Wandern im Elbsandsteingebirge – Part 1

Am langen Himmelfahrtswochenende besuchten mein Freund Jan, Rosa und ich zum ersten Mal das Elbsandsteingebirge und machten insgesamt vier größere Wanderungen durch die Sächsische und Böhmische Schweiz. Jede Tour war einzigartig und verankerte in uns den Wunsch, im nächsten Jahr wiederzukommen. In diesem ersten Beitrag berichte ich von unserem Himmelfahrts-Ausflug, der uns unter anderem zum Kuhstall führte und im Anschluss passenderweise die Himmelsleiter hinauf.

25. Mai 2017
Kirnitzschtalstraße/Buschmühle – Neumannmühle – Zeughausstraße/Zschandstraße – Bärenfanggrube – Fremdenweg – Kuhstall – Himmelsleiter – Kuhstallstraße – Rössersteig – Rundweg 1 – Folgenweg – Dietrichsgrund – Vorderer Heideweg – Unterer Affensteinweg – Königsweg – Zeughausstraße – Kleiner Zschand – Kirnitzschtalstraße/Buschmühle
19,5 km – 5:05 Std +

Ausgangspunkt war die Kirnitzschtalstraße nahe der Buschmühle, wo wir, wie viele andere Wanderer auch, kostenlos am Straßenrand auf dem Grünstreifen parkten. Von dort aus konnte die Tour losgehen, auf die uns Lisa, Patrick und Lewis begleiteten. Lisa folgt Rosas Facebook-Seite schon länger und da sie in Dresden wohnt, ergab sich dieses spontane Treffen. Patrick ist Lisas Freund und Lewis ihr kletterbegeisterter Fox Terrier.

Sandsteinfelsen entlang der Zeughausstraße

Wir folgten der Kirnitzschtalstraße/Kirnitzsch flussabwärts. Als wir die Neumannmühle erreichten, passierten wir den Fluss und bogen links in die Zeughausstraße* ein. Ab hier ging es einige Kilometer über den befestigten Waldweg, mitten durch die vielfältigen Grüntöne der Laub- und Nadelbäume sowie der Gräser und Büsche, hin und wieder mit Aussicht auf Sandsteinformationen. An einer Weggabelung überquerten wir den Großen Zschandbach und folgten der Straße Richtung Westen.

Achtung: Obwohl wir uns auf dem Waldweg aufhielten, krabbelten einige Zecken auf den Hunden. Beim Absuchen später konnten wir beruhigt feststellen, dass sich keine einzige festgebissen hatte. An den folgenden Tagen kam Kokosöl zur äußeren Anwendung bei Hund und Mensch zum Einsatz und uns begegneten keine weiteren Plagegeister mehr.

Die Bären in der Fanggrube

Erster Stopp war dann die Bärenfanggrube, eine von Menschenhand erbaute rechteckige Kuhle, in der wohl – wie der Name schon sagt – früher Bären gefangen wurden. Tatsächlich könnte es aber auch sein, dass es Reste einer mittelalterlichen Wach- und Kontrollstelle sind.** Die Grube war nicht ausgeschildert und auf unserer Karte nicht korrekt eingezeichnet, somit fanden wir sie nur mit Hilfe anderer Wanderer. Um sie zu erreichen, muss man einen Abstecher in die „Buchschlüchte“ machen. Im Anschluss folgten wir wieder der Zeughausstraße, kamen an kleinen Steinformationen am Wegesrand vorbei und bogen dann rechts in den Fremdenweg ab.

Die erste wirkliche Sehenswürdigkeit war der Kuhstall, den wir nach einem Aufstieg über mehrere Treppen (gut zu meistern für die Hunde) erreichten. Er ist das zweitgrößte Felsentor im Elbsandsteingebirge und man geht davon aus, dass die Bevölkerung dieses benutzte, um ihr Vieh während des Dreißigjährigen Krieges vor den schwedischen Soldaten zu verstecken. Vom Kuhstall aus hat man eine schöne Aussicht über die Wälder.

Lisa mit Lewis & ich mit Rosa beim Aussichtspunkt

Da wir schon knapp zwei Stunden in Bewegung waren, kehrten wir in die Bergwirtschaft am Kuhstall ein. Mit dieser Idee waren wir an diesem Vatertag nicht alleine, dennoch fanden wir einen freien Platz in der Sonne. Per Selbstbedienung versorgten wir uns mit Getränken (leider waren die Radler nicht gekühlt). Auch Essen vom Grill hätte es gegeben, wir verzehrten aber unseren eigenen Proviant. Zu der Wirtschaft gehören auch sehr saubere Toiletten.

Frisch gestärkt ging es vom Felsentor über die Himmelsleiter nach oben zu einem Aussichtspunkt. Die Himmelsleiter ist eine sehr schmale Treppe zwischen zwei Felswänden hindurch. Hat man den Aufstieg begonnen, ist ein Umkehren nicht möglich (zumindest nicht, wenn Personen von hinten nachrücken), da es so eng ist. Für beide Hunde war die Treppe gut zu schaffen und wir alle wurden mit einem Panoramablick belohnt. Um den Aussichtspunkt wieder zu verlassen, kletterten wir über viele Sandsteinfelsen. Die Hunde wurden von Mal zu Mal trittsicherer.

Vom Kuhstall aus ging es über die Kuhstallstraße und den Rössersteig zurück zur Kirnitzsch. Hier sollen sich der Lichtenhainer Wasserfall und etwas weiter entfernt (über den Rundweg 1 und den Folgenweg) der Beuthenfall befinden, die wir beide jedoch nicht wahrnahmen – vielleicht, weil es zuletzt nicht genug geregnet hatte.

Unsere Bergziegen: Lewis & Rosa

Wir verließen das Kirnitzschtal über den Dietrichsgrund und folgten anschließend dem Vorderen Heideweg. Der Untere Affensteinweg führte uns von dort zum Königsweg, welcher uns wiederum am Fuße des Bloßstocks entlangführte.***

Den Königsweg verließen wir schließlich, um über einen Querweg zurück zur Zeughausstraße zu gelangen. Dem Weg Kleiner Zschand folgend, liefen wir parallel zum Kleinen Zschandbach zurück zur Kirnitzschtalstraße und von dort aus flussaufwärts zum Auto.

Fazit

Eine gemütliche Tour in super netter Gesellschaft! Die landschaftlichen Highlights hielten sich ein wenig in Grenzen, dennoch war es ein absolut abwechslungsreicher Weg. Am aufregendsten war sicherlich der Aufstieg über die Himmelsleiter. Vom Aussichtpunkt hatte man den schönsten Ausblick der gesamten Wanderung.

Vertrauen zwischen Rosa und mir

Vom Schwierigkeitsgrad würde ich die Strecke für Mensch und Hund als leicht bis mittelschwer einstufen, davon abhängig, ob man (wie wir) über jegliche Felsen klettert oder eben die einfachen Wege geht. Die Strecke bietet viel Raum, um eine solide Vertrauensbasis zwischen Mensch und Hund zu schaffen. Der anfangs harte Untergrund vom befestigten Waldweg wird später für die Hundepfoten freundlicher, indem er sandiger und erdiger wird.

Ich bedanke mich ganz herlich bei Patrick und Lisa, die mir ihre tollen Bilder zur Verfügung gestellt haben! Und dafür, dass sie Jan und mich auf dieser schönen Wanderung begleitet haben. Wir hoffen sehr, dass es schon bald zu einem weiteren Treffen kommt!

Welches Equipment wir dabei hatten, kann man im Hauptartikel „Himmelfahrt im Elbsandsteingebirge“ nachlesen.

* Bei Komoot erscheint der Name „Zschandstraße“.
** Diese Information habe ich im Juni 2017 der Webseite von Ingo Geier entnommen, der dort von einer Wanderung zu den Bärenfangwänden berichtet.
*** Hier endet die Komoot-Aufzeichnung (s.u.) aus unbekannter Ursache. Über die iPhone App „Trails“ haben wir die gesamte Tour aufgezeichnet.

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