Wandern im Elbsandsteingebirge – Part 4

Das Elbsandsteingebirge bietet hervorragende Möglichkeiten, das unumgängliche Urlaubsende bittersüß zu gestalten. Wenn auch die Heimfahrt droht, kann man doch noch eine beliebig lange Wanderung durch die Sächsische oder Böhmische Schweiz machen und damit den (Kurz-) Urlaub gebührend ausklingen lassen. Wir entschieden uns für eine knapp 16 km lange Wanderung ab Schmilka an der Grenze zu Tschechien entlang.

28. Mai 2017
Schmilka – Ilmenbach – Bergsteig – Erlsgrund – Winterbergstraße – Kipphornaussicht – Müllerwiesenweg – Fremdenweg – Richterschlüchte – Großer Zschand – Zeughaus – Roßsteig – Goldsteinaussicht – Roßsteig – Reitsteig – Wurzelweg – Ilmenbach – Schmilka
15,7 km – 4:30 Std

Vor der Wanderung

Historische Mühle & Bäckerei

… standen wir vor einem Problem, welches es zu lösen galt: wir hatten unsere Unterkunft bereits verlassen und einige Lebensmittel in einer Kühltasche dabei, die wir weder auf die Tour mitnehmen noch im Auto lassen konnten, da wir bis zu 30° C bekommen sollten. Die Idee war, eine Örtlichkeit zu finden, an welcher die Tasche für uns aufbewahrt werden würde. Dies gelang uns innerhalb kürzester Zeit, denn ein Mitarbeiter der Historischen Mühle & Bäckerei Schmilka, welche an unserem Startpunkt lag, stellte uns einen Platz in der Bierkühlung zur Verfügung.
Es konnte losgehen!

Zur Kipphornaussicht

Vorne in Deutschland, hinten in Tschechien

Startpunkt war, wie schon erwähnt, der kleine Ort Schmilka, wo wir erneut einen kostenlosen Platz in einer Parkbucht fanden. Zunächst folgten wir dem Ilmenbach bergauf, vorbei an der Historischen Mühle & Bäckerei, bis hin zum Wald. Wir bogen nach rechts auf den Bergsteig ab und kurze Zeit später auf den Erlsgrund, wo wir teilweise einem idyllischen Pfad folgten. Der Erlsgrund führte uns zur Winterbergstraße. Diese verläuft in Serpentinen an der Deutsch-Tschechischen-Grenze, sodass es einem möglich ist, mit einem Fuß in Deutschland und mit dem anderen in Tschechien zu stehen. (Oder mit den Vorderpfoten im einen und mit den Hinterpfoten im anderen Land.)

Schon bald erreichten wir das erste Highlight der Tour: die Kipphornaussicht. Es wurde sofort deutlich, dass wir uns richtig entschieden hatten, noch eine letzte Wanderung zu unternehmen, denn die Aussicht war zum wiederholten Male grandios. Wir konnten in Richtung Tschechien über die Elbe und viel Wald blicken und in Richtung Deutschland über die Elbe und Sandsteinfelsformationen. Es fiel uns nicht schwer, noch einmal die Seele baumeln zu lassen und die Landschaft in uns aufzunehmen.

Abstieg zum Zeughaus

Richterschlüchte

Vom Aussichtspunkt aus ging es über den Müllerwiesenweg und im Anschluss über den Fremdenweg zunächst noch etwas bergauf. Der Abstieg begann dann in den Richterschlüchten. In Erinnerung blieben mir vor allem der weiche Waldboden und hin und wieder Felsblöcke, über die es zu klettern galt. Je tiefer man in die Schlucht eindrang, desto sandiger wurde der Boden – ideal für Hundepfoten und nur Jan schimpfte kurz, dass er ständig Sand in seinen Halbschuhen hatte. Zu unserer Linken und Rechten türmten sich hohe Sandsteinfelsen auf. Die Bäume, Büsche, Moose und anderen Pflanzen trugen ein sattes Grün.

Eine Möglichkeit, die Tour abzukürzen, bietet sich beim Abzweig Fremdenweg/Richterschlüchte. Geht man vom Fremdenweg aus geradeaus weiter, trifft man auf den Roßsteig, der einen links wieder Richtung Schmilka führt.

Beim Verlassen der Schlucht traten wir auf eine kleine Lichtung mit knallgrünem Gras. Wir folgten dem Großen Zschand nach links und begegneten kurz vor dessen Ende noch einer Blindschleiche. An der Kreuzung muss man links abbiegen, um das Zeughaus zu erreichen. Dort einkehren kann man – muss man aber nicht. Die Preise sind hoch – die Inhaber wissen um ihren Standort am „Knotenpunkt“ vieler Wanderwege. Wir gönnten uns dennoch eine fritz-kola im Schatten und ruhten uns für den weiteren Weg aus.

Zur Goldsteinaussicht

Nahe des Zeughauses

Wie schon beim Prebischtor, bekamen wir von anderen Wanderern zu hören, dass sich etwas nicht lohnen würde. In diesem Falle der Weg zum nächsten Aussichtspunkt, welcher zum berühmten Malerweg gehört. Da er jedoch auf unserer Route lag, kämpften wir uns den Roßsteig bergauf und befanden uns schon bald bei der Goldsteinaussicht. Erneut wurden wir nicht enttäuscht, was nur die Subjektivität von Meinungen bestätigt. Sowohl der Weg durch den Wald als auch die Aussicht waren in unseren Augen schön. Sicher, das Elbsandsteingebirge hat Orte mit mehr Wow-Effekt (z.B. die Kipphornaussicht), dennoch gefiel es uns.

Zurück nach Schmilka

Ein kleiner Snack aus der Bäckerei vor der Heimfahrt

Alles, was man zuvor bergauf gegangen ist, wandert man ab dem Aussichtspunkt wieder abwärts. Zunächst entlang des Roßsteigs und dann weiter auf dem Reitsteig. Links zweigt schließlich der Wurzelweg ab, den wir uns anhand der Touren-Beschreibung im Internet etwas spektakulärer vorgestellt hatten. Das letzte Stück war jedoch sehr idyllisch, da wir dort wieder auf den Ilmenbach trafen. Diesem folgten wir bis Schmilka.

Wir ließen es uns nicht nehmen und holten nicht nur unsere Kühltasche ab, sondern kauften direkt auch noch einen leckeren Snack für uns und ein Brot für meine Mutter – die Waren aus der Backstube der Historischen Mühle & Bäckerei sind wirklich sehr zu empfehlen! Gesättigt und zufrieden traten wir also die Heimreise nach Niedersachsen an.

Fazit

Keine Menschenmassen, geniales Wetter, wunderschöne Aussichtspunkte, viele Waldwege, abwechslungsreiche Natur, absolut hundefreundlicher Untergrund mit viel Sand und Erde – das beschreibt so ziemlich den Abschluss unseres Kurzurlaubes.

Sand unter den Pfoten, die Rosa etwa 70 km in vier Tagen getragen haben

Diese letzte Wanderung war perfekt zum „Lebewohl“- und „Wir kommen bestimmt wieder“-Sagen. Trotz der wirklich heißen Temperaturen konnten wir die Runde wunderbar laufen, da der größte Teil der Strecke im Schatten der Bäume lag. Zudem wehte eine leichte Brise. Die kalte Erfrischung im Zeughaus tat gut, die hohen Preise dort waren jedoch nicht gerechtfertigt.

Wie die anderen drei Routen auch, können wir diese letzte, die wir vom Schwierigkeitsgrad als mittel einstufen, guten Gewissens weiter empfehlen. Highlight dieser Tour war die Kipphornaussicht.

Welches Equipment wir dabei hatten, kann man im Hauptartikel „Himmelfahrt im Elbsandsteingebirge“ nachlesen.

••• Du folgst uns noch nicht auf Facebook? •••
Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben
••• Mit Fotoalbum zum Urlaub im Elbsandsteingebirge! •••

Eine Antwort auf „Wandern im Elbsandsteingebirge – Part 4“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.