Osterurlaub auf Sylt

Letztes Jahr hatte ich das Glück, das zweite Mal mit Rosa an meiner Seite meinen Geburtstag zu feiern. Statt jedoch, wie das Jahr zuvor, mit vielen lieben zwei- und vierbeinigen Freunden zu feiern, fuhren mein Freund Jan, Rosa und ich nach Sylt. Es wurde mein zweiter Besuch auf dieser Nordseeinsel und der erste mit Hund im Gepäck.

Ob es wirklich „etwas teurer“ ist, dafür, dass man „unter sich“ ist, und vor allem, ob tatsächlich „jeder Zweite [dort] genauso blöd wie ich“ ist, darum soll es in diesem Beitrag gehen. Und natürlich um die Frage, ob sich Sylt mit Hund lohnt.

Mein erster Besuch auf Deutschlands nördlichster Insel erfolgte bereits im März 2014. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich noch in Nordfriesland und hatte somit eine recht kurze Anreise mit dem Zug. Blauer Himmel, Sonne pur, milde Temperaturen sowie ein zahmer Drahtesel machten meinen Tagesausflug perfekt. Ich erkundete einen Teil der Insel, atmete frische Seeluft und schaltete einen Tag lang ab. Schnell stand fest: Sylt, ich werde dich wiedersehen!

„Manchmal schließe ich die Augen,
Stell‘ mir vor ich sitz am Meer.
Dann denk‘ ich an diese Insel,
Und mein Herz das wird so schwer!
Diese eine Liebe wird nie zuende geh’n!
Wann werd‘ ich sie wiedersehen?“

(die ärzte – Westerland)

Allgemeines über Sylt & Die Anreise

Die zu Nordfriesland gehörende Insel ist die größte der Region. Sie erstreckt sich über eine Länge von circa 38 km und eine Breite von knapp 13 km. Ihre Fläche beträgt etwa 99 km², wobei die immer wiederkehrenden Sturmfluten dafür sorgen, dass es zu kontinuierlichen Landverlusten kommt.

Sylt ist seit 1927 durch den Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden. In meinen Augen zwackt ihr das, ähnlich wie bei Dänemarks Rømø, ein wenig vom Inselstatus ab, schließlich ist ringsherum nicht mehr nur Wasser.

Wählt man den Landweg, erreicht man Sylt ausschließlich per Bahn, dem sogenannten „Sylt Shuttle“. Eine andere Möglichkeit der Anreise bietet eine Fähre, die von Rømø aus startet.
Der Autozug beginnt seine Fahrt einmal in der Stunde in Niebüll und erreicht nach 46 Minuten Westerland, den Hauptort der Insel. Bucht man für einen einfachen PKW zeitgleich die Hin- und Rückfahrt, bezahlt man 94,- €. Dienstags, mittwochs und donnerstags sind die Fahrten ermäßigt.

Für einen Euro zusätzlich kann man die Stiftung Küstenschutz Sylt unterstützen, welche sich für die Rettung der Küste einsetzt.

Die Unterkunft

Als beliebtes Urlaubsziel bietet Sylt eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten uns für ein zentrales Appartement im Ort Tinnum entschieden, in welchem Rosa als Haustier nach Absprache erlaubt war und kostenlos mit uns wohnen durfte. Unser „Entennest“ bestand aus einem kombinierten Wohn- und Schlafbereich im Dachgeschoss des Hauses. Die Küche war modern und mit einer Spülmaschine ausgestattet. Im Tiefkühlfach war ausreichend Platz für Rosas Wochenration Fleisch. Das Duschbad war hell und, wie auch der Rest der Wohnung, sauber und gepflegt. W-LAN stand kostenlos zur Verfügung. Ein PKW-Stellplatz befand sich vor dem Haus.

Die Unternehmungen

Sylt bietet eine Vielzahl an Aktivitäten, denen im Urlaub nachgegangen werden kann. Sonnige Tage eignen sich vor allem für ausgedehnte Strandspaziergänge, auf denen man immer wieder die Möglichkeit hat, irgendwo einzukehren. Wer Wind und Wetter trotzt, kann sich aber natürlich auch an weniger heiteren Tagen die steife Brise um die Nase wehen lassen. Denn wie sagt der echte Norddeutsche? „Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben!“

In Erinnerung ist uns das Hotel 54° Nord geblieben, eine wirklich stylische Lokalität in Hörnum, in der man Kaffee trinken und Kuchen essen kann. Hier konnten wir, nach einem stürmischen Spaziergang an Hörnums Küste entlang, samt Hund einkehren. Ein perfekter Ort also, um die Zeit stillstehen zu lassen.

Jan und Rosa bei der Fahrradtour

Möchte man selbst aktiv werden – und hat man einen Hund dabei, der in der Lage ist, längere Strecken mitzulaufen – kann man sich vielerorts Fahrräder ausleihen. Aufgrund  des Gegenwindes entschieden wir uns für E-Bikes. Von Westerland/Tinnum ging es über den idyllischen Ort Keitum nach Kampen in die berühmte Kupferkanne. Ein Besuch hier ist wirklich Pflicht, vor allem, wenn man draußen einen Platz in der Sonne ergattern kann. Nicht nur der Kaffee schmeckt fantastisch, auch der Mohnkuchen mundete mir sehr.

Wer schaulustig ist, kann im Anschluss in Kampen den Besitzern der gefühlt tausend aneinandergereihten Porsche beim Partymachen zusehen. Da tanzt der Bär, da zockt der Mob, da boxt der Papst im Kettenhemd! Uns zog es auf unserer gut 20 km langen Fahrradtour aber schon bald weiter…

Natur pur und wundervolle Dünenlandschaften kann man auf diversen Wanderungen erleben. Vor allem Nord-Sylt eignet sich für eben solche. Es ist möglich, die mit 52,5 m ü. NHN größte Erhebung der Insel, die Uwe-Düne, zu umrunden. Hierbei kommt man auch durch den nördlichsten Ort, List. Landschaftlich deutlich beeindruckender ist jedoch der „Ellenbogen“, die Halbinsel, von der aus man nach Dänemark hinüberwinken kann. Fast der gesamte Ellenbogen ist Natur- und Vogelschutzgebiet.

Aber auch sonst findet man vielerorts schöne Wege, zum Beispiel nahe des Jugendgästehauses Hörnum oder rund um Keitum. Weitere Infos zu Sylt und Informationen über Hundeauslaufflächen und -strände bietet die iOS App „Typisch Sylt“ , die kostenlos im App-Store heruntergeladen werden kann.

Mancherorts wird im Frühjahr bereits eine Kurabgabe von 1,65 € erhoben.
Vielerorts sind die Kontrollstellen jedoch noch nicht besetzt.

Geburtstagsausflug auf dem Ellenbogen, Ostersonntag 2016

Was uns überhaupt nicht gefallen hat, war das Freizeitbad in Westerland. Trotz Buchung des 4 Stunden-Tarifes (10,-€ für Erwachsene, ab 18 Uhr ermäßigt), sind wir nur eine Stunde geblieben, da selbst das wärmste Becken für uns viel zu kalt war.

Das Wetter

Sylt im Frühjahr kann wundervoll sonnig sein, jedoch sollte man warme und regenfeste Kleidung immer im Gepäck haben. Im März und April schwanken die Temperaturen im Durchschnitt zwischen 0,8 und 8,9°C. Die Monate Februar bis Mai zählen zu den niederschlagsärmsten. Das Wetter kann sich jedoch jederzeit schnell ändern.

Die Hundetauglichkeit

Wie bereits erwähnt, gibt es auf der Insel einige Hundestrände. Insgesamt an 16 Strandabschnitten sind Hunde erlaubt, vom 1. November bis zum 14. März stehen sogar alle Strände zur Verfügung. Um Rücksicht auf andere Urlauber und Hundehalter wird selbstverständlich gebeten. Zusätzlich gibt es mehrere Auslaufflächen rund um Westerland, die wir jedoch nicht besucht haben.

In alle Geschäfte, Restaurants und Cafés, die wir während des Aufenthaltes auf Sylt besucht haben, durften wir Rosa mit hineinnehmen. Wir haben die Insel als sehr hundefreundlich in Erinnerung. Schön war auch, dass wir am Strand häufig andere Hunde getroffen haben, mit denen Rosa spielen konnte.

Das Fazit

Sylt ist eine wundervolle Insel, die wirklich viel Abwechslung bietet. In der Tat kann man vor Ort viel Geld für die Verköstigung ausgeben, man hat jedoch auch immer die Möglichkeit, sich bei den üblichen Supermärkten mit Lebensmitteln einzudecken und kostengünstig zu speisen. Urlaub sollte aber Urlaub bleiben, weswegen wir auf Reisen nicht unbedingt jeden Cent zweimal umdrehen, sondern das Leben leben.

Wir genossen einen rundum hundefreundlichen Urlaub ohne negative Vorkommnisse. Vielleicht ist man auf der Insel tatsächlich „unter sich“, auch was die Hundehaltermentalität angeht. Alles wirkt entspannt und entschleunigt. Wobei, zum Thema „unter sich“: zu den Schampustrinkern zählten wir uns nicht. Aber vielleicht ist auch gerade das bezeichnend für Sylt: wer die Nähe zu den Menschen sucht, der findet sie. Wer jedoch Abstand gewinnen möchte, dem stehen unzählige Möglichkeiten offen.

Tja und ist nun jeder Zweite auf Sylt genauso blöd wie ich? Das ist wohl die einzige Frage, die ich nicht zu beantworten weiß…

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