Wandern im Elbsandsteingebirge – Part 3

Nachdem wir am Vortag die „Wilde Hölle“ überlebt hatten, zog es uns am Samstag nach Himmelfahrt in die Böhmische Schweiz. Ohne EU-Heimtierausweis und Maulkorb waren wir mit Hund wirklich schlecht ausgerüstet, sodass fraglich war, ob dieser Ausflug in den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges überhaupt planmäßig ablaufen würde. Aber ein bisschen Spannung gehört in jedes Abenteuer. Hier also mein Beitrag zu unserer dritten und längsten Wandertour während des Kurzurlaubes.

27. Mai 2017
Hřensko (CZE) EuroOil – Flussmündung Kamnitz/Elbe – Kamnitz/Kamenice – Edmundsklamm – Kahnfahrt – Mezná – Mezní Louka – Gabrielensteig – Prebischtor – Gabrielensteig – Dlouhá Bělá – Kamnitz/Kamenice – Flussmündung Kamnitz/Elbe – Hřensko (CZE) EuroOil

22,5 km – 7:26 Std

Wichtige Information

Rosa und ich in der Edmundsklamm

Wie bereits im Hauptbeitrag „Himmelfahrt im Elbsandsteingebirge“ geschrieben, muss man bei Einreise nach Tschechien den EU-Heimtierausweis des Hundes mitführen und damit eine gültige Tollwutimpfung nachweisen können. Unser Plan war an diesem Tag, die Böhmische Schweiz zu erkunden. Ich zählte auf meine Auslandserfahrung, innerhalb der EU seit Jahren nicht mehr an der Grenze kontrolliert worden zu sein, denn wie das so ist, lag Rosas Ausweis (mit Impfeintrag) über 400 km entfernt im heimischen Regal. Wir wurden zum Glück nicht kontrolliert.

In Tschechien herrscht in öffentlichen Verkehrsmitteln und an öffentlich zugänglichen Plätzen ein Leinen- und Maulkorbzwang.

Die Wanderung durch Tschechien

An der Elbe

In Hřenkso fanden wir gegenüber der EuroOil Tankstelle eine Parkbucht, in der wir kostenlos parkten. Wir folgten der Elbe (Labe) bei diesem fantastischen Wetter flussaufwärts bis zur Flussmündung der Kamnitz (Kamenice) und wanderten dann am Ufer entlang, zunächst ein Stück weit durch den Ort. Der Unterschied zu Deutschland war sofort spürbar, da es unzählige Stände mit (sicherlich gefälschten) Markenklamotten gab, egal ob Hüte, T-Shirts, Hoodies oder Taschen.

Jan und Rosa kurz vorm Erreichen des Kahn-Anlegers

Uns zog es an diesem heißen Tag aber direkt zum „Eingang Klammen“, denn die Wanderroute führte uns durch die Edmundsklamm. Es herrschte ein angenehmes Klima zwischen der Kamenice, den dichten Bäumen und den feuchten Felsen. Nach nur 30 Minuten Fußmarsch erreichten wir den Bootsanleger für die Kähne durch die Klamm. Jan kaufte uns und Rosa Tickets (6,-€ für zwei Erwachsene, 1,50 € für einen Hund) und berichtete mir, dass beim Schalter stand, dass Hunde „nur mit Beisskorb“ erlaubt waren.

Abfahrt

Rosa hat keinen. Einige Boote vor uns ging ein kleiner Terrier ebenfalls ohne Maulkorb an Board. Das ließ mich hoffen, dass die Tschechen ein Auge zudrücken würden. Eine knappe Stunde warteten wir bis zum Entern des Kahns. Der Kapitän fragte mich dann tatsächlich nach dem „Beißkorb“, ließ uns aber auf mein „Nein, sie ist aber ein Therapiehund.“ einsteigen. (Vermutlich hätte er das auch ohne den Zusatz.)

Die Fahrt mit dem Kahn war sehr touristisch. Der Kapitän spulte sein Programm auf Tschechisch und Deutsch ab, wobei dieses vor allem aus Hinweisen bestand, welcher Felsen wie Bart Simpson aussieht, welcher wie eine Schlange…

In der Klamm

Es war in Ordnung aber nicht überragend. Mit uns im Boot saß zudem ein Mann mit schwarzer Hose, der sich durch Rosas Haare an seiner Kleidung sichtlich gestört fühlte. Es war jedoch einfach eng und ein Ausweichen nicht möglich. Zumindest ich nahm es also mit Humor. Jan und ich waren der Meinung, dass wir eine weitere Kahnfahrt nicht benötigten, weswegen wir uns dazu entschlossen, der Touristenklamm zu entfliehen und nach Mezná abzubiegen.

Es ging bergauf aus der Klamm heraus und mit jedem Meter wurde es heißer, sodass wir das verlockende kühle Getränk der ersten Gaststätte nicht ausschlagen konnten. Wir ergatterten einen Schattenplatz (Rosa als echte Spanierin legte sich in die Sonne) und genossen kurz diese Pause.

Pause mit kühler Coke

Ab Mezná ging es an einer Straße entlang nach Mezní Louka, wo der Gabrielensteig beginnt. Dort nahm die Wandererdichte noch einmal zu, was mich im Hauptbeitrag zur Aussage bewegt hatte, es wäre teilweise wie eine Völkerwanderung im Elbsandsteingebirge. Nichts desto trotz war der Weg schön und vor allem der Untergrund sehr hundetauglich – viel Sand!

Wie schon die Sächsische Schweiz, überzeugte die Böhmische Schweiz mit grandiosen Ausblicken: Wälder, soweit das Auge reicht, riesige Sandsteinfelsformationen und dazu der wolkenlose blaue Himmel. Der Gabrielensteig führte uns zum Prebischtor, der größten natürlichen Sandstein-Felsbrücke Europas. Trotz der Vorwarnung von Bekannten, der kostenpflichtige Eintritt würde sich nicht lohnen, bezahlten wir, um zu den ingesamt drei Aussichtsplattformen zu gelangen.

Jeder einzelne Cent dieser 3,- € pro Person war es wert! Vor allem die oberen Aussichtspunkte, mit Blick auf das Prebischtor, waren überwältigend. Wir beobachteten Kletterer und einen Papageien, der auf einem Monolith saß. Außerdem machten wir eine wohlverdiente Pause, nachdem wir insgesamt schon 5,5 Stunden unterwegs waren.

Im Anschluss folgten wir wieder dem Gabrielensteig und trafen schließlich auf die Dlouhá Bělá, ein Fließgewässer, an dessen Ufer wir zurück in Richtung „Eingang Klammen“ gingen. Wie schon am Morgen gingen wir an der Kamnitz entlang bis zur Flussmündung der Elbe und kamen nach etwa 7,5 Stunden in Hřensko an der EuroOil an.

Fazit

Sandsteine und ganz viel Wald

Trotz des hohen Menschenaufkommens war die Tour wieder einmal absolut genial, sodass wir sie ohne zu zögern weiter empfehlen. Sie war einfach zu laufen und die knapp 23 km kamen einem nicht so weit vor.

Auch die Böhmische Schweiz besticht mit ihrer Abwechslung aber vor allem mit sehr hundefreundlichem Untergrund, sodass zumindest wir überhaupt kein Problem mit wunden Pfoten hatten. Um unnötigen Risiken zu entgehen, sollte man auf jeden Fall den EU-Heimtierausweis und einen Maulkorb für den Hund dabei haben.

Vermutlich lohnt sich ein frühes Aufstehen, um den Menschenmassen der Edmundsklamm und auch auf dem Gabrielensteig zu entgehen. Wer es bis zum Prebischtor geschafft hat, sollte unbedingt auch den Eintritt zahlen, um ein paar Wow-Momente zu erleben.

Welches Equipment wir dabei hatten, kann man im Hauptartikel „Himmelfahrt im Elbsandsteingebirge“ nachlesen.

••• Du folgst uns noch nicht auf Facebook? •••
Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben
••• Mit Fotoalbum zum Urlaub im Elbsandsteingebirge! •••

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.