Eifel Dogglekking (1)

An einem Montagnachmittag schickte mir Bloggerkollegin Kerstin von Buddy schreibt einen Screenshot aus einer Outdoor-Gruppe. Es ging um eine Mehrtagestour in der Eifel, die am folgenden Sonntag starten und drei Übernachtungen auf Naturlagerplätzen beinhalten sollte. „Klingt gut!“, war meine erste, etwas nüchterne Reaktion. Es stand außer Frage, dass Rosa und ich dabei sein würden, auch wenn ich gerade ziemlich viel um die Ohren hatte. Kürzlich machte mir jemand deutlich, dass Rosa meine Energiequelle sei. Die logische Konsequenz lautete: Sorgen vergessen, Lebensakkus laden! Und so ließen sich Kerstin, Buddy, Amber, Rosa und ich auf das Abenteuer ein.

Die Vorbereitungen & das Equipment

Bei unseren bisherigen Wanderevents (Harz, Zugspitze, Ith-Hils-Weg, ESDT) hatte ich mich immer Wochen und Monate im Voraus mit der Planung beschäftigt. Mit dem Anschmeißen des Dörrautomaten am Freitagvormittag (!) lag ich demnach nicht so ganz in meinem Komfort-Zeitplan. Aber es nützte nichts: für das Wochenende hatten sich 11 Personen und 14 Hunde zum Camp Canis-Treffen angemeldet – teilweise mit Übernachtung – weswegen ich schlichtweg keine Zeit fand, mich besser vorzubereiten. Kerstins abendliche Nachricht, dass sich die Wegplanung weiterhin schwierig gestalten würde, ließ mich dann aber endlich zur Tat schreiten. Auf „Trekking-Eifel“ schaute ich mir eine Beispieltour an und plante einen knapp 50 km langen Doghike mit Komoot, da ich in der App das Komplett-Paket freigeschaltet habe.

Bei der Trailauswahl orientierte ich mich größtenteils am „Eifel-Trekking. In 4 Nächten durch die Nordeifel.“ (siehe hier), passte die Route aber unseren Bedürfnissen an. So suchte ich zum Beispiel nach Einkehrmöglichkeiten auf dem Weg und checkte die Öffnungszeiten diverser Lokalitäten. Aufgrund dessen mussten wir beim Packen nicht über die Verpflegung nachdenken und hatten weniger Stress. Und ganz ehrlich: ich finde unterwegs darf man sich schon mal was gönnen! Deswegen landete auch ein Schwimmbad auf der Liste – wer weiß, vielleicht möchte man ja zwischendurch duschen?!

Sonntagmittag schaffte ich es dann doch endlich zu packen! Mein Artikel über das Dogtrekking Equipment*und meine Erfahrungen der letzten Touren halfen mir, alles Wichtige in meinem Rucksack zu verstauen. So konnte es pünktlich in Richtung Eifel gehen. Auf geht’s, Abenteuer!

* Eine überarbeitete Version des Dogtrekking Equipments folgt zu einem späteren Zeitpunkt und wird auf Facebook bekannt gegeben.

Sonntag/Montag – Von Olef bis zum Nordstern

Auftakt unserer Tour war ein Abendessen beim umsatzstärksten Fast-Food-Konzern der Welt, ehe wir Kerstins Auto in Olef parkten, die Hunde bereit machten und unsere Rucksäcke schulterten. Es folgte eine kurze Wanderung durch den dunklen Wald, etwa 150 hm bergauf. Nach gut 2 km sollte hier der erste Naturlagerplatz sein, doch wir fanden ihn nicht sofort. Zum Glück hatte Kerstin die genauen Koordinaten und ich eine Geocaching-App, sodass wir keine fünf Minuten später bei Land in Sicht ankamen. Man stelle sich diese Lagerplätze folgendermaßen vor: große Holzplattformen mit angrenzenden Picknicktischen und in einiger Entfernung Komposttoiletten. Fertig. Bis zu zwei Zelte finden dort Platz und die Kosten pro Nacht und Platz belaufen sich auf 10,- EUR. In der direkten Umgebung sind Natur und Felder.

► Naturlagerplatz Land in Sicht

Ohne Zelt, rollten wir dort unsere Isomatten aus, bereiteten die Lager für die Hunde, fütterten die drei und kuschelten uns wenig später in unsere Schlafsäcke. Über uns funkelten die Sterne, es war unglaublich! So oft hatte ich schon überlegt, dass ich einmal unter dem Sternenzelt schlafen möchte – nun war es endlich soweit! Zwei Sternschnuppen später war jeglicher Stress von mir abgefallen, zu meiner Rechten lag Rosa und zu meiner Linken lag Amber. Es dauerte nicht lange und der Schlaf holte uns ein.

Am nächsten Morgen pellten wir uns erst gegen 8 Uhr aus unseren Schlafsäcken. Ich hatte nur in Top und Leggins geschlafen, was etwas frisch aber durchaus okay gewesen ist. Wir tranken einen erfrischenden kalten Kaffee und packten zusammen. Die Hunde waren motiviert und wir hatten unser erstes Ziel vor Augen: Frühstück! Wir durchquerten die Ortschaft Herhahn und kamen dann nach Morsbach. Hier hatte ich uns den Morsbacher Hof samt Bauerncafé rausgesucht. Meine Erwartungen daran wurden übertroffen! Für etwa 13,- EUR p.P. bekamen wir leckeres Frühstück serviert und ich gönnte mir im angrenzenden Laden noch ein kleines Souvenir.

Obwohl unsere Körper der Meinung waren „Nach dem Essen sollst du ruhen“, wollten wir lieber „1000 Schritte tun“. Gut begehbaren Trails folgend, passierten wir eine Hochebene und freuten uns, dass die Wolken am Himmel kühlere Temperaturen aber keinen Regen brachten. Ein Großteil der Strecke führte durch ein bewaldetes Tal. Wir erreichten schließlich die Bundesstraße 266, die wir mit Vorsicht überquerten. Den Waldpfad auf der gegenüberliegenden Straßenseite fanden wir nur durch Zufall. Von dort aus war es nicht mehr weit bis in den Ort Einruhr. Zu Kerstins Leidwesen gab es dort weder eine Apotheke noch einen Supermarkt. Eines von beidem hätte sie gut gebrauchen können, da sie in der Eile des Packens nicht bemerkt hatte, dass Sohlen in ihren Schuhen fehlten. Somit lief sie bereits knapp 18 km ohne!

Der Empfehlung der Einheimischen folgend, kehrten wir im Eifelhaus ein. Eine gute Entscheidung, denn es gab nicht nur richtig leckere Pizza, sondern auch eine wahnsinnig engagierte Bedienung, die kurzerhand ihre Mutter instruierte, Einlegesohlen vom Einkauf mitzubringen. Kerstins Füße waren gerettet! Überglücklich stärkten wir uns, während sich die Wolken das erste und einzige Mal ausregneten. Eine Pizza-to-go sollte später als Abendessen dienen. (Für 1,5 Pizzas und zwei Apfelschorlen bezahlte ich 26,- EUR inkl. Trinkgeld.)

Von Einruhr aus folgten wir dem Ufer des Rursees. Die Rur hat als Nebenfluss die Urft, an deren Ufer wir anschließend bis zur Urfttalsperre wanderten. Unterwegs fanden wir noch eine Stelle, wo wir uns frisch machen konnten: weniger stinkend wandert es sich einfach leichter! Ins Schwitzen kamen wir dennoch bald wieder, denn es folgte ein monströser Anstieg: auf einer Strecke von 4,5 km bewältigten wir 230 hm. Zum Glück konnten wir uns in Wollseifen etwa ausruhen. Die Einwohner des Ortes mussten im Jahre 1946 kurzerhand Haus und Hof zurücklassen, da dort ein britischer Truppenübungsplatz errichtet wurde. Mittlerweile ist Wollseifen verlassen und die Gebäude verwittert. Eine Schule ist zum kleinen Museum umgebaut. Es gibt Gerüchte, dass es hier sogar spuken würde…

Ungeachtet dieser Tatsache erreichten wir schon bald den Nordstern, unseren zweiten Naturlagerplatz. Dieser liegt nah am Wanderweg und unweit von Camp Schelde, einem Flüchtlingslager, zu welchem eine größere Straße führt. Es war demnach nicht ganz so ruhig wie beim ersten Platz. Wir hatten es dennoch schön und die freundliche Security des Camps füllte unsere AutoDogMugs auf, sodass wir mit dem Nötigsten versorgt waren. Sie gab mir ebenfalls die Information mit, dass es im Ort, Vogelsang IP, ein Café zum Frühstücken gäbe. Das klang nach den allerbesten Voraussetzungen und somit schliefen wir in dem einzigen Funkloch weit und breit ein…

► Naturlagerplatz Nordstern

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im zweiten Teil zum
Eifel Dogglekking… HIER!

[Warum eigentlich „Dogglekking“ und nicht „Trekking“? Dogglekking ist unsere Variante von Glamping = glamouröses Camping!]

••• Du folgst uns noch nicht auf Facebook? •••
Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben
••• Mit Fotoalbum zum Eifel Dogglekking •••

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.