Wandern im Elbsandsteingebirge – Part 2

Im Zuge des langen Himmelfahrtswochenendes reizte uns die „Wilde Hölle“ in der Sächsischen Schweiz. Eine schwierige Wanderung sollte es werden! Ob Jan und ich uns das gut überlegt hatten? Immerhin sollte auch Rosa heile am Carolafelsen ankommen, von wo aus die Aussicht über das Elbsandsteingebirge gigantisch sein soll. Und was macht man, wenn man plötzlich vor einer meterhohen Stiege steht, an der es für Hunde nicht weiter geht? Das alles erzähle ich in diesem Beitrag zu unserer zweiten Wanderung.

26. Mai 2017
Kirnitzschtalstraße/Nasser Grund/Wanderparkplatz – Eulentilke – Wilde Hölle – Reitsteig – Carolafelsen – Reitsteig – Obere Affensteinpromenade – Obere Häntzschelstiege (bzw. querfelsein) – Langes Horn – Reitsteig – Kleiner Kuhstall – Königsweg – Vorderer Heideweg – Dietrichsgrund – Flößersteig – Wanderparkplatz/Nasser Grund/Kirnitzschtalstraße
12,3 km – 4:52 Std

Jan und Rosa unter einem Felsvorsprung in der Eulentilke

Ausgangspunkt war erneut die Kirnitzschtalstraße, diesmal nahe des Wanderparkplatzes „Nasser Grund“, der jedoch komplett überfüllt war. Aus diesem Grund parkten wir kostenlos ein paar hundert Meter weiter nahe einer Waldzufahrt. Von dort aus wanderten Jan und ich mit Rosa los.

Kurz nach Überquerung der Kirnitzsch liefen wir den Nassen Grund entlang, dies aber nur so lange, bis er links in die Eulentilke abzweigte. Die vielen Sandsteinfelsen und teilweise riesigen Überhänge machten die Schlucht zu einem besonderen Erlebnis. Und wieder leuchtete der Wald in allen erdenklichen Grüntönen!

Als auf einem Wegweiser die Wilde Hölle „(schwierig)“ ausgeschildert war, stieg unsere gespannte Vorfreude, immerhin wussten wir nicht, wie schwierig – und somit machbar mit Hund – es wirklich werden würde. Wir waren aber fest entschlossen, die Hürde zumindest in Angriff zu nehmen.

Es begann zunächst harmlos mit ein paar Steinstufen, die wir und Rosa trotz starker Steigung ohne Probleme meisterten. In den Nationalparks herrscht Leinenpflicht, dennoch ließ ich Rosa in der Hölle von der Leine, um unser beidiges Verletzungsrisiko zu minimieren. Jeder musste sich seinen eigenen Weg über die Felsen suchen!

Zweimal wurde es heikel in der Wilden Hölle: Rosa musste mit Jans Hilfe einen kleinen Absatz hoch, dann auf einen Felsen klettern und über eine 1 m breite Felsspalte springen. Ich hatte dabei deutlich mehr Angst als sie! Das zweite Mal wurde es aufregend, als es ein paar Stiege hoch ging. Ich kletterte halb hoch, ließ mir Rosa anreichen und hievte sie dann über mich nach oben. Geschafft!

Der letzte Teil der Hölle war unproblematisch. Wir folgten dem Reitsteig ein kurzes Stück und bogen dann rechts zum Carolafelsen ab. Hier ernteten wir nicht nur einen wahnsinnigen Panoramablick auf die Affensteine und über die Sächsische Schweiz, sondern auch jede Menge Bewunderung für Rosa. Die meisten Wanderer schauten uns nur ungläubig an als wir erzählten, wir hätten schon gemeinsam die Wilde Hölle gemeistert.
Oben auf dem Felsen machten wir eine entspannte Pause und kletterten ein bisschen herum. Rosa war wirklich super! Sie wurde mehr und mehr zur Bergziege, wobei sie teilweise all ihren Mut zusammenfasste, um uns über Spalten hinweg auf einzeln aus der Landschaft herausragende Felsen zu folgen. Sie bekam dafür vor allem von mir viel Anerkennung!

Den Reitsteig wieder ein Stück zurück, folgten wir nun der Oberen Affensteinpromenade in Richtung Nordwesten. Laut unseres Wanderplans sollte dies eine Sackgasse sein, die teilweise mit grandiosen Aussichten trumpfte. Allerdings stellten wir bald fest, dass es die (Obere) Häntzschelstiege gibt: eine Stiege zwischen zwei Felswänden, meterhoch! Ich selbst – als total Abenteuerlustige – wäre unheimlich gerne dort hochgeklettert, doch mit Rosa zusammen war es schlichtweg unmöglich. Zumindest aber Jan sollte diesen Spaß haben und so stellte er sich in die Warteschlange. Er sollte sich nach Rückkehr melden…

Obere Affensteinpromenade

Von einigen Wanderern informiert, dass es eine schwer zu findende Alternativroute geben würde, liefen Rosa und ich ein Stück weit die Affensteinpromenade zurück, den großen Felsen zu unserer Linken immer im Blick, denn irgendwo sollte es ja einen Weg hinauf geben. Also kraxelten wir schließlich an irgendwelchen Felsen vorbei durch Gestrüpp und dann wurde es erst richtig abenteuerlich. So abenteuerlich, dass ich nicht einmal filmte oder Fotos machte! (Durchaus aber hoffte, dass ich diesen Wahnsinn nicht bereuen würde…) Und wenn ich schon keine Fotos oder Videos mache, dann heißt das schon was.

Rosa, die kleine Bergziege

Zunächst einmal kletterte ich an einem abgestorbenen Baum einen steilen Felsen empor. Als ich oben war bemerkte ich aber, dass dies kein Weg für Rosa war. Also kletterte ich wieder runter und hob sie auf einen Felsvorsprung. Ich folgte ihr und suchte nach der nächsten Möglichkeit, nach oben zu gelangen. Rechts gab es eine Höhle, die aber sehr eng war, sodass ich nicht glaubte, dass sie weiter nach oben führte. Links waren kleinere Felsvorsprünge, allerdings dicht bewachsen. Es nützte nichts, wieder musste ich runterklettern, Rosa holen, sie hoch hieven und ihr hinterher. Das alles schweißgebadet, versteht sich. Rosa vertraute mir und schien genauso erleichtert gewesen zu sein wie ich, als wir endlich einen flacheren Felsen erreichten. Von diesem aus ging es noch ein Stück bergauf, wieder durch Gestrüpp, bis wir auf Wanderer trafen! Ich war unglaublich erleichtert!!!

Wir genossen noch kurz die wirklich atemberaubende Aussicht und dass wir die Leute, die wir zuvor am Fuße des Stieges getroffen hatten, mit unserer plötzlichen Anwesenheit überraschen konnten. Sie waren wirklich fasziniert davon, wie gut Rosa die Kletterpartien mitmachte. (Und ja: ich auch!)

Jan genießt die Aussicht am Langen Horn

Als wir wieder mit Jan vereint waren, folgten wir dem Langen Horn, machten zwischendurch noch eine kleine Pause und erreichten schließlich wieder den Reitsteig. Bei einem weiteren Aussichtspunkt durfte sich Rosa über ein Stück Lachs von jungen Menschen freuen, dann ging es auch schon weiter.

Unterwegs besuchten wir noch den Kleinen Kuhstall, eine kleine Variante des Felstors vom Vortag. Dieser Ort war nicht ausgeschildert und wir fanden ihn nur über die genaue Positionsangabe durch unsere Komoot-App. Ein Stück weiter befand sich ein riesiger Felsüberhang. Nachdem wir auch diesen besichtigt hatten, gingen wir den gleichen Weg zurück bis zum Reitsteig. Von dort führte ein Wanderweg in Richtung Königsweg. Teilweise ging es über einen langen Zeitraum ziemlich steile Treppen hinab und wir waren froh, dass wir diese bei den hohen Temperaturen nicht bergauf gehen mussten.

Die Kirnitzschtalbahn

Als wir den Königsweg erreichten, folgten wir ihm, bogen dann noch einmal rechts ab, um auf den Vorderen Heideweg zu kommen und näherten uns der Kirnitzsch dann auf dem Dietrichsgrund. Das letzte Stück führte dann direkt am erfrischenden Fluss, den Flößersteig, entlang. Wir liefen bis zum Wanderparkplatz und von dort aus wieder zu unserem Auto an der Kirnitzschtalstraße.

Als Belohnung kehrten wir noch im Hotel*** Forsthaus ein, wo wir uns große Eisbecher und kalte Getränke gönnten. Natürlich bekam auch Rosa eine Belohnung.

Fazit

Wir waren von der Tour wirklich begeistert. Die Entscheidung, eine schwierige Tour zu gehen, hat sich definitiv gelohnt. Der Aufstieg durch die Wilde Hölle war abenteuerlich und somit ganz nach unserem Geschmack.
Insgesamt war der Weg wirklich abwechslungsreich: zum einen von der Umgebung (Felsschluchten, Wald, offene Flächen, Ausblicke über die Region), zum anderen vom Untergrund (befestigter Weg, Geröll, Felsen, Sand, Erde).

Der Ausblick vom Carolafelsen zählt definitiv zu den Highlights unseres Kurzurlaubes im Elbsandsteingebirge. Hier lohnt es sich definitiv, eine Rast einzulegen! Es soll auch sehr lohnenswert sein, sehr früh/spät dort zu sein.

Für Hunde ist nur die Häntzschelstiege nicht passierbar. Wer nicht wie wir den wahnsinnigen Aufstieg „querfelsein“ wagen möchte, der kann die Obere Affensteinpromenade bis zum Reitstieg zurückwandern und dort seinen Marsch fortsetzen.

Welches Equipment wir dabei hatten, kann man im Hauptartikel „Himmelfahrt im Elbsandsteingebirge“ nachlesen.

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