Dogtrekking Equipment

… oder: ein bisschen Luxus muss sein ♥

Dogtrekking, das heißt Weitwandern mit Hund. Es findet in den Great Outdoors statt und jeder weiß, dort kommt es in Bezug auf das Equipment vor allem darauf an, dass dieses leicht und funktionell ist und dem Leitspruch ‚So viel wie nötig, so wenig wie möglich‘ folgt.

Aber was ist nötig? Was muss unbedingt in den Rucksack und was kann getrost daheim bleiben? Für das Ith-Hils-Weg Dogtrekking haben meine Begleitung Jessica und ich unsere ersten Erfahrungen gesammelt und feststellen müssen: weniger ist auf Dauer tatsächlich mehr.

Der Rucksack

Jack Wolfskin Highland Trail 42 (Unisex, 42 l Volumen, 1670 g)

Zur Vorstellung des Rucksacks gibt es hier ein Video des Herstellers:

Beim Ith-Hils-Weg Dogtrekking (kurz: IHW DT) hatte ich keine Trinkblase dabei, würde das nächste Mal aber unbedingt eine mitnehmen. Auch habe ich erst beim Betrachten des Videos (oben) gesehen, dass es die ausfaltbare Flaschentasche gibt – die Netztaschen waren nämlich schwer zu erreichen und sehr eng, sodass ich zum Trinken den Rucksack absetzen musste oder auf Hilfe angewiesen war. Es lohnt sich also, sich vorher genau mit seinem Equipment auseinander zu setzen!

Besonders gut gefallen haben mir die vielen Taschen, die es mir ermöglicht haben, meine Ausrüstung gut sortiert aufzubewahren. So waren es häufig nur wenige Handgriffe, bis ich das gewünschte Etwas in den Händen hielt.
Gerade die kleinen Fächer (Deckeltasche mit Innenfach, Hüftgurttaschen) empfand ich als sehr nützlich. Im Hüftgurt befanden sich die Dinge, auf die ich schnellen Zugriff haben wollte: z.B. die Powerbank und das Messer.

Trotz Regenhülle war der Inhalt des Rucksacks am Ende der Tour klamm. Für eine nächste Tour würde ich mir also unbedingt wasserdichte Packtaschen besorgen. Ansonsten war ich mit dem Rucksack zufrieden, habe aber bisher auch keine Vergleichswerte.

Die Kleidung

Jack Wolfskin Jacke mit TEXAPORE, Fjällraven Hose aus G-1000, Nike Tights Pro Warm, zwei Paar Trekkingsocken, zwei Slips, SCHIESSER Sport-BH, Nanok Fleecejacke, McKinley Weste Hybrid Concept aus PRIMALOFT, PRO TOUCH Langarm-Laufshirt, Brooks Funktionsshirt, Decathlon Fitness-Top

Outfit 1: Fjällraven Hose, Top, Sport-BH, Slip, Trekkingsocken
Outfit 2: Tights, Brooks Funktionsshirt, Sport-BH, Slip, Trekkingsocken

Die Jack Wolfskin Jacke hielt dank G-1000 selbst beim heftigsten Starkregen komplett dicht. Die Fjällraven Hose werde ich vor der nächsten Tour einwachsen/imprägnieren müssen, um sie etwas dichter zu bekommen. Erstaunlicherweise bewährte sich eher die Nike Tights Pro Warm, da diese sehr schnell trocknete. Die Socken sollten gut sitzen, ebenso der BH. Bei den Slips ist weniger mehr, da weniger Stoff auch schneller trocknet.

Die Fleecejacke und das Langarm-Laufshirt waren nachts, genau wie die Tights, wärmende Begleiter. Die Weste kam leider nicht zum Einsatz, da der Inhalt des Rucksacks, wie schon erwähnt, im Laufe des Tages klamm wurde.

Vom Klamottenumfang hatte ich meines Erachtens genau das mit, was ich auch benötigt habe. Je nach Wettervorhersage bei der nächsen Tour würde ich eventuell statt der Fjällraven Hose direkt eine zweite Tights einpacken.

Das Hundeequipment

ACME Hundepfeife, Non-stop Free Motion Harness, Non-stop Running Belt, Non-stop Running Line, Hunter Halsband, Fettlederleine, zwei Hundekotbeutel, Tractive GPS

Neben dem Standard Dogtrekking-Equipment habe ich immer noch ein Halsband am Hund, um sie bei Passagen bergab ohne Zug führen zu können. Die Fettlederleine bewährt sich dann, wenn man den Hund kurz abgeben muss aber nicht jedes Mal die Running Line vom Belt lösen möchte. Über das Tractive GPS hätte mich mein daheimgebliebener Freund orten können, gleichzeitig habe ich es immer an Rosa befestigt. Sollten wir uns also verlieren, könnte ich sie jederzeit finden. Kompostierbare Hundekotbeutel von BioBag sind stets dabei. Die ACME Hundepfeife war im Gepäck, falls ich in einer Notlage auf mich hätte aufmerksam machen müssen.

Es ist selbstverständlich, dass das Hundeequipment vor einem Dogtrekking erprobt sein muss.

Erste Hilfe & Kosmetik

Plastikbeutel mit Clip zur trockenen Aufbewahrung, Zahnbürste, Zahnpasta, Tyrosur Gel, Haarbürste, zwei Pillen, Sprühdeo, Nasenspray, Augentropfen, etwas Hustensaft abgefüllt in einer Einwegspritze, Hustenlöser, (Blasen-) Pflaster, Sonnencreme, Desinfektions-Tücher, Ibuprofen, selbsthaftende Bandage, Polsterwatte, Taschentücher, Rettungsdecke, drei Paar Booties (ein Paar befindet sich immer griffbereit im Running Belt)

Als Heuschnupfen-geplagtes Kind geht nichts ohne mein Nasenspray. Aber auch die Medikamente gegen den Husten waren mir wichtig, auch wenn ich sie letztendlich nicht benötigte. Ich würde hier an keiner Ecke sparen – lediglich die schwere Packung Desinfektions-Tücher würde ich zuhause lassen. Gebraucht habe ich aus dieser Kategorie, neben den normalen Körperpflegeprodukten, ein Pflaster.

Die Technik

iPhone, iPhone Ladestecker, iPhone Ladekabel, Anker Powerbank, Kugelschreiber, Feuerzeug, GoPro mit diversem Zubehör (Befestigung, Ersatzakkus, Putztücher, ….), Canwelum Headlamp, Taschenmesser, Nico Hüfttasche

Die Technik spielt heutzutage eine große Rolle und da fast unsere komplette Navigation über das Smartphone lief, benötigte ich entsprechendes Equipment. Die Anker Powerbank hat mein iPhone den ganzen Weg über auf einem ausreichendem Akkustand belassen. Den Ladestecker hatte ich für den Fall dabei, dass wir irgendwo einkehren und ich die Powerbank schone. Letztendlich hätte dieser zuhause bleiben können. Was jedoch auf JEDER Tour dabei ist, ist die nico Hüfttasche. Sie ist wasserdicht und ein wahres Raumwunder: das iPhone passt samt der Powerbank hinein und es wäre noch Platz für z.B. einen Schlüssel. Der Inhalt bleibt trotz Starkregen trocken. Nur schwimmen würde ich damit nicht.

Die GoPro war auf dem Schultergurt des Rucksacks befestigt und hat Teile des IHW DT dokumentiert. Zusätzliche Akkus und weiteres Equipment waren in einer wasserdichten Dose untergebracht. Von den drei Ersatzakkus benötigte ich nur einen, allerdings habe ich auch nicht durchgängig gefilmt.

Ein Kugelschreiber gehört zu meinem Standard-Equipment. Das Messer kam (glücklicherweise?!) nicht zum Einsatz. Das Feuerzeug hingegen war goldwert, da wir damit Feuer in einer der Schutzhütten entfachen konnten.
Die Stirnlampe ist sehr hell und hat in den paar Stunden, die wir im Dunkeln unterwegs waren, nicht an Leistung verloren.

Der Notgroschen

Netzbeutel, Bankkarte, Kreditkarte, 50,- €

Da der Ith-Hils-Weg fast überall die Möglichkeit bietet, den Abzweig zu einem Ort zu nehmen, hatte ich sowohl Bargeld als auch meine Bank- und meine Kreditkarte dabei. Man weiß ja nie an welchen Ortschaften mit Einkaufsmöglichkeiten für Hundesachen man vorbei kommt!!! 😉

Benötigt habe ich letztendlich nur das Bargeld: wir haben jeder eine Cola am Abend gekauft, haben beim Bäcker gefrühstückt und sind am Ende bei einem Italiener eingekehrt. Mit 50,- € bin ich absolut ausreichend hingekommen. Die Netztasche habe ich benutzt, um in der Nacht wichtige Sachen griffbereit zu haben (z.B. das Nasenspray).

Die Verpflegung

LifeStraw Go Wasserfilter, Highwave AutoDogMug, zwei Packungen Nüse, zwei Fruchtschnitten, ein Molke-Riegel, ein Nuss-Frucht-Riegel

Auf dem ersten Abschnitt des Weges wurde das Wasser im LifeStraw Go (etwa 640 ml) und in der Auto Dog Mog knapp. Am zweiten Tag gab es jedoch immer wieder Bäche, an denen ich die Flaschen auffüllen konnte. Der LifeStraw filtert bis zu 99,9999 % der Bakterien und 99,9 % der Protozoen-Zysten aus dem Wasser. Die AutoDogMug (das Original von Highwave in den USA!) ist eines meiner absoluten Lieblings-Hundeartikel. Das Prinzip der Flasche ist einfach: man drückt das Wasser nach oben in den Trichter, der Hund trinkt, man lässt locker und das übrige Wasser fliest zurück in die Flasche. So wird nichts verschwendet.

Als Snacks hatte ich Nüsse und Riegel dabei. Rossmann hat hier ein großzügiges Angebot und gerade Nüsse sind deutlich günstiger als im Supermarkt.

Für Rosa hatte ich drei Pferdeherzen in Stücke geschnitten und gedörrt. Es war noch Restfeuchtigkeit enthalten. Zwischendurch gab es davon etwas; einen größeren Teil gab es abends vor dem Schlafen.

Das Schlafequipment

Mivall leichte Isomatte, VAUDE Navajo 250 Schlafsack, Travelsafe Reisehängematte, zwei 4m-Kletterseile, 2 Karabiner

Beim Thema Übernachtung habe ich meinen Hang nach Luxus wohl am meisten ausgelebt. Ich wollte weder am Boden schlafen, noch ohne Moskitonetz – Krabbel- und Stechviecher sind nicht so meins. Ich stieß auf die Reisehängematte mit Moskitonetz und war von der Idee begeistert.

Travelsafe Hammock – Reisehängematte mit Dach

Die Hängematte wiegt insgesamt etwa 800 g. Darin enthalten ist das Gewicht für das relativ schwere „Dach“, also die Plane, die man als Regenschutz über die Hängematte spannen kann. Da wir in einer Schutzhütte genächtigt haben und ich dort drin zwei passende Pfosten gefunden habe und somit ein Dach über den Kopf hatte, hätte ich das Dach nicht benötigt. Bei guter Wettervorhersage würde ich es das nächste Mal zuhause lassen.

Die Befestigungsseile waren mir persönlich nicht vertrauenswürdig genug, weswegen ich sie durch zwei Kletterseile und zwei Karabiner ersetzt habe. Mit etwas Übung bleibt die Hängematte auch an der richtigen Position, indem man den „Hängemattenknoten“ und den „Siberian Hitch Knoten“ benutzt. Das richtige Aufhängen sollte man vorher unbedingt üben! Tutorials zu den Knoten gibt es auf dem Hängematten ABC. Meine Generalprobe war leider entfallen, weswegen die Hängematte das erste Mal zu lose war und wir den Boden berührten und sich beim zweiten Versuch der Knoten lockerte. Danach hing sie aber perfekt.

Mit Isomatte, Schlafsack und Hund war es in der Hängematte eindeutig zu warm. Zweieinhalb Stunden lagen Rosa und ich gemeinsam darin. Es ist durchaus machbar, man sollte sich aber vorher gut arrangieren und den Hund auf dem Schlafsack liegen lassen, nicht halb darin. Teil 2 der Nacht lag Rosa neben dem zweiten Hund, Jukka, auf dem Boden. Eventuell werde ich für das nächste Mal den Hurtta Outback Dreamer (Schlafsack für den Hund) besorgen.

Mivall Light Isomatte Thermomatte grün

Die Isomatte wiegt etwa 1,3 kg und hat ihren Zweck erfüllt. Eventuell würde ich jedoch nächstes Mal probieren, ohne Isomatte in der Hängematte zu übernachten, denn gefroren habe ich zu keiner Zeit. Eher war mir etwas zu warm. Einen Versuch wäre es wert.

Vaude Navajo 250 black Schlafsack

Der Vaude Navajo wiegt etwa 800 g. Wie bereits geschrieben war mir nicht kalt. Der Schlafsack war absolut ausreichend. Wir hatten nachts Temperaturen von etwa 13°C.

Nicht direkt vergessen… Jessica hatte die Wanderkarte zum Ith-Hils-Weg dabei. Diese ist folienkaschiert und damit reiß- und wetterfest. Auf ihr sind Schutzhütten und Einkehrmöglichkeiten eingezeichnet. Wir haben sie öfter zu Rate gezogen und ich würde bei der nächsten langen Tour wieder eine solche Karte mitnehmen.

Des Weiteren hatte Jessica Plastik-Mülltüten dabei, die im Notfall auch mal als Sockenüberzieher oder Aufbewahrung für nasse Klamotten herhalten können. Fand ich persönlich eine sehr gute Idee!

Das Fazit

Der Rucksack war gut. ✅
Die Kleidung war ausreichend und muss nur durch wasserdichte Packsäcke geschüzt werden. ✅
Das Hundeequipment hat wie immer seinen Dienst geleistet. ✅
Bei der Ersten Hilfe und der Kosmetik kann alles bleiben – nur die Desinfektionstücher wandern raus. ✅
Bei der Technik hätte es ein GoPro-Ersatzakku weniger sein können. ✅
Genug Geld war vorhanden. ✅
Für die Verpflegung kommt das nächste Mal eine Trinkblase mit. ✅
Beim Thema Übernachtung bleiben das Dach und evtl. die Isomatte daheim. ✅
Für Rosa wird vermutlich ein Hurtta Schlafsack besorgt. ✅

Alles in allem bin ich recht zufrieden mit dem Equipment. Ganz außen vorgelassen habe ich das Thema Schuhe. Meine Begleiter seht ihr oben im Header. Sie waren bei dem Dauerregen klitschnass. Ich denke, dass ich mich vor der nächsten langen Tour doch noch einmal mit dem Thema Wanderstiefel auseinander setzen werde. Allgemein kann man wohl an allen Ecken und Enden das Gepäck noch optimieren. Mein Beitrag ist sicherlich kein Leitfaden zum perfekten Dogtrekking-Gepäck aber ich folge gerne dem Motto „Learning by Doing“ und freue mich somit auf den nächsten Versuch!

Und wer schon ein Dogtrekking gelaufen ist, der kann mit Sicherheit nachvollziehen, dass man über jedes Gramm froh ist, welches man nicht auf dem Rücken tragen muss. Ja, weniger ist mehr!

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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