der Geländehindernisse durch

Bevor es jedoch losgehen konnte, mussten wir uns anmelden. Direkt am Eingang des Ausbildungszentrums befinden sich die Reitplätze mit der Tribüne, unter welcher sich der Sanitärbereich mit weiteren Räumen befindet. Hier konnten wir uns melden, die Unterlagen wurden geprüft (Haftpflichtversicherung) und es fand der Vet-Check statt. Hier wurde nicht nur der Impfausweis zwecks gültiger Tollwutimpfung und Chip-Nummer überprüft, sondern auch das Herz des Hundes auskultiert. Für Rosa gab es grünes Licht! (Für Guiseppe natürlich auch!)

Auch ein Briefing mit Annick fand statt, bei dem letzte Unklarheiten geklärt werden konnten. Ich muss sagen: die Organisation hat mir richtig gut gefallen! Alles war übersichtlich, es kam nicht zu unnötigen Wartezeiten, die Regeln waren klar und die ganze Sache wirkte rund. Genau so soll es sein!

Briefing mit der Organisatorin Annick

Wir starteten pünktlich um 11:12 Uhr am Samstag (28. Oktober 2017). Die Starts fanden etwa im 2-Minuten-Takt statt, wobei es Moderatoren und Musik gab, die für ordentlich Stimmung sorgten. Die Zeitmessung erfolgte durch myracepartner.com. Für die ersten zwei Hindernisse ( zwei Strohpyramiden, die sich direkt auf der Startgeraden befanden) galt: blamieren oder kassieren. Bei den zuvor gestarteten Teams hatte es nämlich so ziemlich jede Variante gegeben: hochspringen und der Hund läuft vorbei, hochspringen und der Hund bleibt stehen um den Ballen zu markieren, hochspringen und dabei eine Bruchlandung machen – oder aber elegant darüber hinweg fliegen.

Getreu dem Motto „Wir schrauben die Erwartungen runter, damit wir nicht enttäuscht werden.“ starteten wir. Sowohl Rosa als auch Guiseppe zögerten keine Sekunde und legten einen perfekten ersten Spurt hin, für den wir Applaus kassierten. Juhuuu! Von dort aus konnte es weiter zu den nächsten Hindernissen gehen. Meine einzige Sorge bestand bei den Wasserdurchquerungen. Ich hätte Rosa zwar zur Not durchtragen können (und dürfen), doch das war nicht nötig, obwohl sie natürlich lieber drumherum gelaufen wäre. Unsere Hunde machten alle Aufgaben wirklich super!

Wer hätte das gedacht? Der fünfte Platz für die Slack Hunter!

Nach etwa vier Kilometern wurde Stephie dann auch klar, dass der StrongDog ein Canicross-Lauf ist und die Hindernisse nicht mit denen vom TOUGH HUNTER zu vergleichen sind. (Huch, hätte ich ihr das erklären müssen?) Immerhin ging es aber nicht so viel h-o-c-h wie in Rheinland-Pfalz und spätestens im Ziel war sie dann auch stolz auf unsere Leistung. Und als wir dann noch erfuhren, dass wir den fünften Platz gemacht hatten, hatte Stephie der Ehrgeiz gepackt. Ich halte es hier einmal für die Nachwelt fest:

„Aber na logo, ich schaff es, damit wir aufs Treppchen kommen. Mein Ehrgeiz hat mich gepackt. Jetzt wird trainiert und das Rauchen aufgegeben!“

Das Fazit

Die Atmosphäre auf dem riesigen Gelände des Ausbildungszentrums Luhmühlen ist gigantisch und ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es Annick und ihrem Team gefallen sein muss, sich für die jeweiligen Hindernisse zu entscheiden. Die ganze Veranstaltung war wie ein spaßiger Tag auf einem Abenteuerspielplatz. Nur dass Hunde erlaubt waren!

Der StrongDog war Stephies und mein erster Lauf, bei dem es „um etwas ging“. Selbstverständlich standen die Gesundheit und die Freude im Vordergrund, aber uns beide hat nun auch der Ehrgeiz gepackt. Mit den Hunden gemeinsam an den Start zu gehen, war etwas Besonderes.

Foto: Jette von den Demolition Dogs

Das Wetter hat uns milde Temperaturen und eisigen Wind beschert, sodass ich vor dem Lauf fast erfroren wäre. Allerdings blieb es trocken und die Temperaturen waren für die Mensch-Hunde-Teams zum Laufen ideal. Leider verstärkte sich der Wind in der darauffolgenden Nacht, sodass der Trail beschädigt wurde und es zu einem kompletten Stromausfall kam: die Starts am Sonntag mussten verständlicherweise abgesagt werden.

Wie so ziemlich jeder vor Ort, kauften auch wir uns Mützen vom StrongDog. Ich habe diese nur zum Schlafen abgenommen (was auch schon verwunderlich ist): Nach dem Lauf empfinde ich ein wahnsinniges Glücksgefühl! Es hat so viel Spaß gemacht, alles hat gepasst. Tolle Menschen, eine sehr gute Organisation, alte und neue Gesichter, leckeres Essen, zwei schöne Stände, geniale Hunde… bleibt nur zu sagen: dieses StrongDog-Event wird definitiv nicht unser letztes gewesen sein!

In der Tat fällt mir nichts ein, was für mich hätte anders laufen sollen. Also: erneut ein fettes DANKE an Annick und ihr StrongDog-Team, an die vielen Helfer, an die freundlichen Leute drumrum, an unseren TT Franziska (okay, hier ist sie nun: du wirst befördert zum Slack Hunter Manager!) und an unsere treusten Teammitglieder: Guiseppe und Rosa!

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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