Rückblick: Harz Dogtrekking 2016

Vier Monate vor dem Harz Dogtrekking 2017 flammte meine Vorfreude bereits auf. Das Mittelgebirge Harz ist immer wieder einen Besuch wert und spätestens nach dem Desaster im vorigen Jahr, wollten wir dem Dogtrekking den Kampf ansagen. Dass Rosa und ich teilnehmen würden, stand außer Frage! Nur um die Begleitung mussten wir uns Gedanken machen, hofften aber natürlich auf Jan, der uns schon im letzten Jahr begleitet hatte.

Doch dann kam mal wieder alles anders: Vier Wochen vor dem Dogtrekking wurde Rosa krank – sie hatte Husten. Knapp drei Wochen hielt dieser an und schweren Herzens musste ich unsere Teilnahme absagen. Während sich die tapferen Mensch-Hunde-Teams also die Trails entlang kämpften, blieb für mich Zeit, die Erlebnisse aus 2016 niederzuschreiben. Warum war es im letzten Jahr eigentlich ein Desaster?

Hohe Motivation bei allen Sportlern…

Im Juli 2016 stiegen Rosa und ich in den Zughundesport ein. Ohne wirklich Ahnung von der ganzen Materie zu haben, ließen wir uns bei den RuhrRoller-Dogs mit dem passenden Equipment ausstatten und starteten dann mit den ersten Canicross-Versuchen. Mit dabei waren Franziska und ihre Hündin Bella, durch die wir überhaupt auf diesen Sport aufmerksam geworden sind. Mit Hilfe der „Special Edition 01“ der Zeitschrift „dog & sport“, informierten wir uns über die Grundlagen und Rosa und ich fanden schnell Gefallen am gemeinsamen Laufen. Und je öfter wir trainierten, desto besser wurden wir.

Als Franziska und ich vom Harz Dogtrekking (kurz: HDT) lasen, waren wir uns schnell einig, dass wir daran teilnehmen wollten. Organisiert wurde dieses von Hundwegsam.

21 km Wandern im Hochsolling

Motiviert meldeten wir uns für die Dogtour an, die in etwa 33 Kilometer lang sein sollte. Eine ganz schöne Hausnummer für uns, die wir zuvor noch nie so weit gewandert waren! Aber noch blieb ja Zeit – das HDT 16 fand Anfang November statt. Und so stellten wir uns Mitte September der Feuer-, beziehungsweise Wasserprobe, und erwanderten bei Dauerregen den Hochsolling. 21 Kilometer absolvierten wir in 4,5 Stunden und auf diesem Weg testeten wir direkt unser Equipment.

Zwei neue Booties, eine AutoDogMug, ein Paar Trekkingsocken und ein Paar Trekkingschuhe später waren wir dann bereit für das HDT. Na ja, fast. Die Wettervorhersage „Es wird am 5. November 2016 in Elbingerode kein gutes Wetter geben … die Temperatur fällt auf 1°C und es gibt Regen“ (Siri) brachte mich dazu, noch schnell einen Zughundesport-Mantel für Rosa zu bestellen.

Perfekt ausgestattet, sind wir bereit für den Harz

Obwohl es sich vorher schon angekündigt hatte, sagte mir meine Begleitung erst einen Tag vor dem HDT aus Krankheitsgründen ab. Als Ersatz sprang Jan ein, dem ich dafür noch immer dankbar bin. Abends zuvor backte ich Bananenbrot, packte das Equipment zusammen und am Eventtag klingelte um 5 Uhr der Wecker, um Elbingerode rechtzeitig zu erreichen. Unsere Motivation hatte stark zu kämpfen, da es Zuhause in Strömen regnete. Zum Glück empfing uns der Harz jedoch trockenen Fußes.

Nach Ausgabe einer detailgetreuen, qualitativ hochwertigen Karte (nicht), starteten wir um 8:19 Uhr und hefteten uns an (nicht) Ortskundige. Bereits nach fünf Minuten hatten wir den falschen Weg eingeschlagen und vertrauten von da an lieber unseren eigenen Navigationsfähigkeiten. Kurz darauf sammelten wir noch drei andere Tourer ein, die dank der detailgetreuen, qualitativ hochwertigen Karte auch in falscher Richtung unterwegs waren.

Jan und ich versuchen den richtigen Weg zu finden

Aber es kam noch schlimmer: Irgendwann herrschte allgemeine Ratlosigkeit über den Fortverlauf des Weges. Acht Menschen und sieben Hunde waren auf falschen Trails unterwegs. Und es kam, wie es kommen musste. Wie – im – Film: wir waren im Kreis gelaufen! Und das nicht nur geradeaus, sondern bergauf und bergab. Insgesamt zwei Stunden extra!

Irgendwie, irgendwo und irgendwann fanden wir dann doch wieder den richtigen Trail. Zumindest für ein paar wenige Kilometer… zu dritt machten wir nämlich erneut den Fehler, uns auf andere zu verlassen, und schlugen unbewusst den Rückweg ein. Dank der detailgetreuen, qualitativ hochwertigen Karte war es nämlich nicht so leicht zu bestimmen, wo genau wir uns befanden. Und die Netzabdeckung im Hochharz war eher schlecht als recht, sodass die Smartphones keine große Hilfe waren. Motiviert wie wir waren, kämpften wir uns dennoch auf den richtigen Weg zurück. Dann trafen wir auf zwei Wanderinnen, die uns direkt noch einmal in die falsche Richtung schickten. Es reichte! Wir strichen die Zwischenstation, und somit das erfolgreiche Bewältigen der Dogtour, und machten uns auf den Rückweg.

Nebel steigt auf, als die Dämmerung einsetzt

Wir liefen nicht lange alleine, sondern trafen schon bald den Rest der acht Verirrer von zuvor. Die Hunde waren allesamt fit und motiviert, wenn auch müde. Bei uns Menschen setzten jedoch so langsam die Schmerzen ein und längst hatte sich das Tageslicht verabschiedet… Mit ein paar wenigen Stirnlampen, GPS-fähigen Smartphones und einer Knie-Verletzten im Schlepptau, deren jungen Hund Jan übernehmen musste, erreichten wir dann nach gut 12 Stunden und 41 (statt 33) Kilometern das Ziel. Für das i-Tüpfelchen sorgte der Regen, der uns zuletzt begleitete. Was für eine Tortour!

Eine Übersicht der Strecke gibt es hier.

Am Folgetag rührten wir uns nicht mehr wirklich. Es blieb genug Zeit, das Erlebte Revue passieren zu lassen. Ein Jahr später wäre so ein Desaster nicht passiert. Längst bin ich besser ausgestattet: komoot ist mit Offlinekarten auf dem Smartphone verfügbar, eine Stirnlampe gehört zum eigenen Equipment und allgemein sind wir erfahrener. Keine Profis – mitnichten! Vielleicht schaffen wir es ja, am HDT 18 teilzunehmen.

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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