Camp Canis³

Wie bin hier gelandet? Wie haben Rosa und ich diesen Punkt erreicht? „Du kannst nichts falsch machen“, haben sie gesagt, „Außer nicht dabei sein.“ Ist es wirklich so einfach? Wollten wir nur „nichts falsch machen“? Oder steckt mehr hinter unserer dreimaligen Teilnahme bei Camp Canis? Warum sind wir der Einladung gefolgt? Weil es hieß, es sei ein Abenteuer mit dem Hund? Na ja, seien wir mal ehrlich: vor allem ist es ein Abenteuer mit dem Matsch.

Alles kann, nichts muss. So lautet das Motto. Ihr könnt jetzt weiterlesen. Müsst ihr aber nicht. Aber so viel sei gesagt: wenn ihr einmal der Camp Canis Einladung folgt, dann gilt für euch in Zukunft: alles muss, nichts kann. Denn Camp Canis ist ein Event mit Suchtpotential.

Header-Bild: Donna Luettjen Photographie

Unser Einstieg in die Camp Canis Events war ziemlich überraschend, was nicht etwa daran lag, dass wir uns zu spät angemeldet hatten, im Gegenteil! Zum Anmeldestart waren wir die ersten, die ihre Tickets für gleich drei Events kauften: für den Tag in Hoope und für beide Tage in der Wingst. Auch unsere Teams hatten Rosa und ich fix zusammen, was also auch nicht für die Überraschung gesorgt hatte. Vielmehr war es die mangelnde Vorbereitungszeit, um mich noch einmal genauer mit den Aufgaben von Camp Canis zu befassen. Und so wurde der Saisonauftakt im wahrsten Sinne des Wortes ein Sprung ins kalte Wasser.

Foto: SAMO Fotografie

Camp Canis – Never lose Hoope
25. März 2018

Über unsere Facebook-Seite hatten wir nach Gleichgesinnten gesucht, die mit uns in Hoope, Niedersachsen, an den Start gehen wollten. Innerhalb kürzester Zeit war das Team komplett. Wir tauften uns die Viatores Mundi, die Weltreisenden, denn unser Team bestand aus lauter Tierschutzhunden: Bilbo, Erica, Corti und Rosa aus Spanien sowie Greta und Alex aus Rumänien. Aus gesundheitlichen Gründen verließen uns aber kurz vor dem Event Greta und Corti und stattdessen sprangen Lotta und Nero ein.

Rosa und ich hatten das Glück, alle Teammitglieder im Voraus, unter anderem auf unserem Viatores Mundi Treffen, kennenzulernen. Alle weiteren Absprachen fanden über eine WhatsApp-Gruppe statt. Es war nicht immer einfach, mit 6-8 Leuten zu kommunizieren und sich einig zu werden. Ich gestehe, dass ich das ein oder andere Mal am gesamten Team gezweifelt habe, da ich in dem halben Jahr der Vorbereitungszeit immer wieder betont hatte, wie wichtig das Training im passenden Zuggeschirr ist. Und doch waren eine Woche vor dem Event noch immer nicht alle Hunde ausgestattet! Das wurmte mich, immerhin versuche ich auf Rosas Facebookseite und auf diesem Blog zu zeigen, wie verantwortungsvoller Zughundesport aussieht.

Foto: Hundestars.de

Vielleicht fehlte mir deshalb auch die Motivation und das Engagement, mich vorher noch großartig mit Camp Canis auseinander zu setzen. Aber tatsächlich wurde am Ende alles gut und mein Team überraschte mich! Wir hatten einen wundervollen Mix an Hunden dabei: Bilbo vor Christine, Erica vor Steffi, Lotta vor Paula, Alex vor Anni und Nero vor Katharina. Ach ja – und natürlich Rosa vor mir. Wir hatten einen riesigen Hund, einen dünnen Hund, einen kleinen Hund, einen ängstlichen Hund und einen spontanen Hund (tatsächlich entschieden sich Nero und Katharina erst tags zuvor, die Lücke in unserem Team zu schließen!).

Der Lauf selbst war voller cooler Aufgaben, die allesamt Vertrauen zwischen Mensch und Hund erforderten: Matschlöcher, unter Planen durchkriechen, Matschlöcher, Rutschen, Matschlöcher, Kletterhindernisse, Matschlöcher, eine dunkle Gruselhütte, Matschlöcher, eine Holzpalisade, Matschlöcher… und ein paar Sonderaufgaben gab es auch: Dosenwerfen, Teatrail und Quietscheentchen apportieren. Ach ja: und Matschlöcher. Mehr als tausend Worte sagt aber das Video aus!

Foto: KaBo Photography & Art

Camp Canis und der Olymp – Polaris Crux
21. April 2018

Wie bereits erwähnt, hatte ich uns für beide Tage in der Wingst angemeldet. Der Plan sah so aus, dass wir die 15 km in unserem Tempo laufen und die 10 km erneut im großen Team – nur dann vermutlich deutlich langsamer. Jessica vom Husky-Team-Lüdge nahm die Herausforderung, mit uns an den Start der 15 km zu gehen, an. Sie hatte sich und Alaska angemeldet und unser Teamname „Polaris Crux“ war entstanden. Polaris ist der Polarstern und symbolisiert Alaska, Crux ist das Kreuz des Südens, welches für Rosa steht.

Letztendlich ging der Plan nicht 100% auf und es wurde ein ziemlich gemütlicher Lauf, was mich für einen kurzen Moment stresste. Doch dann besann ich mich, weil es natürlich totaler Quatsch war! Bei Camp Canis geht es um keine Zeiten! Es geht um Mut, Kraft, unbändige Freude und wundervolle Teamarbeit. Und die leisteten Jessica, Alaska, Rosa und ich! Ich konnte mich entspannen und hatte eine wundervolle Zeit im Dreck.

Foto: KaBo Photography & Art

Die Aufgaben in der Wingst waren anspruchsvoller als in Hoope. Gleich zu Beginn mussten wir in einem knallroten Gummiboot (vielleicht war es auch schwarz) über einen See fahren, es gab wackelige Stege über Wasser, Schwimmpassagen, es galt auf „Schaukeln“ Abgründe zu überwinden, es gab erneut Teatrails, Matschlöcher und vieles mehr. Und eine brutale Rutsche, die uns ziemliche Schmerzen bescherte. Aber zum Glück wurden diese direkt von den Glückshormonen im Ziel abgelöst. Auch von diesem Event gibt es ein Video, welches wohl am besten die Aufgaben wiedergibt.

Foto: KaBo Photography & Art

Camp Canis und der Olymp – Canes Lutulenti +1
22. April 2018

Die dreckigen Hunde, Canes Lutulenti, sorgten für weniger Team-Trouble im Vorfeld. Die Konstellation ab Anmeldung blieb bestehen: Anja mit ihrer Hündin Nicky, Vivi mit Greta, Franzi mit Nando, Stephie mit Guiseppe, Jessica (ja tatsächlich noch einmal) mit Jukka sowie Rosa und ich. Allerdings nahmen wir spontan noch Paula mit Bruno auf, die sonst kein Team gehabt hätten.

Die Strecke kannten Rosa, Jessica und ich bereits, doch mit sieben Menschen und sieben Hunden war es noch einmal ein ganz anderes Erlebnis. Anjas Knie bereitete ihr so arge Probleme, dass sie kurzzeitig nicht mehr auftreten konnte. Doch sie dachte nicht daran aufzugeben. Bei Camp Canis ist „Kein Platz für Einzelkämpfer“. Wie bereits geschrieben: es geht nicht um Zeit! Es geht darum, als Team ins Ziel zu kommen! Und so warteten wir, blieben zusammen, bissen uns gemeinsam durch, machten uns dreckig, schrien unseren Teamnamen in den Wald und hatten Spaß!

Foto: KK-dogfotos Karsten Kröger

Ein so großes Team unter seine Fittiche zu nehmen ist nicht immer leicht. Wer mich kennt, kennt auch meine verrückte Seite und meine Versuche, immer für gute Stimmung zu sorgen. Wenn ich die Zeit noch einmal zurückschrauben könnte, würde ich wohl noch einmal betonen, dass das Team wichtiger ist als der Einzelne. Und hoffen, dass sich dies jeder zu Herzen nimmt. Aber nun genug davon, von diesem Lauf gibt es natürlich auch ein Video.

Das Fazit

„Die Camp Canis Challenge ist verziert mit Rätseln, Fragen, Aufgaben. Löst ihr sie richtig, lauft ihr richtig.“ – nachdem ich diese Worte auf der Webseite gelesen hatte, war ich von einer Art Schnitzeljagd ausgegangen. Doch Rätsel und Fragen hatte es, so wie ich mir das vorgestellt hatte, nicht gegeben.  Aber das ist nicht schlimm! Der Mix an Aufgaben für Menschen und Hunde hatte gestimmt. Einen Vergleich mit ähnlichen Events zu ziehen missfällt mir. Camp Canis ist auf seine Art einzigartig – eine Veranstaltung, die wahnsinnig viel Vertrauen fordert. Aber auch genauso viel Vertrauen schafft.

Was habe ich mich gefreut, als aus einem „Mein Hund geht niemals mit mir durchs Wasser“ ein „Wir haben es geschafft“ wurde! Jedes Mensch-Hund-Team ist über sich hinausgewachsen und ich glaube alle waren stolz auf ihre vierbeinigen Begleiter. Mir war es eine Ehre mit allen an den Start zu gehen: mit den Viatores Mundi, Polaris Crux und den Canes Lutulenti.

Dennoch haben mich die Starts in den großen Teams im Vorfeld und im Nachhinein ein paar meiner Nerven gekostet. Ich möchte keinen der Läufe missen und das Positive hat definitiv überwogen, doch die Kritik an mir selbst und dem Team sollte nicht komplett im Matsch versinken. Für die nächsten Events nehme ich eine klarere Kommunikation mit. Und mehr Gelassenheit.

Soll ich Kritik an dem Event selbst ausüben, muss ich wirklich tief im Dreck wühlen. Die Rutsche, ja, die Rutsche! Also ich bin echt kein Weichei, aber die war echt schlimm. Nächstes Mal würde ich mich über eine Tonne mit Watte freuen, mit der man sich den Po polstern kann. Und Feenglitzer!

Ansonsten nur Lob für Melanie, die dieses tolle Event auf die Füße gestellt hat: super freundliche Helfer, ein durchorganisierter Ablauf mit Vet-Check, Anmeldung und Co., hammer Moderatoren (und da spreche ich vor allem von TOBI entertained und Daniel Becker Moderator), geniale Locations, spannende Aufgaben, engagierte Fotografen, interessante Stände, leckeres Essen, saugute Getränke, chice Finisher-Shirts, saftige Belohnungen für die Hunde … mir fällt wirklich NICHTS Negatives ein.

Zuletzt noch ein paar Worte an Rosa, der besten Teampartnerin, die ich mir vorstellen kann: Ich weiß, du magst den Matsch nicht. Ich weiß, du magst das Wasser nicht. Umso dankbarer bin ich dir, dass du mir die Läufe nicht übel nimmst, sondern dich kurz schüttelst und dann mit neuer Energie losrennst. Du bist meine Versicherung auf dem Trail, wagst dich an all das Unbekannte ran und zeigst mir, dass wir VERTRAUEN in Schriftgröße XXL schreiben. Ich freue mich auf die nächsten Events mit dir, meine Pibalina!

Angemeldet sind wir übrigens für den 01. und 02. September 2018 zu Camp Canis in Mitteldeutschland.

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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