Bild des Monats November ’17

Mein Hund! Rehe. 30 m entfernt. Rüber über die Straße, aufs Feld. Stehenbleiben. Weiterlaufen. 3 min in Sichtweite und deutlich zu riechen. Mein Hund. Im Radius von 1-3 m um mich. Deutlich erregt. Wimmernd. Keine Leine. Aber sie bleibt. Mein Hund!

Bild des Monats: November 2017

Datum: 23. November 2017
Uhrzeit: 07:47
Ort: Emmerthal
Rating: 52 „Gefällt mir“ + 18 „Love“

„Wie die spanischen Podencos, so wird auch der Podengo Português hauptsächlich zur Jagd auf Wildkaninchen verwendet.“ (Quelle: Wikipedia) Auch nach kurzem Besuch bei Google wird es nicht besser: „Die meisten Podencos verbringen ihr ganzes Leben an der Schleppleine. Freilauf ist nur in Windhundausläufen möglich.“ (Quelle: Dein Hundeforum) – na super. Das sind ja klasse Voraussetzungen für jemanden, der seinen Hund lieber im Freilauf sieht und so gar kein Liebhaber von Leinen ist. Von Schleppleinen fangen wir mal gar nicht an. Wie konnte also gerade dieses Bild des Monats entstehen?

Also: zunächst einmal wusste ich gar nicht, dass Rosa ein Podenco-Mix ist. Angegeben war sie nämlich als Galgo-Mix und erst beim Spaziergang in Spanien fiel der Begriff „Podenco“. Ja, okay… Den Galgo hatte ich ohnehin nur mit viel Fantasie in ihr gesehen. Aber gut. Als Podenco kannte ich bis dato nur den Podenco Ibicenco – groß, weiß-rot und mit Fledermausohren. Und zum Glück hatte ich bis dahin keine weitere Rassenbeschreibung gelesen, denn es war schon geplant, dass Rosa nicht ihr Leben an der Leine verbringt.

So hatte ich mir also einen Jagdhund EXTREME ins Haus geholt. Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste Mal, dass sie mir abgehauen ist. Es war stockdunkel, wir waren bei uns im Feld unterwegs und so ganz lange lebte Rosa noch nicht in Deutschland. Zack, auf einmal rannte sie laut kläffend in die Nacht und ward nicht mehr zu sehen (nur noch zu hören). Natürlich war ich einem Nervenzusammenbruch nahe. Allerdings sorgte ich mich weniger wegen eventueller Autos, denn wir leben hier wirklich fantastisch: die nächste wirklich große Straße ist auf der anderen Seite der Weser. Dennoch: das erste Mal ist immer das schlimmste. (Rosa war allerdings innerhalb von Minuten wieder da…) Und toll fand ich das Ganze schon gar nicht.

Es zeigten sich also ab und zu Rosas jagdliche Ambitionen. Ein Tractive GPS-Sender zog bei uns ein und so wurde zumindest die Wartezeit verkürzt. Fortan konnte ich ihre zurückgelegte Strecke in Echtzeit verfolgen. Quasi live und in Farbe. Es ist schon interessant, wie exakt Rosa die Strecke, die sie beim Hetzen rennt, auch wieder auf dem Rückweg nimmt. Durch den Sender fühlt man sich zwar etwas beruhigter, doch natürlich ist das keine Lösung! Ich möchte ja nicht, dass Rosa jagt! Alleine der anderen Tiere wegen!

Immer wieder liest man ja, wie man es zu machen hat: wenn der Hund jagt und zurückkommt, muss man ihn loben. Ja, sicher. Beim ersten Mal habe ich das noch gemacht. Beim zweiten Mal auch noch. Beim dritten Mal wäre es nur schlechtes Kabarett gewesen, denn Rosa ist nicht dumm und sie weiß, was sie falsch gemacht hat. Irgendwann – es war am Strand in Dänemark – gab es nach mehrmaliger Möwenjagd also mal einen riesen Anschiss (nicht von den Möwen – von mir!). Seither hatte sich die Sache mit der unerlaubten Entfernung erledigt. Am Strand hört Rosa nun 1A. Und wenn ich ihr doch mal das Kommando „Pack sie dir!“ gebe, freut sie sich des Lebens.

Auch unseren normalen Alltag hat das verändert. Sehen wir jetzt Rehe, Hasen oder sonstiges Wild und Rosa ist in meinem Aktionsradius, passiert nichts. Wie beim Bild des Monats beschrieben, können da auch Rehe 30 Meter entfernt über das Feld laufen, Rosa winselt und jault zwar, doch sie würde nicht hinterher gehen. Nicht aus Angst, sondern aus Respekt.

Die einzige Situation, die uns jetzt noch zum Verhängnis werden kann, sind die lebensmüden Hasen, die direkt vor ihren Füßen aufspringen. Ansonsten ist es auch bei Rosa eine Sache des Managements. Kenne ich die Gegend nicht oder weiß ich, dass es eine typische Wildregion ist, bleibt Rosa in meinem Aktionsradius (das geht dann auch ohne Leine). Und auf diese Weise sind wir nun schon über ein halbes Jahr jagdfrei. Drückt uns die Daumen, dass es weiterhin so gut läuft!

Und hier noch ein Video vom 03. Dezember 2017. Tut mir Leid, für das Geschniefe – Winterzeit! Und im Übrigen ist das hier nur eine Geschichte, wie es bei uns läuft. Bei vielen Podencos scheint es so nicht zu funktionieren. Also: Augen auf bei der Hundewahl. 😉

 

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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