Aktivurlaub mit Hund

Als ich am 26. Oktober 2016 auf mein Smartphone schaute, blieb mein Mund offen stehen: „DAS LOS HAT ENTSCHIEDEN! 🙂 Die Gewinnerin des 50.000 Fans Gewinnspiels heißt Franziska Ullmann!!! Das gesamte Team von Pets Deli gratuliert Dir!“ – hatte ich mich nicht Minuten zuvor mit einer Patientin über das Thema Glück unterhalten? Und hatte ich nun tatsächlich einen 7-tägigen Aktivurlaub mit Hund gewonnen?

Hatte ich! Und nicht nur ich konnte sieben herrliche Tage am Weißensee in Österreich genießen, sondern natürlich auch meine Hündin Rosa und mein Freund Jan. Wie ein Aktivurlaub mit Hund aussieht und ob sich die 900 km lange Anfahrt gelohnt hat, erfahrt ihr hier.

winkler AKTIV organisiert Aktivurlaube

Die Organisation

Der Veranstalter des Aktivurlaubes heißt Sascha Winkler, ist 29 Jahre jung und verbindet unter seinem Geschäftsnamen „winkler AKTIV“ sportliche Betätigungen für Hund und Halter.

Die Abwicklung aller vorherigen Absprachen lief problemlos über die sozialen Netzwerke ab: Facebook, eMail und WhatsApp waren hier die hauptsächlichen Kommunikationsmedien; Fragen wurden innerhalb kürzester Zeit beantwortet.

Das Autofahren kennt Rosa bereits

Die Anreise

Den Teilnehmern wurde die An- und Abreise individuell überlassen. Bei 900 km Wegstrecke zwischen Niedersachsen und Kärnten hatten wir somit die Möglichkeit, stressfrei in den Urlaub zu starten. Der erste Programm-Fixpunkt stand erst für den folgenden Morgen an.

Da auf allen Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich Mautpflicht besteht, war es notwendig, eine 10-Tages-Vignette (8,90 €) zu erwerben. Je nach Anfahrtsweg können zusätzliche Gebühren für die Durchquerungen von Tunneln entstehen.

Der Veranstaltungsort

Den Beinamen „Spielplatz der Natur“ trägt der Weißensee in der Gemeinde im Bezirk Spittal an der Drau nicht ohne Grund. Er liegt im südlichsten Bundesland der Republik Österreich und bietet nicht nur für Wintersportler Abwechslung in Form von Eis- und Skilaufen, sondern lockt mit weitaus mehr Outdoor-Aktivitäten im naturbelassenen Großraum, wie Radfahren, Wandern und Schwimmen.

Die Lage inmitten der Gailtaler Alpen ist nicht nur idyllisch – der Weißensee ist zudem auf 930 m ü.M. in ein Sonnenhochtal gebettet. So haben wir in der einen Woche ausnahmslos einen wolkenlosen Himmel mit Sonnenschein pur bei niedrigen Temperaturen genießen können.

Die Pension Stampfer

Die Unterkunft

Untergebracht waren wir in der „Pension Stampfer“, in der Ortschaft Oberdorf, und hatten hier das Glück, ein komfortables Zimmer im ersten Obergeschoss beziehen zu dürfen.* Dieses verfügte neben einem eigenen Badezimmer unter anderem über einen Sat-TV, einen geräumigen Kleiderschrank und einen kleinen Balkon. Kostenloses W-LAN konnten wir im Aufenthalsraum nutzen, in welchem es morgens Frühstück gab. Dieses ließ keine Wünsche offen: Kaffee, Tee, Kakao, Eier, Gebäck, Fischplatte – ein reichhaltiges Buffet sorgte dafür, dass jeder gestärkt in den Tag starten konnte.

* Die anderen Teilnehmer waren in der dritten Etage untergebracht, was für einen der Hunde (Hovawart) aufgrund der Treppen etwas problematisch war.

Darf nicht fehlen: Kaiserschmarrn

Die Verpflegung

Für uns: Das reichhaltige Frühstück war inklusive. An einem der Tage fand bereits früh morgens eine Wanderung statt, sodass wir üppig gefüllte, nach eigenen Wünschen ausgestattete, Frühstückspakete mitbekamen. Für den restlichen Tag galt es, sich selbst zu versorgen. Im Ort befindet sich ein Sparmarkt und es gibt eine große Auswahl an Restaurants. Häufig aßen wir auch oben auf den Almen. Die Preise vor Ort gleichen denen in Deutschland.

Für die Hunde: Die Besitzer haben ihre Hunde individuell verpflegt. Ich konnte Rosa wie gewohnt roh füttern, da das Fleisch freundlicherweise für mich tiefgekühlt gelagert wurde.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, kleine Snacks oder Leckerlis für die Hunde dabei zu haben. Sei es als Zwischenmahlzeit, als Belohnung oder auch einfach nur so.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Rosa!

Die Ausrüstung

Neben den üblichen „sieben Sachen“, die man (frau) für sich und seinen (ihren) Hund im Urlaub und zum Wandern einpackt – und das sind bei uns immer erstaunlich viele – war eine sportliche, wetterfeste Kleidung definitiv Pflicht. Bei bis zu -9° C nachts war ich mehr als nur einmal froh, auch den Thermomantel für Rosa eingepackt zu haben.

Meine Kopflampe ist häufig zum Einsatz gekommen; ein Daypack für Verpflegung unerlässlich. Für die Hunde war ein Geschirr für die Doghikes und Canicross-Läufe wichtig. Ich persönlich verlasse das Haus auch nicht ohne GPS-Tracker, der gerade in fremder Umgebung beim freilaufenden Hund für mehr Sicherheit sorgt.

V.l.n.r.: Caddie, Choice, Fancy, Violet, Rosa, Frodo, Jessy, Wurzl, Elinor & Bella

Die Teilnehmer

Acht Menschen und zehn Hunde traten gemeinsam den Aktivurlaub an. Hierbei bildete ich mit meinen 28 Jahren altersmäßig die Grenze nach unten; unter den Hunden bildete der Hovawart „Caddie“ mit seinen 10 Jahren die Grenze nach oben. Bis auf eine Österreicherin mit ihren drei Hunden, kamen alle Teilnehmer aus Deutschland. Wir waren drei Paare und zwei Einzelpersonen. Gemessen an der Hundezahl lagen Jan und ich mit Rosa unter dem Schnitt – alle Parteien hatten drei Hunde dabei. Nur ein Paar war ohne Hund – oder eher gesagt: nur mit innerem Schweinehund – angereist. Die Stimmung war sehr gut, es wurde nie langweilig und abends saßen wir häufig zusammen.

Auf dem Kleinen Pal, 1867 m ü. A.

Die Aktivitäten

Ob Morgensport, Wandern oder Schlittschuhlaufen – ich möchte behaupten, dass für jeden etwas dabei gewesen ist. Bei allem galt: jeder durfte, keiner musste! So haben sich die einen noch einmal im warmen Bett umgedreht, während die anderen beim Joggen geschwitzt haben. So, wie es im Urlaub sein soll!

Zu meinen Highlights zählen vor allem die Wanderung zum Kleinen Pal (1866 m), dem Schauplatz eines Stellungskrieges zwischen der österreich-ungarischen und der italienischen Armee (1915-1918), und die Besteigung des Golz (2004 m) zum Sonnenaufgang mit Abmarsch um halb 3 Uhr morgens.

Insgesamt war es aber vor allem die Abwechslung, welche die Woche für uns und die Hunde so spannend gemacht hat. Und nicht zuletzt die kleinen Überraschungen von Sascha…

Eine gewisse Grundkondition sollte vorhanden sein. Innerhalb der Gruppe kamen wir vom Tempo gut miteinander aus.

Auf einem Bootsanleger am Weissensee

Die Hundefreundlichkeit

… war einfach top. Ob in der Unterkunft, unter anderen Menschen oder in der Natur: Rosa hat sich podencowohl gefühlt. Auf allen Wanderungen war es möglich, die Hunde abzuleinen. Die Wege waren allesamt gut begehbar und boten vieles zum Entdecken.

Für uns weniger relevant – für viele aber sicherlich interessant: am Weißensee wird zu Silvester kaum gebölltert, da es zum einen nicht gerne gesehen wird und zum anderen in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit verboten war. Ein paar Knalle gab es trotzdem, jedoch nicht vergleichbar mit dem Zuhause.

Das Wichtigste war wohl aber: es wurde darauf geachtet, dass es sowohl Mensch als auch Tier immer gut ging.

Auf dem zugefrorenen Weissensee

Die Kosten

Nicht jeder hat das Glück, einen solchen Urlaub zu gewinnen. Der reguläre Preis liegt für den Zeitraum über Silvester bei 739,- € p.P. (Stand: 01/2017), wobei dieser die komplette Organisation mit geführtem Rahmenprogramm, fachkompetenter Betreuung, Kurtaxe, sowie Unterkunft mit Frühstück beinhaltet.

Hinzurechnen muss man die individuellen Kosten der Anreise (inkl. Maut), Gebühren, wie zum Beispiel das Ausleihen von Schlittschuhen, und die Verpflegung. Hierfür haben wir zu zweit in der Woche 350,- € ausgegeben. Am Essen haben wir jedoch auch nicht gespart und es uns gut gehen lassen.

Das Fazit

Wir können einen solchen Aktivurlaub mit Sascha nur empfehlen. Obwohl (oder vielleicht gerade weil?) wir häufig vor 7 Uhr aufgestanden sind und quasi rund um die Uhr aktiv waren, habe ich mich nach der Woche unglaublich erholt und vitalisiert gefühlt. Wir hatten eine top Truppe, top Wetter, top Hunde und einfach eine wunderschöne Zeit, an die ich mit Sicherheit noch oft zurückdenken werde. Für mich, Jan und Rosa hat sich die 900 km lange Anfahrt definitiv gelohnt.

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Rosa – Raus aus dem Tierheim, rein ins Leben

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