Hund und Job – wie geht das? Part 1 [miDoggy Parade]

Julia von miDoggy hat es erneut getan; sie hat wieder zur Blogparade aufgerufen, diesmal zum Thema:

„Hund und Job – wie geht das?“

Das ist genau unser Thema! Kurz und knapp beantwortet: bei uns geht das sehr gut! Seit Rosas sechstem Tag in Deutschland begleitet sie mich in meinem Beruf als Ergotherapeutin. Unser Alltag ist nie kalkulierbar, immer abwechslungsreich und bringt so manche Hindernisse mit sich. Wie wir diese überwinden und wie es überhaupt dazu kam, dass Rosa hier an meiner Seite ist, möchte ich in diesem Monat in einer „Blogparade in der Blogparade“ erläutern.

Im ersten Beitrag soll es darum gehen, welche Voraussetzungen ich persönlich erfüllen musste, damit mein Traum „Hund und Job“ Wirklichkeit werden konnte.

Die angeborene Tierliebe

Jacky und ich im Mai 2003

Dass ich Tiere liebe, weiß jeder, der mich kennt. Wir haben seit jeher Hofkatzen, ich habe seit meinem 15. Lebensjahr Pflegepferde und noch heute ist „Süß Tante!“ das geflügelte Wort, wenn es um die Sichtung von Hunden geht.

Einen Hund wollte ich immer schon haben und vertrat hierbei die gleiche Meinung wie meine Schwester. Zu unserem Leidwesen aber nicht die unserer Eltern. „Ich möchte die Verantwortung nicht tragen!“ war das eine Argument und „Ich möchte keine Tiere im Haus haben!“ das andere. Da konnte man nichts machen, außer ungeduldig mit den Fingern auf die Tischplatte klopfen und warten… sehr lange warten! Zumindest so lange, bis die eigene Wohnung bezogen werden konnte.

Dennoch stand damals schon fest: eines Tages würde ich mir einen Hund anschaffen und im Idealfall mit Tieren und Menschen zusammenarbeiten.

Zusammen mit drei Lamas und Lucky, dem Papillon, Mai 2008

Entspannung und Verantwortung

Wer nicht mit eigenem Hund aufgewachsen ist, muss sich in die Thematik erst einfinden. Es ist meiner Meinung nach nicht möglich, sich von jetzt auf gleich einen Hund anzuschaffen und ihn sofort mit zur Arbeit zu nehmen. Ich möchte auch behaupten, dass ich Rosa überhaupt nicht bei mir hätte, wenn 2003 nicht der Grundstein für ein entspanntes Zusammensein mit Tieren gelegt worden wäre. Denn zu diesem Zeitpunkt fing ich an, im Nachbardorf reiten zu gehen. Fünf Tage die Woche (in den Ferien sogar sieben) verbrachte ich auf dem Hof, auf dem sich ebenfalls Lamas, Papageien, Schweine, Hühner, Gänse, Enten, … und vor allem Hunde, größtenteils Scottish Deerhounds, tummelten. Und sie alle mussten versorgt werden.

„Ein bisschen Spaß muss sein“ mit Bursche, September 2010

Über viele Jahre hinweg entwickelte ich mich dort stetig weiter und wurde vom „unerfahrenen Ponykind“ zur „professionellen Tiersitterin“. Ich lernte Wunden zu versorgen, ein Dutzend Hunde gleichzeitig zu füttern und Sch*** in allen Variationen aufzusammeln. Und vor allem lernte ich entspannt zu bleiben und Verantwortung zu tragen. Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein wurden geschult.

Mit diesem angesammelten Wissen war der Übergang von den Pflegetieren zu einem eigenen Hund ein Kinderspiel.

Tierischer Einfluss auf die Berufswahl

Nach dem Abitur und einer Auszeit in Neuseeland musste eine Entscheidung getroffen werden: welchen beruflichen Weg würde ich einschlagen?
Durch Zufall hörte ich von der Ergotherapie. Die vielen verschiedenen Arbeitsfelder sowie die Variationen in Bezug auf die Therapiemedien – und damit die Möglichkeit, eines Tages tiergestützt arbeiten zu können – brachten mich dazu, die Ausbildung zu beginnen und auch abzuschließen.

Mit der besten Freundin und dem Großteil der Hunde auf dem Berg, August 2011

Nach zwei Jahren beruflicher Tätigkeit in Schleswig-Holstein, leider ohne Hund, trennte ich mich 2012 von meinem damaligen Freund und zog zurück in die geliebte Heimat. Mit diesem Umschwung musste auch ein neuer Job her und für mich stand fest, dass ich mir hier die Möglichkeit offen halten wollte, eines Tages einen Hund mit zur Arbeit zu nehmen.

„Ich fange hier nur an, wenn ich irgendwann einen Hund mitbringen kann.“, lautete der Satz bei beiden Vorstellungsgesprächen, die ich hatte. Und tatsächlich stieß ich damit beide Male auf Anklang. Ganz schön mutig, denn was hätte ich gemacht, wäre ein klares „Nein“ gekommen?
Zum Glück kam ein klares „Ja“ und so fand ich ab September 2014 eine Anstellung in einer Praxis für Ergotherapie.

Die persönlichen Voraussetzungen

Früher als geplant nahm das Thema Hund Anfang 2015 einen festen Platz in meiner Lebensplanung ein. Aus Jux und Tollerei schrieb ich Far From Fear e.V. bezüglich eines Schäferhundmischlings an und wenig später saß ich im Wohnzimmer der Pflegestelle und lernte Suki kennen. Doch mit einer Abneigung gegenüber Kopftuchträgerinnen und einem sehr wachsamen Verhalten musste ich mir eingestehen, dass sie nicht die richtige für mich war.

Rosa in Spanien

Dabei war ich wirklich bereit für einen vierbeinigen Gefährten in meinem Leben: ich hatte die Aussicht auf eine eigene große Wohnung auf unserem Bauernhof, ich war in der Lage, monatlich Geld beiseite zu legen, und hatte wirklich Zeit für einen Hund.

Und dann entdeckte ich plötzlich Rosa, „eine junge, lebenslustige Hündin“. Die Beschreibung lautete weiter: „Rosa liebt Menschen – egal ob groß oder klein – und lässt sich gerne beschmusen.“.

Das klang für mich perfekt, denn natürlich musste der Hund vom Charakter zu mir und meinem Job passen. Ich sollte zunächst einmal Rosas Pflegestelle werden, mit der Option, sie später zu adoptieren. Vorprogrammiertes Pflegestellenfieber also. Aber bis zur Ankunft sollte es noch etwas dauern.

Plötzlich auftretende Zweifel

Mit voraussichtlichem Ankunftsdatum stieg die Nervosität. Vor allem bei meiner Arbeitgeberin. Fragen über Fragen ploppten auf. „Was ist wenn…“ war häufig der Satzanfang…

… der Hund die Patienten anbellt?
… sich das alles doch nicht mit dem Praxisalltag vereinbaren lässt?
… der Hund nicht alleine bleiben kann?
… der Hund doch nicht mehr in die Praxis darf?

Würde man mich dann auch verlieren?

Ja! Mutig, naiv oder irre – für mich stand fest: wenn Rosa bei mir einzieht und ich sie adoptiere, dann bleibt sie. Und wenn ich dafür den Job aufgeben muss.
Trotzdem (oder gerade deswegen) waren die Wochen vor Rosas Ankunft absolut aufregend und ich bestellte mir lauter Lektüre zum Thema „Hund und Therapie“. Denn auch in meinem Kopf kreisten die Fragen. Was ist wenn…

Wie ich Rosa in meinen Arbeitsalltag integrierte, gibt es demnächst in Part 2 zu lesen.

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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